EVE Online

Review
Plattform
PC
Vertrieb
CCP
Entwickler
CCP
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
12
EVE Online [PC , looki.de]

Gesamtwertung

81%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

EVE Online

Als Albert Einstein den Satz „Die wichtigste Erkenntnis meines Lebens ist die, dass wir in einem liebenden Universum leben“ sprach, konnte er nicht wissen, dass dies nicht unbedingt der Fall sein muss. EVE Online versetzt den Spieler in ein Universum der Zukunft, auf das das oben genannte Zitat zutreffen kann, andererseits aber auch nicht. Was genau dahinter steckt, erfahrt Ihr in unserem Review zu CCPs erstem, rein englischsprachigem MMORPG.

Pioniere auf Abwegen

Wir schreiben das Jahr 7700 nach Christus. Seit nun mehr als 4000 Jahren kolonisieren die Menschen schon ihre Heimatgalaxie. Eines Tages wird ein natürliches Wurmloch entdeckt, dass in einen unbekannten Teil des Universums, kurzerhand EVE getauft, führt. Und genau hier nimmt das Schicksal seinen Lauf. Von Neugier gepackt, machten sich die schlauen Köpfe der Erde an die Arbeit, ein Portal zu schaffen, das jederzeit Reisen zwischen der Heimatgalaxie und EVE ermöglichen soll. Noch bevor sich das Wurmloch schloss war das geschaffene Portal einsatzbereit und mehrere Pioniere bauten ihre Existenz im neuen Gebiet auf. Aber die menschliche Neugier wurde bestraft: das Portal wurde durch ein nicht geklärtes Phänomen zerstört und die Pioniere waren von der Erde abgeschnitten. Nach und nach bildeten sich in EVE unterschiedliche Fraktionen, jede mit eigenen Besonderheiten und Raumschiffen.

Das ist die Hintergrundgeschichte, in der sich der Spieler später mehrere Tage, Wochen oder Monate bewegen und mit seiner Umwelt interagieren kann. Anfangs muss jeder Spieler einen eigenen Charakter schaffen. Dabei sind mehrere Optionen wählbar, da es nicht nur unterschiedliche Rassen gibt, sondern diese auch noch mal in diverse Klassen eingeteilt werden.

Wie man dabei vorgeht, bleibt jedem selbst überlassen. Allerdings ist es für den späteren Spielverlauf von größter Bedeutung, was so alles ausgewählt wird, da die unterschiedlichen Kasten alle über spezielle Eigenschaften und Skills (=Fähigkeiten) verfügen. Anfänger sollten sich schon zu Beginn des Spiels im Klaren darüber sein, dass der erste Charakter vielleicht nicht perfekt ist und ein zweiter Charakter erstellt werden muss. Insgesamt stehen einem drei Charakter-Slots zur Verfügung, die jedoch nicht gleichzeitg zum Einsatz kommen können.

Hinter den Kulissen von EVE

In London steht er: der EVE Server. Anders als bei der Konkurrenz, werden bei diesem MMORPG weltweit alle Spieler auf einen einzigen Server gepackt. Mehrere Proxy-Server, die rund um den Globus verteilt sind, sorgen für gute Pings (entsprechende Internet-Anbindung vorausgesetzt). Laut Aussagen der Hersteller können maximal bis zu 100.000 User zeitgleich online spielen.

Dies ist bislang jedoch Wunschdenken. Mehr als 5000 Spieler wird man noch nicht zeitgleich online anfinden. Jeden Tag geht der Server von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr für Wartungsarbeiten offline. Wäre eine perfekte Zeit, ist jedoch auf Island bezogen, da dort das Spiel entwickelt wurde. Für deutsche Spieler heißt das also, dass von 13.00 Uhr an der Server für eine Stunde nicht erreichbar ist. Ärgerlich für Schüler, die nach Schulende direkt an ihre Rechner stürmen, um ihren Charakter weiter zu verbessern. Aber warum überhaupt der Aufwand mit der Downtime? Nun, nach 24 Stunden Belastung häuft sich viel Datenmüll an. Dieser muss entfernt werden, damit auch weiterhin ein guter Ping gewährleistet ist. Zudem werden Rohstoffe wiederhergestellt, die im Verlaufe des Tages abgebaut wurden. Dazu aber später mehr!

Die unendlichen Weiten des Universums

Die Spielwelt in EVE ist gigantisch. In 5000 Systemen können sich die Spieler herumtummeln. Raumschiffe, in denen sich jeder Spieler befinden wird, können zwischen diesen Systemen hin- und herreisen.

Dabei legten die Designer größte Sorgfalt auf die Gestaltung der unterschiedlichen Systeme, indem beispielsweise die Farben oder Planetenanordnung unterschiedlich sind. Die Strecken, die dabei zurückgelegt werden müssen, sind allerdings kein Klacks. Deshalb verfügt jedes Raumschiff über einen Warp-Antrieb, der mehrfache Lichtgeschwindigkeit erreicht. Um von einem System ins nächste zu kommen, muss man so genannte Stargates nutzen. Der Ablauf ist also wie folgt:

Der Spieler startet mit seinem Raumschiff von einer Station aus, warpt damit zum nächsten Stargate und springt ins nächste System, wo er sich wiederum das nächste Stargate aussuchen kann. Um in einem System zu einem Stargate zu gelangen, wird ca. eine Minute benötigt. Klingt zwar nicht viel, allerdings summiert sich das ganze nach einigen Systemen. Für alle 5000 Systeme wären somit schon einmal mehrere Tage Flugzeit nötig! Dadurch ergeben sich lästige, unfreiwillige Pausen, in denen der PC für einen fliegt, selber jedoch nicht aktiv werden kann.

Wichtig für jeden Spieler ist die Tatsache, dass die Systeme eigene Sicherheitsstufen haben.

Die höchste Stufe ist 1.0, die niedrigste 0.0. Der Unterschied dabei ist, dass in sicheren Systemen die Polizei für Ordnung sorgt und Piraten einen dort nicht angreifen können, ohne selber zerstört zu werden. Ab Systemen von 0.5 oder niedriger kann die Polizei nicht mehr für Ordnung sorgen, wodurch Anfänger leicht zur Beute für Piraten werden könnten. Dadurch wurde ein perfekter Schutz für Anfänger geschaffen, mit dessen Hilfe sich ein Anfänger in aller Ruhe in das Spiel einarbeiten kann.

Er kam, sah und ging unter

Zugegeben, bislang haben wir uns nur mit der grauen Theorie des Spiels auseinandergesetzt, was sich hiermit aber nun ändern wird. Sobald der erste Charakter fertig ist, steht dem Sprung ins eigene Raumschiff-Cockpit nichts mehr im Wege. Das erste, was ein Neuling sehen wird, ist ein kurze Tutorial, das den Spieler in die grundlegendsten Schiffsfunktionen einweisen soll. Ist das Tutorial erst einmal abgeschlossen, kann sich der Spieler nun um das Geldverdienen kümmern. Nur wie? Grundsätzlich stehen ihm am Anfang zwei Methoden zur Verfügung:

-Missionen

Jeder Spieler bekommt einen Agenten zugewiesen. Dieser erteilt einem Missionen. Zu Beginn sind dies noch leichtere Missionen, später aber zieht der Schwierigkeitsgrad deutlich an, womit Anfänger mit ihrem Standard-Schiff nicht klar werden dürften.

-Minen

Die häufigste Methode, die gewählt wird, ist das Minen. Jedes Anfängerschiff ist mit einem Laser ausgestattet, mit dessen Hilfe Erz aus Asteroiden gewonnen werden kann. Insgesamt gibt es ungefähr ein Dutzend an unterschiedlichen Erz-Sorten. Dabei gilt jedoch: die selteneren und damit wertvolleren Erze gibt es in weit abgelegenen Systemen, in denen eine niedrige Sicherheitsstufe vorliegt. Anfänger sollten sich somit erstmal auf die sicheren Systeme beschränken.

Sobald der Laderaum voll mit Erz ist, ist das Ansteuern der nächsten Station nötig. Dort kann das Erz entweder verkauft oder vorher in Mineralien umgewandelt werden, die auf dem Markt mehr Geld bringen

Die Missionen an sich sind meistens abwechslungsreich, was man vom Minen nicht behaupten kann. Zuerst ist ein Flug zu einem der vielen im Spiel enthaltenen Asteroidengürtel von Nöten, wo sich der Spieler einen schönen Asteroiden aussuchen und aus diesem das Erz gewinnen muss. Eine recht eintönige Arbeit mit wenig Spielraum für Anfänger.

Für fortgeschrittene Spieler gibt es noch weitere Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Entweder jagen sie Piraten, die sich in Asteroidengürteln der unsicheren Systeme verstecken (ab Systemen mit Level 0.8 und abwärts) oder sie erledigen kleine Lieferaufträge, für die eine gewisse Laderaumfläche notwendig ist, über die Anfängerschiffe nicht verfügen. Besonders das Piraten-Jagen wird später, ein eigenes besseres Schiff mit entsprechender Ausrüstung vorausgesetzt, zur Geldquelle Nr.1. Auf jeden Piraten ist ein Kopfgeld ausgesetzt, das von den Qualitäten der Piraten (Schiff, Waffen…) abhängig ist. Piraten, die mehr Geld bringen, verstecken sich in den unsicheren Systemen, haben gute Schiffe und treten meistens in Gruppen auf.

Skills und Eigenschaften

Fast jeder Gegenstand, der in EVE erhältlich ist, ist von den Skills des Spielers abhängig. Was jedoch, wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden? Wie bereits erwähnt, kann man zu Beginn schon einzelne Skills auswählen. Diese können jederzeit trainiert werden, was levelabhängig entweder Stunden oder auch Tage dauern kann! Falls der Spieler einen Skill für einen bestimmten Gegenstand aber nicht schon bereits hat, muss dieser Skill erst einmal auf einer Station in Form eines Buches erwerbt werden. Die Preise der einzelnen Skills schwanken dabei zwischen ein paar Tausend und mehreren Millionen ISK, der offziellen Währung im Spiel.

Leider wird der Skill-Gebrauch nicht ausreichend zu Spielbeginn erklärt. Deshalb kann es bei manchen Spielern vorkommen, dass sie bereits vorhandene Skills kaufen, obwohl sie diese jedoch nicht gebrauchen können. Zwar können schon Waffen, Schiffe etc. verkauft werden, Skills jedoch zum Test-Zeitpunkt noch nicht.

Ein anderer Weg des Trainierens ist die aktive Anwendung, durch die ein Skill ausgeprägt wird. Beispielsweise steigen die Fähigkeiten im Bereich ‚Gunnery’ auch durch das Beschießen feindlicher Schiffe.Und falls vier Tage Trainingszeit eines Skills zu viel für einen sind, kann das Training jederzeit abgebrochen werden, um es danach vom letzten Trainingsstand weiterzuführen.

Kampf den bösen Buben

In EVE gibt es verschiedene Karrieremöglichkeiten. Entweder besorgt sich der Spieler ein großes Industrieschiff und sammelt damit Erz oder wird professioneller Piratenjäger.

Die dritte Möglichkeit nun ist, dass sich unser Charakter selber mit der bösen Seite verbündet. Das kann so aussehen, dass er entweder Schmuggler wird, vom PC gesteuerte Konvois angreift und plündert oder aber (und das ist die am meist gehasste Methode) andere Spieler angreift. Wird ein Schiff einmal zerstört, rettet sich unser Charakter automatisch in einer Rettungskapsel, mit der er zur nächsten Station fliegen kann und dort kostenlos ein Anfängerschiff erhält. Allerdings gibt es auch Piraten, die zum „Playerkiller“ werden und auch noch die Kapsel abschießen. Ist der Spieler erst einmal tot, muss entweder ein neuer Charakter erstellt werden oder spielt mit einem Klon weiter, was etwas kompliziert ist, da Klon nicht gleich Klon ist. Jeder Spieler verfügt bereits zu Beginn des Spiels über eine perfekte Kopie von seinem Charakter. Und hier kommt wieder das Skill-System zum Einsatz. Alle bereits trainierten Skills werden zu einer Gesamtpunktezahl zusammengerechnet. Je höher diese Zahl ist, desto besser muss auch der Klon sein. Die Klone entscheiden sich also durch ihre Fähigkeit, ob sie die Skills des Spielers übernehmen können oder nicht.

Auch kann es vorkommen, dass manche Spieler an Stargates auf Spieler lauern und einen Wegzoll verlangen. Wird nicht bezahlt, wird geschossen.

In letzter Zeit hat CCP jedoch gezeigt, dass sie völlige Piraterie nicht dulden. Als vor Kurzem mehrere Piraten eine ganze Region blockierten und somit den Handel extrem störten, sendete der Entwickler mehrere Spezialeinheiten, die kurzen Prozess mit den Spieler-Piraten (siehe Screenshot). Ein positiver Nebeneffekt an der Sache ist, dass meistens ein sehr hohes Kopfgeld auf Playerkiller ausgesetzt ist. Die Belohnung ging in diesem Falls zwar nur an die Entwickler, wer aber auf eigene Faust Playerkiller jagen will, kann dies gerne tun.

Und falls jemand zu viel Angst vor Playerkillern hat, kann er in von Spielern gegründeten Corporations eintreten, in denen sich die Mitglieder gegenseitig beschützen und vielleicht auch mal Geld für ein neues Schiff spendieren.

Die Rolle der Stationen

Einen wichtigen Teil des Spieles haben die Stationen inne. Sie bilden den größten Absatzmarkt an Waren, sind gleichzeitig Raffinerien, in denen Erze zu Mineralien umgewandelt werden können, verfügen über eine eigene Werkstatt und bieten einem aber auch die Möglichkeit, seine eigene Fabrik zu mieten. Was bedeutet das nun schon wieder für das Spiel? Ein weiterer Gegenstand auf dem Markt sind die ‚Blueprints’. Sie ermöglichen Spielern mit Fabrik, Produkte herzustellen. Will ein erfolgreicher und reicher Charakter zum Beispiel ein Schiff produzieren, mietet er sich zuerst eine Fabrik, kauft sich danach einen Blueprint für mehrere Millionen ISK und baut danach Schiffe, indem er die notwendigen Mineralien dafür sammelt und einsetzt.

Das bringt sowohl Käufer, als auch Verkäufer etwas. Kann ein Spieler einen bestimmten Schiffstyp bauen, sammelt er genug Erz und wandelt diese in Mineralien um. Würde er diese nun verkaufen, würde er weniger Gewinn machen, als wenn er daraus ein Schiff bastelt und dieses für einen weitaus höheren Preis verkauft, der allerdings unter dem offiziellen Marktpreis liegt.

Wer nicht groß in das Produktions-Geschäft einsteigen will, kann auf manchen Stationen auch ein Labor mieten, um dort nach Lust und Laune besser Waffensysteme, Panzerungen etc. zu erforschen. Alles in allem sind die Stationen der Treffpunkt schlechthin. Der gigantische und immer aktive Markt des Spiels sollte öfters einmal besucht und miteinander verglichen werden. Denn Warenpreise unterscheiden sich von System zu System. Einige Spieler gehen sogar soweit und bezeichnen EVE als „Wirtschafssimulation im All“, womit sie auch teilweise Recht haben. Der kämpferische Part nimmt im Vergleich zum Handel nur einen Bruchteil des Spiels ein. Wer sich davor scheut, Handel zu betreiben, wird es in EVE nicht weit bringen.

Krieg der Spieler

Kommt es einmal zum Kampf zwischen zwei Spielern sind nicht nur das Schiff und seine Bewaffnung von entscheidender Rolle. Ein Schiff kann nur so gut sein, wie es die Skills des Spielers sind und Waffen können nur so gut sein, wie es die Munition ist. Im Klartext: eine Reihe an Skills spielt eine entscheidende Rolle darüber, wie schnell, wendig oder gut gepanzert ein Schiff ist. Ebenso gibt es verschiedene Munitionstypen für die Waffen, die unterschiedliche Durchschlagskraft oder Reichweite haben.Ein Kampf an sich ist meistens mit vielen Mausklicks verbunden.

Hat ein Spieler Waffen, die den meisten Schaden auf Entfernung erzielen, wird er versuchen, weit weg vom Gegner zu bleiben. Andersrum beim Gegner, dessen Waffen bei kurzen Distanzen effektiv arbeiten. Ein Wettfliegen um die beste Position ist die Folge. Dies kann sich besonders beim Aufeinandertreffen zweier starker Spieler als nervtötend erweisen, da der Kampf somit unter Umständen sehr lange dauern könnte.Bei Gefechten kann der Spieler auf drei Waffengruppen zurückgreifen: Auf Raketen, Projektil- oder Hybridwaffen. Diese werden wiederum in die Kategorien ‚klein’ , ‚mittel’ und ‚groß’ eingeteilt, was die Durchschlagskraft und Reichweite der Waffen unterscheidet. Nach getaner Arbeit, sprich: sobald das gegnerische Schiff zerstört wurde, treibt ein Container der Gegners im Weltall rum, in dem sich Waffen, Munition etc. befinden, also das, was so an Bord geladen war. Die Fundstücke können je nach Belieben selber verwendet, verkauft oder in Mineralien umwandelt werden. Mit ein bisschen Glück, befinden sich ab und zu vielleicht sogar besondere Prototypen von Waffen in zerstörten Piraten-Schiffen.

Fazit

EVE ist eins der Spiele, an dem sich die Geister scheiden werden. Auf der einen Seite glänzt das Spiel mit einer unglaublichen Komplexität, andererseits ist etwas Durchhaltewillen vorausgesetzt, um die leicht langweilige Anfangsphase zu überstehen. Aber wer die erst einmal überwunden hat, dem verspreche ich ein grandioses Spielerlebnis.

EVE Online [PC , looki.de]

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