Gesamtwertung84%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wer bei dem Namen El Matador an den gleichnamigen spanischen Beruf denkt, welcher seit Jahrhunderten heftig umstritten ist, der wird von Entwickler Plastic Reality Technologies nun eines Besseren belehrt. Obwohl ihr ambitionierter Action-Shooter in südlichen Gefilden spielt und vieles mit heißblütigen Action zu tun hat, kommt in El Matador kein einziger Stier vor. Dafür jede Menge Shoot-Outs in einer beeindruckenden Kulisse. Wir haben unser Elite-Team für euch ins Spiel geschickt, um einen Eindruck vom finalen Spiel zu gewinnen.
El Torro
Im Spiel übernehmt ihr die Haut von Spezialagent Viktor Corbet, dessen Spitzname El Matador ist. Sein Auftrag ist es, ein die USA bedrohendes Drogennetzwerk auszuschalten. In Kooperation mit einem Agententeam von DEA reist Corbet nach Südamerika, um den kolumbianischen Drogenbossen mit durchschlagenden Argumenten mal kräftig ins Gewissen zu reden. Dass dabei Action bis zum Anschlag garantiert ist, versteht sich fast schon von selbst.
Bereits die erste Mission nach dem kurzen Intro strotzt nur so vor Ballerorgien und exzellent in Szene gesetzter Action. Ihr befindet euch mit eurem kleinen Team vor einem Haus in Südamerika. Die Bar des Hauses beherbergt einen wichtigen Kopf der Drogenmafia. Doch bevor ihr diesen ausschalten könnt, müsst ihr euch erst einmal den Weg durch seine Leibwachen schießen. Das ist leichter gesagt als getan. Denn die KI von El Matador ist nicht von schlechten Eltern. Die Gegner nutzen nahezu jeden Winkel des Raumes als Schutz, hechten durch den Raum, um euren Kugelsalven zu entgehen und rufen nach Verstärkung. Während die normalen Feinde mit einem gezielten Headshot erledigt werden, vertragen die Bossgegner wesentlich mehr Blei. Dies ist zwar unlogisch, entspricht aber der Spielmentalität von Shootern. Man möchte es dem Spieler schließlich nicht allzu leicht machen.
Nachdem ihr also die oben genannten Leibwachen ausgeschaltet habt, erfahrt ihr in einer geskripteten Zwischensequenz, dass euer Ziel eine Bombe unter seinem Schreibtisch platziert hat.
Nun habt ihr knapp zwei Minuten Zeit, euch an den noch verbliebenen Wachen vorbeizuschießen und in einem finalen Duell eure Zielperson zu jagen. Denn was ihr zu dem Zeitpunkt noch nicht wisst: Der Schurke setzt sich kurzerhand in die Kellergewölbe unter dem Haus ab und nimmt sich eine Geisel. Nach einem langen Katz-und-Maus-Spiel, habt ihr dann endlich euer erstes Ziel erreicht.
Ihr seht schon: Langeweile könnt ihr woanders haben. Bei El Matador wird euch Action ab der ersten Sekunde geboten. Dabei steht die Vielfalt der Missionsaufträge an erster Stelle.
Das hat doch was von Max Payne
Während ihr euch also mit Viktor Corbet immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens begebt, steuert ihr ihn in der Third-Person-Perspektive. In gewohnter Kombination aus Maus und Tastatur lauft, springt und schießt sich euer alter Ego durch die komplexen Maps. Da eure Gegner stets in der Überzahl sind, müsst ihr aus dem Schutz der Deckung herausarbeiten. Schusswechsel in Rambo-Manier sind allerdings auch möglich. Per zuschaltbarer Bullettime, könnt ihr die Zeit um euch verlangsamen und so die Gegner der Reihe nach ausschalten. Natürlich verfügt ihr nicht permanent über dieses Feature, sondern müsst zwischen den einzelnen Benutzungen eine gewisse Zeit warten, bis sich die Bullettime-Leiste wieder aufladen kann.
Die verschiedenen Level, welche ihr auf eurem Weg durch Südamerika und vor allem durch Kolumbien durchqueren müsst, sind allesamt gradlinige aufgebaut, was jedoch dank eines sehr guten Leveldesigns nicht negativ ins Gewicht fällt. Die Maps hätten unterschiedlicher kaum gestaltet werden können.
So befindet ihr euch mal auf dem Gelände einer Drogenfabrik; ein anderes Mal durchquert ihr den Dschungel, um dann kurze Zeit später an einem Hafen und in einem heruntergekommenen Slum-Viertel zu agieren.
Mit dabei ist euer stets wachsames und voll automatisch gesteuertes Feuerschutzkommando. Sie alle kämpfen eigenständig aber dennoch erschreckend clever.
Selten konntet ihr als Spieler euch so gut auf eure Gefährten verlassen. Auch wenn ihr ihnen nicht, wie beispielsweise in der Rainbow Six-Reihe, selbständig Befehle geben könnt, agieren sie überwiegend logisch und präzise. Selten haben wir während unseres Tests gravierende Aussetzer in der KI festgestellen können.
Damit sich El Matador gegen seine Widersacher zur Wehr setzen kann, verfügt er über ein großes Waffenarsenal mit klein- und großkalibrigen Waffen wie Pistolen, Sniper-Rifles, Pumpguns, vollautomatische MGs oder auch Granaten. Im Verlaufe des Spiels gelangen so über 20 unterschiedliche Waffen in Corbets Handgepäck. Dieses Arsenal wählt ihr wahlweise über die Ziffertasten oder mittels Mausrad aus. Freundlicherweise hinterlassen getötete Feinde ihre Waffen, sodass die Munition selten knapp wird. Auch Healthpacks sind in den Arealen verstreut. Aber keine Angst. Wer einmal nicht im ersten Anlauf sein Ziel erreicht, der darf dank Quicksave und Quickload an jedem Punkt neu ins Spiel einsteigen. Anfänger brauchen sich auch nicht zu fürchten. Abgesehen davon, dass El Matador so einiges einstecken kann, verfügt das Spiel auch über verschiedene Schwierigkeitsgrade.
Wodurch El Matador sich von vielen Spielen vor allem abhebt, ist die unwahrscheinlich detaillierte und eindrucksvolle Grafik.
Während Titel wie Half Life 2 mit einem riesigen Hype und einer großen PR-Maschinerie im Vorfeld starteten, kommt El Matador schon fast durch die Hintertür. Warum der Titel keine größere Medienpräsenz gefunden hat, ist uns allerdings ein Rätsel, da sich Plastic Reality Technologies Meisterstück hinter keine der aktuellen Referenztitel zu verstecken braucht.
Was El Matador aus der Grafikkarte kitzelt ist schwer zu beschreiben und sollte einfach als Gesamtkunstwerk erlebt werden. Neben einer Fülle an hochauflösenden Details, einer atemberaubenden Umgebung, HDR Rendering und sonstigen technischen Spielereien sind es vor allem die so noch nicht gesehenen Explosionen, die das Spielerauge verwöhnen. Vor allem dann, wenn in eurer Nähe eine Granate explodiert, wird für kurze Zeit der Bildschirm regelrecht verzerrt und die gesamte Szenerie in gleißende Feuerbälle gehüllt. Und auch die Weitsicht ist einfach nur top. Die Darstellung des Dschungels lässt sogar Urwald-Referenz Far Cry alt aussehen und lässt erahnen, was uns Spieler demnächst mit Crysis erwarten dürfte. Zuckerguss für die Augen. Da kommen selbst hochgerüstete High-End Rechner ins Schwitzen.
Und nicht nur die Grafik weiß zu überzeugen, auch die Synchronsprecher leisten überzeugende Arbeit. Lediglich der von Technobeats getriebene Soundtrack geht nach einigen Stunden Spielzeit auf die Nerven.
Leider fällt El Matador der deutschen Zensur zum Opfer, sodass der Titel hierzulande keine Freigabe erhielt. Denn El Matador in handzahmer Version auf den Markt zu bringen, wäre genauso albern wie einen Sly Stallone als Rambo ohne Waffen in den Dschungel zu schicken.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
El Matador im Test.
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