Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Als Leiter einer Einsatzzentrale hat man vieles zu tun: Davon bekommt man in Emergency 4, dem neuesten Ableger der erfolgreichen Lebensretter-Simulationsreihe, so einiges mit. Am Anfang darf man sich aussuchen, ob man gleich ins Geschehen einsteigen oder lieber erst ein Tutorial absolvieren möchte. Einsteigern empfehlen wir dringend zuerst den Trainingskurs zu erledigen, der Euch kurz die wichtigsten Kniffe des Spiels beibringt. Emergency-Veteranen der ersten Stunde können hingegen gleich die Kampagne starten, denn an der Menüführung hat sich so gut wie nichts geändert.
Ohne große Vorwarnung werdet Ihr dann auch schon gebraucht: Ein Kran ist an einer Baustelle umgestürzt. Geräte haben einen Arbeiter unter sich begraben, zwei andere liegen verletzt in unmittelbarer Nähe. Zudem wurde ein Brand entfacht. Diese Hauptmission, wie auch die restlichen Missionen werden zum Großteil alle mit schicken Rendervideos eingeleitet, die die Art der Katastrophe verdeutlichen und meistens auch schon erste Hinweise darauf geben, wie man vorgehen sollte.
In der ersten Mission werden Erprobte gleich drei Rettungsärzte mitsamt sechs Sanitätern herbeirufen, die die Verletzten versorgen und abtransportieren. Des Weiteren brauchen wir noch einen Feuerwehrwagen und Feuerwehrmänner. Einen werden wir dafür brauchen, den begrabenen Arbeiter zu bergen, ein anderer kümmert sich derweil um den Brand und verhindert, dass sich dieser ausbreitet. Weiterhin müssen wir uns noch vor herabfallenden Trümmern eines beschädigten Kirchturms in Acht nehmen. Das klingt alles nach jeder Menge Stress, oder? Das ist es auch im ersten Moment.
Anfänger werden hinsichtlich der umfangreichen Menüs zuerst den Überblick verlieren, so viel ist sicher. Dabei fällt vor allem das Mikromanagement negativ auf. Will man zum Beispiel einen Brand löschen, muss man erst einige Schritte vorher erledigen. So muss erst der zuständige Feuerwehrmann angeklickt, danach im Menü 'Ausrüsten' der Schlauch ausgewählt werden. Jetzt erst holt der gute Mann den Schlauch vom Feuerwehrwagen, der noch an einem Hydranten befestigt und dann erst gebraucht werden kann. Das hätte man dem Spieler auch wesentlich einfacher machen können, indem man einfach einige unnötige Schritte verkürzt hätte.
Nervtötend ist auch das Schneckentempo, das die Einheiten an den Tag legen. In einer Katastrophensituation mit Verletzten, bei deren Versorgung jede Sekunde zählt, und Brände sich schneller als die Polizei erlaubt ausbreiten, kommen unsere Einsatzkräfte einfach nicht aus dem Gang und bewegen sich mit aller Ruhe zum Einsatzort. Im echten Leben könnte das schon das Aus für verletzte Personen bedeuten.
Auch für Anfänger interessant...
Hat man die erste Mission hinter sich gebracht, wird man auch schon recht schnell in anspruchsvollere Aufgaben eingeweiht. So ist man nicht nur Einsatzleiter, wenn es um Unfälle geht, nein, auch das Budget ist wichtig. So bekommt man mit jeder erfolgreich absolvierten Aufgabe Geld in die Kasse, welches man nach einer bestimmten Zeit in neue und höher entwickelte Einsatzfahrzeuge investieren kann, die zum weiteren Vorgehen auch wichtig sind.
Weiterhin kann man somit mehr Einheiten in die entsprechenden Einsätze einbinden, die sich dadurch schneller und leichter lösen lassen. Auch wenn die Einsätze immer anspruchsvoller werden: Richtig schwer wird Emergency 4 dank hilfreicher Rendervideos und von vornherein übersichtlicher Katastrophenlage nie.
Das dürfte vor allem Lebensretteramateuren gefallen. Veteranen werden mit den 20 Hauptmissionen natürlich schneller fertig sein, aber dank des umfangreichen Szenario-Editor ausreichend Langzeitspaß mit dem Spiel haben. Auch der kooperative Mehrspielermodus ist eine wahre Freudengrube: Mit einem Kumpel kann man einen Einsatz koordinieren und leiten. Jeder übernimmt spezifische Aufgaben: Macht einer einen Fehler, wirkt sich dies negativ auf das Gelingen aus.
Grafisch kann Emergency 4 fast auf ganzer Linie überraschen: Die Szenarien wurden allesamt in schicker 3D-Optik modelliert und bieten einiges an grafischer Abwechslung. Im Kampagnenmodus kommt zudem noch eine bis ins kleinste Detail designte Stadt hinzu, die mit ihrer Lebendigkeit dank unzähliger Passanten und anderer Fahrzeuge überzeugen kann. Das und die schicken Einheiten sorgen dafür, dass das Spiel zumindest in optischer Hinsicht nie langweilig wird.
Da schmerzen kleine Schönheitsfehler wie die etwas abgehackten Animationen nur wenig. Noch was: Für Emergency 4 braucht man einen unerwartet flotten Rechner. Vor allem im Kampagnenmodus gehen ungenügend bestückte Computer sehr schnell in die Knie. Von der akustischen Seite her gibt sich das Spiel äußerst genügsam: Hier glänzen vor allem der solide Sprecher sowie die unterhaltsame und zum Geschehen passende Hintergrundmusik. Auch die Soundeffekte während der Einsätze sind zufriedenstellend, auch wenn sie nicht wirklich vom Hocker reißen.
Genauso wie die abwechslungsreichen Aufträge und der coole Mehrspielermodus. Auch grafisch kann sich Emergency 4 schlichtweg sehen lassen. Negativ fällt da nur das zuweilen wirklich unangebrachte Mikromanagement sowie das Schneckentempo der Einheiten auf, genauso wie Fehler in der Wegfindung und Schwächen in der Animationsdarstellung. Dennoch kann ich Emergency 4 allen Interessierten uneingeschränkt empfehlen.