Empires - Die Neuzeit

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Activision
Entwickler
Stainless Steel Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
12
Empires - Die Neuzeit [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Empires - Die Neuzeit

So könnte der Leitspruch für alle Helden der drei verschiedenen Kampagnen lauten. Denn ihr übernehmt die Kontrolle über Richard Löwenherz in der englischen, Admiral Yi in der koreanischen und General Patton in der amerikanischen Kampagne und habt die Aufgabe, euer Heimatland zu verteidigen oder im Falle von General Patton es nicht nur zu verteidigen, sondern auch die Völker Europas in der Zeit des 2. Weltkriegs zu befreien und dabei sogar den legendären D-Day, die Landung in der Normandie, mitzuerleben.

In den Kampagnen sorgten die Entwickler der Stainless Steal Studios für viel Abwechslung, es gibt eigentlich keine Kampagne, bei der es keine Intrigen gibt. Bei Richard Löwenherz gibt es Probleme familiärer Art, denn sein Bruder Prinz John will seinen Vater, König Heinrich, stürzen, um England wieder zu neuer Blüte zu führen. Eigentlich ein „edler“ Vorwand, doch Prinz Richard und sein Bruder Prinz Geoffrey sind dagegen und setzen von nun an alles gegen ihren Bruder. Im Laufe der Zeit begegnen dem Spieler aber zahlreiche Wendungen, so dass keine Kampagne vorausschaubar verläuft. Genauso geht es mit der koreanischen Kampagne bei Admiral Yi zu, in der gegnerische oder vor Neid erblasste Admiräle, Freunde oder Gegner zu Intrigen greifen oder bei General Patton, der mit gegnerischen Spionen und Sympatisanten des Feindes zu tun hat. Man selber ist sich meist nie genau sicher, wer der Verräter ist. Man hat zwar meist Ahnungen, wer es sein könnte, aber oft genug wird man von Überraschungen erwartet, die man nicht erwartet hat und die werfen alles wieder über den Haufen. Also ein weiterer Grund die spannenden Kampagnen mit den epischen Schlachten bis zum bitteren Ende durchzustehen.

Die Story während der Kampagnen wird komplett über InGame Sequenzen erzählt. Doch tut das der Atmosphäre keinen Abbruch, im Gegenteil, man freut sich jedesmal, wenn die Kamera um seine Helden schwenkt und die Erzählungen rund um die Story fortfahren.

Auch größere Schlachten werden in diesen Sequenzen abgespielt, die man selber leider nicht beeinflussen kann, sondern bei denen man auf die Zuschauerplätze verbannt wird. Große Schlachten selber zu lenken ist aber kein Problem, dafür gibt es oft genug Möglichkeiten und Wege in den Story Missionen und im Multiplayer.

Viele wurden von den Möglichkeiten im inoffiziellen Empires Vorgänger Empire Earth zu Ruhm und Ehre zu gelangen, überrumpelt, zahlreiche Forschungen galt es zu finanzieren, etliche Truppentypen auszubilden und möglichst viele Ressourcen zu sammeln, obwohl diese schon fast unendlich waren. In Empires – Die Neuzeit besann sich Rick Goodman auf das wichtigste: weniger Forschung, dafür sinnvollere Ergebnisse durch selbige, weniger Truppentypen, dafür stärkere Spezialisierungen. Besonders ab dem 1. Weltkrieg macht sich die Spezialisierung der Truppentypen bemerkbar, während im Mittelalter und Schießpulver – Zeitalter noch recht egal wer, welchen Truppentypen man baute, solange es genug davon gab, muss man ab dem 1. Weltkrieg seine Vorstöße besser planen. Infanterie- und Panzervorstöße sind meist zur Verdammnis verurteilt, wenn man vergisst die nötige Luftwaffe mitzuschicken oder mobile Flaks in seine Truppen einzugliedern. Wie in Empire Earth gibt es verschiedene Fliegertypen, doch diesmal nur zwei: Jäger und Bomber. Beide verfügen über bestimmte Reichweiten, sind sie an deren Grenze angelangt, kehren sie zum Heimatflughafen zurück und lassen sich neu betanken. Bei Vorstößen muss man also immer darauf achten, für neue Flugplätze zu sorgen damit die eigenen Verbände nie ohne Luftunterstützung sind.

Falls man ganz auf Landeinheiten verzichten will und genug Ressourcen zum Bau hat, kann natürlich alles in die Luftwaffe investiert und den Gegner mit Bombern und Jägern niedergestreckt werden.

Jäger sind gut gegen Infanteristen und ähnliche leicht gepanzerte Truppen, während Bomber gleich ganze Flächen „einebnen“. Auch das Einheitenlimit erfuhr ein Update, doch hier ging die Quantität vor. Im Multiplayer hat man nicht nur die Möglichkeit, bis zu 3000 Einheiten auszubilden, sondern es geht sogar bis an die 80000. Wer dafür genug Ressourcen hat, um so viele Truppen auszubilden und wer einen guten Rechner hat, der so viele Einheiten verträgt, für den wird das sicher eine nette Massenschlacht.

Bei den vier verschiedenen Epochen (Mittelalter, Imperiales Zeitalter, 1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg) stehen euch dabei sogar verschiedene Einheiten der einzelnen Völker zur Seite. Wer sich noch erinnert: Bei Empire Earth gab es immer nur die selben Einheiten. Zwischen dem Wechsel vom Imperialen Zeitalter zum 1. Weltkrieg dürft ihr euch nämlich eine neue Partei auswählen. Während im Mittelalter und Imperialen Zeitalter noch England, Korea, Frankreich und China zu haben sind, wechselt die Auswahl zum Sprung in den 1. Weltkrieg auf die Republik Frankreich, die Vereinigten Staaten, Großbritanien, Deutschland und Russland.

Im Gegensatz zu Empire Earth ist hier eine Nationenwahl von großer Bedeutung, denn wie oben schon erwähnt, hat jedes Volk seine eigenen Einheitentypen. Besonders ab der Zeit der Schusswaffen, also Imperiales Zeitalter bis zum 2. Weltkrieg, machen sich die Spezialisierungen der Völker bemerkbar. Deutschland hat z.B. ein starkes Militär, während Russland auf Masse statt Klasse setzt. Russland hat dabei sogar ein interessantes Weltwunder: zerstörte Einheiten werden am Kreml wieder belebt um mit neuem Mut wieder in die Schlacht zu ziehen. Deutschland setzt dagegen mit V2 Raketen dem Gegner eine gemeine Waffe entgegen, die auf weite Entfernung starken Schaden anrichtet.

Doch neben dem Militär haben die Völker auch noch andere Vorteile, England z.B. benötigt nur einen Zivilisten zum Bau von Gebäuden: Man platziert die Baustelle an der gewünschten Position, schickt einen Bewohner dorthin und gleich nach dem ersten Hammerschlag baut sich das Gebäude selbstständig bis zum Ende weiter. Man kann also den Bewohner gleich wieder zum Ressourcen sammeln schicken.

Doch stehen nicht nur Einheiten im Vordergrund. Denn neben der Waffenkammer, in der man Verbesserungen für seine Soldaten erforschen kann, gehört eine Universität zum guten Ton eines Machthabers. Dort kann man Forschungen finanzieren wie ,bei dem alle Truppen in der Bauliste sofort ausgebildet werden, oder Wirbelstürme, die auf See für Unruhe sorgen. Als Engländer hat man sogar die Möglichkeit bis zu 6 neue Schürfstellen für seine Goldgruben zu erforschen. Doch sind die Forschungen begrenzt, man kann nicht immer zu den Forschungen greifen wenn die Not nahe ist, sondern muss sich gut überlegen, welche eingesetzt wird. Man sollte mit den Wirbelstürmen erst warten, wenn es zu einer richtigen Seeschlacht kommt, um durch Aufklärer gesichtete Schiffe zu zerstören. Der Effekt des Wirbelsturmes wird dadurch um einiges interessanter. Wo wir gerade bei Effekt sind, im Gegensatz zu Empire Earth haben Wunder und Zauber in Empires eine viel größere Bedeutung bekommen und können manchmal das Mächteverhältnis entscheidend verändern. Wie z.B. der eben genannte Wirbelsturm. So lässt sich auch mit einer unterlegenen Seestreitmacht ein Kampf gewinnen, richtige Planung vorrausgesetzt, so dass man nicht selber in den Sturm gerät oder ihn zu spät schickt.

Fazit

Mit Empires – Die Neuzeit gelang den Entwicklern der Stainless Steel Studios ein weiterer guter Wurf im Echtzeitstrategie – Genre. Doch wirklich neues gibt es nicht, anscheinend hat man sich lieber bei bekannten Konkurrenten der Ideen bedient als selber ein paar Neuerungen zu entwickeln. Doch alles in allem setzten die Stainless Steel Studios die Features gut um, was zu einem gutem Spielspaß führt. Durch die bessere Übersichtlichkeit bei Wundern und Waffentechnologien dank Rationalisierung finden auch Anfänger schnell ins Spielgeschehen. Mit Empires dürfte jeder, der gerne viele Jahre menschlicher Geschichte auf einmal erleben will einen guten Griff machen.

Empires - Die Neuzeit [PC , Justgamers]

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