Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Battlefield hat seine eingeschworene Fangemeinde, dasselbe gilt für Quake. Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Fangemeinde von Wolfenstein: Enemy Territory. Der einst als kostenpflichtiges Multiplayeraddon geplante, später jedoch gratis als Standalone veröffentlichte Multiplayer-Shooter dient für die Entwickler von Splash Damage als Bindeglied zwischen Battlefield und Quake. Das Spielgefühl beider Bestseller verknüpfen und mit den interessantesten Features von Enemy Territory kombinieren voilà, fertig ist Enemy Territory: Quake Wars. Wir fragen uns: was steckt wirklich drin im ambitionierten Multiplayershooter-Mix?
Story = Quake
Böse Aliens greifen die Erde an! Zugegeben, nicht gerade die innovativste Story-Idee der letzten Jahre, doch wer erwartet bei Quake im Titel auch schon eine tiefgründige und wendungsreiche Geschichte? Für den Zweck von Enemy Territory reicht das Hintergrundsetting allemal. Die Strogg, bekannt aus den Quake-Shootern haben die Erde als nächtes Ziel ihrer intergalaktischen Beutejagd ausgesucht und ihre extraterrestrischen Truppen prompt auf alle Kontinente unseres blauen Planeten katapultiert, um ihren teuflischen Plänen nachzugehen.
Ihnen entgegen steht die GDF, also quasi die Erden-Armee, die mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die bereits laufende Invasion abwehren muss. Insgesamt auf zwölf großen Karten, die jeweils selbständige Missionen bilden, entbrennen die Schlachten zwischen Menschen und Strogg.
Die einzelnen Missionen kann man entweder separat nach eigener Wahl oder als Kampagne spielen. Als Kampagne ist hier wohlgemerkt die Aneinanderreihung aller zwölf Karten gemeint, einen Zusammenhang zwischen ihnen gibt es nicht.
Wie schon erwähnt, wurde sind die einzelnen Karten quer über den Globus verteilt. Ebenso unterscheiden sich auch die Missionsziele, die auf jeder dieser Karten erfüllt werden müssen. Inspiriert von Wolfenstein: Enemy Territory geht es in Quake Wars nicht etwa wie in Battlefield 2 nur um die Eroberung von Flaggenpunkten um erfolgreich zu sein, muss ein Team alle gestellten Aufgaben erfüllen. Der Inhalt dieser Aufgaben variiert von Karte zu Karte.
In Nordamerika muss man beispielsweise die Strogg davon abhalten, das US-Trinkwasser zu verseuchen, auf einer anderen Karte muss wiederum ein Dimensionstor der Aliens geschlossen werden, um ihren Truppennachschub zu unterbinden. Oft muss man zudem erst mehrere kleinere Aufgaben abschließen, wie z.B. ein Schutzschild zerstören oder schwere Artillerie an einen bestimtmen Punkt der Karte manövrieren, bevor man sich an das Hauptmissionsziel wagen kann.
Spielprinzip = Enemy Territory
Was natürlich in einem waschechten Multiplayershooter wie Quake Wars nicht fehlen darf, sind Soldatenklassen. Von denen gibt es auf beiden Seiten je fünf. Vom einfachen Infanteristen über den Sanitäter und Techniker bis zum Aufklärer und Scharfschützen sind alle wichtigen Schlachtfeld-Jobs vertreten.
Der Unterschied zwischen Strogg und Menschen ist klar: die Einheiten heißen anders und haben andere Waffen, ihre Aufgaben und Fähigkeiten gleichen sich im Prinzip jedoch. Die verschiedenen Soldatenklassen sind vor allem deswegen wichtig, da die einzelnen Missionsziele auf den Karten oft nur von bestimmten Klassen erfüllt werden können. Wenn z.B. ein Geschütz in der eigenen Basis zur Abwehr eines bevorstehenden feindlichen Ansturms aufgebaut werden muss, so ist unbedigt ein Techniker gefragt, denn nur er besitzt das nötige Werkzeug. Soll am anderen Ende der Karte ein Strogg-Gebäude infiltriert und mit einem Sprengsatz prepariert werden, so muss der Aufklärer Hand anlegen. Durch dieses Aufgabenerfüllen mit verschiedenen Einheiten wollen die Entwickler dafür sorgen, dass einerseits das Teamplay gefördert wird und andererseits jede Klasse während einer Partie etwas zu tun hat. Der einzige, der oft auf der Strecke bleibt, ist der Sanitäter. Dessen Hauptaufgabe besteht logischerweise darin, die Verwundeten auf den Schlachtfeld zu verarzten und dahingestreckte Teammitglieder wiederzubeleben andere Aufgaben, wie etwa wichtige Missionsziele erfüllen, hat er nicht. Und da ein einfacher Respawn meistens schneller von Statten geht, als umständlich lange auf den Sanitäter zu warten, macht es weder Spaß noch Sinn, das Schlachtfeld als Profi-Lebensretter unsicher zu machen zumal man beispielsweise auch mit einem Scharfschützengewehr durchaus effektiv Leben retten kann.
Fahrzeuge = Battlefield
Ohne fahrbare Unterstätze hätte Quake Wars ein riesiges Problem, denn die Laufwege wären auf den teils sehr großen Karten elend lang. Wie gut also, dass reichlich Vehikel aller Art sowohl auf Menschen- als auch Strogg-Seite zu Verfügung stehen.
Dazu zählen sowohl klassische Landvehikel wie Buggys, Panzer und Teamtransporter als auch Lufteinheiten in Form von Hubschrauber, Drohnen und Jetpacks. Letztere sind den Strogg vorbehalten, die so ohne große Mühe und viel Drumherum große Distanzen überwinden und bei Bedarf sofort das Feuer aus luftiger Höhe eröffnen. Balancemäßig haben im Allgemeinen allerdings die Menschen die Nase vorne, da sowohl ihre Infanterie-Waffen als auch Fahrzeuge durchschlagskräfiger, als die entsprechenden Strogg-Pendants sind - obwohl sich auch dort Höllenmaschinen à la Mechwarrior finden. Hier wird der Ruf nach einem Patch laut, der die Unterschiede ausbügelt Wirklich Spielspaßbeeinträchtigend ist der Balanceunterschied aber nicht.
Grafik = Doom 3
Aber Moment mal, irgendwas ist hier doch vergessen worden - Story, Einheiten, Missionen, Fahrzeuge, natürlich ... der Multiplayermodus. Auch wenn die Bots nicht zu den dümmsten zählen, am meisten Spaß macht das Spielen gegen menschliche Kontrahenten. Und gegen die darf man in Quake Wars in insgesamt drei sich selbsterklärenden Modi antreten: Kampagne, Ziel und Stoppuhr. Auf eine Karte passen entweder im LAN oder Internet 32 Spieler. Wesentlich komfortabler als z.B. bei Battlefield 2 gestaltet sich bei Quake Wars der Serverbrowser. Übersichtlich, schnell und intuitiv mit allen wichtigen Funktionen. So muss das aussehen! Apropos Aussehen: dass die Doom 3-Engine stimmige Innenareale in Szene setzten kann, ist wohl jedem bekannt. Mit Quake Wars zeigt die Gruselshooter-Engine allerdings, was sie in Sachen Außenareale fertig bringt. Mit Hilfe der sogenannten Megatexturetechnologie zaubert das Grafik-Grundgerüst aus dem Hause id Software bemerkenswert weitläufige Areale auf den Bildschirm und das auch noch vergleichsweise knackig scharf und detailliert. Eine ganze Karte besteht im Prinzip aus einer riesigen Textur, in die Höhen- und Tiefeninformationen eingearbeitet sind. Im Zusammenspiel mit Bumpmapping und stimmigen Shadereffekten entsteht so ein zwar sehenswerte, jedoch auch teils detailarme Landschaft. Wer will, der darf sich zum Verkaufsstart von Quake Wars auch die limitierte Collectors Edition besorgen. Neben einer schöneren Verpackung enthält sie eine Bonus-DVD mit einem Making-of-Special und diversen Klingeltönen.
Enemy Territory: Quake Wars im Test.
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