Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Empire Earth sorgte vor vier Jahren für Furore. Der Umfang, die Grafik und das Gameplay konnten die Spielergemeinde überzeugen. Das neue Empire Earth 2 soll wieder neue Maßstäbe setzen. Doch kann sich das Spiel aus dem Hause Mad Doc gegen die enorm starke Konkurrenz durchsetzen? In unserem Testbericht findet Ihr die Antwort.
Empire Earth 2 ist ein klassisches Strategiespiel, in welchem der Spieler eine Basis über mehrere Epochen errichten muss und hauptsächlich darauf bedacht ist, seine Gegner durch den Einsatz von kriegerischen Truppen dem Erdboden gleich zu machen. Es gibt kaum vergleichbare Titel, die eine derartige Komplexität in diesem Genre bieten.
Was den Spielumfang zunächst angeht, macht diesem Titel keiner etwas vor. Denn Empire Earth 2 bietet alles, was das Herz begehrt. Drei Kampagnen, verschiedene Szenarien, umfangreiche Spieleinstellungen, einen Editor sowie einen Mehrspielermodus. Die Kampagnen behandeln die historischen Ereignisse von Korea, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es keine Ingame-Sequenzen. Eigentlich schade, dass die Kampagnen derart trostlos rübergebracht worden sind. Dafür gibt es aber neben den normalen Aufträgen Zusatzmissionen, die separat gelöst werden können. Trotz wählbarem Schwierigkeitsgrad entpuppt sich Empire Earth 2 als hartes Stück Arbeit. Nicht selten müssen Missionen wiederholt werden. Das liegt vor allem an der hohen Intelligenz der Computergegner. Diese entdecken jede Lücke in eurer Mauer und setzen zusätzliche Brücken taktisch geschickt ein.
Wer lieber einzelne Szenarien durchspielt, der kann auch dies tun. Die Auswahl ist nicht gerade groß, bietet aber dennoch eine interessante Auswahl wie z.B. die Schlacht um die Normandie. Wem das nicht reicht, der kann noch zusätzliche Missionen selber basteln. Mad Dochat dafür speziell einen umfangreichen Editor ins Spiel integriert, mit denen sogar Szenen erstellt werden können. Wer weniger gerne festgelegte Missionen spielt, der kann natürlich auch den klassischen Aufbau auswählen und gegen den Computer oder seine Freunde spielen.
Zur Auswahl stehen ca. zehn Spielmodi, von der kompletten Eroberung, über Königsmord bis hin zur Vernichtung der Hauptstadt. Interessant sind vor allem die neuen Spielmodi wie Herr des Hügels, wo es gilt, ein neutrales Territorium in der Mitte einzunehmen und für einen bestimmten Zeitraum zu halten. Nebenbei gibt es umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten für die Geschwindigkeit, das Rohstoffvorkommen und die Stärke des Gegners. Natürlich könnt Ihr auch entscheiden, welche Epochen zugelassen werden. Gespielt werden kann mit insgesamt 14 verschiedenen Nationen, unter denen sich Deutschland, Japan, Amerika aber auch Altkulturen wie die Inkas befinden. Nebenbei wird Euch die Möglichkeit geboten, via LAN- und Internetmodus gegen menschliche Konkurrenten zu spielen.
Am Spielprinzip von Empire Earth 2 hat sich natürlich nichts geändert. Im Normalfall startet Ihr als kleiner Barbarenstamm und besitzt lediglich ein Hauptgebäude sowie wenige Arbeiter. Mittels dieser baut Ihr euer Reich weiter aus und durchlebt 15 Epochen der Menschheitsgeschichte. Dabei erkundet Ihr sowohl das Mittelalter, als auch die beiden Weltkriegsphasen. Es gilt natürlich wieder, fleißig Rohstoffe sammeln, Gebäude und Mauern bauen sowie ein großes Heer aufstellen. Doch seid Ihr nicht allein. Menschliche und/ oder vom Computer gesteuerte Gegner halten euch nämlich ständig bei Laune.
Soweit alles beim alten. Mad Dochat allerdings viele Verbesserungen ins Spiel einfließen lassen. Nun wird die gesamte Karte in Territorien eingeteilt, in denen jeweils nur ein Stadtzentrum zu bauen ist. Stadtzentren sind sehr wichtig, denn nur mit ihnen können die Gebiete eingenommen werden. Da die Anzahl an Territorien oft stark begrenzt ist, geht der Kampf um die begehrten Landschaften bereits zu Spielbeginn los. Im Gegensatz zum Vorgänger, Age of Empires und Co., müssen eure Bürger nicht mehr mühselig beauftragt werden, Rohstoffe wie Holz und Gold zu beschaffen. Es gibt ein Verwaltungsfenster, in dem Ihr eure Arbeiter auf das Sammeln der einzelnen Rohstoffe zuteilen könnt. Im Anschluss daran suchen sich die Bürger nahgelegene Sammelstellen. Das ist nicht nur praktisch, sondern erspart auch viel Zeit.
Ein ganz neues Feature zugunsten der besseren Kontrolle ist die Bild-in-Bild Funktion. Das Ganze funktioniert in etwa wie eine Überwachungskamera, welche im Interface angezeigt wird. Ihr sucht Euch ein paar Stellen aus und speichert Sie ab. Nun könnt Ihr jederzeit zwischen diesen Stellen hin- und herschalten. Ebenso gibt es einen automatischen Kanal, der immer die wichtigsten Ereignisse zeigt. Dieses Feature ist zwar sehr praktisch, setzt allerdings einen leistungsstarken Rechner voraus.
Generalüberholt wurde auch das gesamte Forschungssystem. Technologien können nicht mehr in den einzelnen Gebäuden erforscht werden, sondern benötigen nun Forschungspunkte. Diese bekommt Ihr durch Wissenschaftler, denen die Bürger ebenfalls im Verwaltungsfenster zugeteilt werden können. Vorausgesetzt ist allerdings eine Universität. Wer nicht forscht, entwickelt sich auch nicht weiter. Denn um eine Epoche aufzusteigen, müssen mehrere Technologien erforscht werden. Anhand eines Balkens ist jederzeit ersichtlich, wie weit euer Forschungsprozess ist. Anschließend benötigt es dann noch einer horrenden Anzahl an Forschungspunkten, um den Schritt in die neue Zeit einzuleiten. Im Verwaltungsfenster befinden sich allerdings noch weitere Features. So gibt es eine schlichte Weltkarte, die Auskunft über die Städte, Rohstoffe und Arbeiter gibt. Für Strategen gibt es den Schlachten-Manager, in dem Ihr Angriffe planen könnt. Trotz hoher Benutzerfreundlichkeit benötigt es allerdings einiges an Einarbeitungszeit, bis die Angriffe wirklich wie gewünscht ablaufen. Wirklichen Nutzen daraus zieht Ihr ohnehin nur, wenn mehrere Schlachten gleichzeitig ausgeführt werden oder Ihr in unübersichtliche Kriege involviert seid.
Ebenfalls neu sind die Kronen, die verliehen werden. Die drei verschiedenen Kronen werden für Militär, Wirtschaft und Imperium verliehen. Derjenige, der in einem dieser Bereiche am besten ist, bekommt die zugehörige Krone, die den Spieler begünstigt. Wenn Ihr z.B. das größte und mächtigste Heer besitzt, dann winken euch für eine gewisse Zeit Vorteile in diesem Bereich. Ihr könnt in diesem Fall dann bestimmte Armeetypen stärken. Hinein in die Wertung spielt auch der technologische Fortschritt in einem dieser Bereiche oder die Anzahl an Territorien. Nach Ablauf der Zeit werden die Statistiken erneut verglichen und die Kronen neu verteilt.
Optisch ist Empire Earth 2 durchaus sehenswert. Die Umgebungen sehen sehr detailliert aus, aber auch die Einheiten können sich sehen lassen. Effekte, wie z.B. die Atombombe oder die wirklich schönen Wasseranimationen, werten das Ganze noch ein wenig auf. Beeindruckend ist die gebotene Grafik allerdings auf keinen Fall.
Gerade beim Heranzoomen wirkt sie oft sehr unschön. Das fällt vor allem bei der näheren Betrachtung von Gebäuden auf. Eine Detailverliebtheit aus der Nähe, wie man sie im inoffiziellen Vorgänger, Empires: Die Neuzeit, kannte, wird hier nicht geboten. Trotzdem braucht Ihr ohne hochmodernen Rechner gar nicht anzutanzen. Empire Earth 2 erweist sich als wahrer Hardwarefresser, vor allem bei der Berechnung von mehreren hundert Einheiten. Massenschlachten auf riesigen Karten zwingen sogar aktuellste Rechner noch in die Knie. Negativ anzumerken sind die neuen Wettereffekte. Zwischenzeitlich ist fast nichts zu erkennen, weil Staubwolken alles überschatten. Folglich kann der Spieler, im Gegensatz zum Computer, in dieser Zeit kaum an seinem Lager bauen. Glücklicherweise lassen sich diese Effekte aber abstellen.
Die akustische Untermalung von Empire Earth 2 ist begrenzt. Das Spiel verfügt zwar über eine sehr ordentliche Musik im Hauptmenü, ansonsten aber beschränkt sich das Spiel auf Geräusche und Kurzmelodien. Der Atmosphäre tut dies allerdings keinen Abbruch. Denn die gesprochenen Texte der Einheiten sowie die Einleitungen der Kampagnen wurden sehr sauber synchronisiert. Wirkliche Schwächen sucht man hier vergebens. Auch die restlichen Geräusche wurden solide ins Spiel eingebracht.
Empire Earth 2 im Test.
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