Fantasy Wars

Review
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
1C
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Fantasy Wars [PC , looki.de]

Gesamtwertung

70%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Fantasy Wars

Seit einigen Jahren liefert der Kampf zwischen Orks, Menschen und Elfen immer wieder Futter für zahlreiche Strategie- und Rollenspiele. Nicht wenige ziehen dabei bereits Parallelen zum aufgebrauchten WWII-Szenario, wirkt doch auch das Fantasygenre in letzter Zeit geradezu innovationslos und abwechslungsarm. Immerhin konnte man mit der Erweiterung zu Heroes Of Might And Magic 5 zuletzt einige Glanzpunkte im genannten Genre setzen und damit zahlreiche Spieler positiv überraschen. Die Richtung war also klar und unmissverständlich vorgegeben, lediglich die kommenden Titel mussten diesem Beispiel folgen. Wir hatten die Möglichkeit mit Fantasy Wars einen dieser besagten Titel zu testen und haben festgestellt, dass die Entwickler zwar klar von Vorbild inspiriert wurden, aber dennoch auf ein bereits vergessenes Konzept zurückgegriffen haben. Ob dies glückte, klärt unser Review.

Angestaubte Storyline

Dass der altbekannte Wettstreit zwischen Orks und Menschen nicht zwangsläufig einen schwachen Rahmen für eine Hintergrundgeschichte bieten muss, bewiesen bereits Titel wie WarCraft III oder HoMMV.

Negativbeispiele, die es nicht schaffen der müden Orkmetzelei Leben einzuhauchen, gibt es dennoch immer wieder; auch Fantasy Wars gehört wohl oder übel zu dieser Kategorie Spiele.

So hat der Spieler zu Beginn die Wahl in die Rolle der Orks oder Menschen zu schlüpfen und mit diesen eine komplette Kampagne abzuschließen; Elfen hingegen, werden erst im späteren Verlauf des Spiels freigeschalten.

Dabei kommen die Hintergrundgeschichten der drei Kampagnen äußerst abwechslungsarm und innovationslos daher und bieten praktisch keinerlei überraschende Wendungen oder andere belebende Aspekte. Im Gegenteil, beschränkt man sich doch lediglich darauf ein Feindbild zu schaffen, welches bekämpft und aus den eigenen Ländereien vertrieben werden muss.

Unglaubwürdige und in vielerlei Hinsicht austauschbare Charaktere und zahlreiche, oft unnötige Konversationen versetzen den Spieler weiterhin in Tiefschlaf und tragen ihren Teil zur 08/15-Geschichte bei. Einziger Nutzen der Storyline bleibt somit die Verbindung der einzelnen Missionen miteinander.

Auch während den Missionen wird nur bedingt Abwechslung geboten. Die wenigen Nebenmissionen beschränken sich zum Großteil darauf, eine bestimmte gegnerische Einheit zu töten oder ein Dorf einzunehmen, wohingegen die Hauptmissionen klar auf die Eroberung einer Stadt abzielen. Dass der eigene Held dabei überleben muss ist als Siegbedingung aus vielen anderen Titeln bekannt und stellt somit ebenfalls keine Neuerung dar.

Mein Feld, das hat sechs Ecken….

Besonderen Tiefgang entwickelt der Titel erst in Hinblick auf die Spieldynamik. So griff man auf das Hexfeld zurück, welches in einigen Klassikern bereits ein taktisch anspruchsvolles Gameplay bot. Im Vergleich zu anderen aktuellen Strategietiteln wird das Spielfeld hier in sechseckige Kästchen unterteilt und die Einheiten dementsprechend aufgestellt und bewegt. Eine Armee belegt dabei, egal wie groß sie ist, lediglich ein Feld.

Indes fallen Städtebau, Kasernen oder Verteidigungsgebäude komplett weg, wodurch der Fokus klar auf dem geschickten Positionieren der eigenen Mannen und dem optimalen Einsatz ihrer Fähigkeiten liegt.

Letztere sind je nach Art der Einheit unterschiedlich. Sollte eine Armee weiterhin wider Erwarten im Gefecht fallen, so gibt es die Möglichkeit einen Nachschub an Einheiten zu ordern, der jedoch vom verfügbaren Gold, welches einmalig durch die Eroberung von Dörfern und Städten verdient wird, und der maximalen Anzahl an Einheiten, die der Spieler zu kontrollieren vermag, abhängig ist. Somit ist es nicht möglich eine riesige Armee aufzustellen und dann das gegnerische Dorf zu stürmen; vielmehr müssen die vorhandenen Ressourcen geschickt um- und eingesetzt werden, was ein hohes Maß an taktischem Geschick vom Spieler verlangt.

Taktisch ebenfalls von großer Bedeutung sind die verschiedenen Geländearten, die ganze Kämpfe entscheiden können.

So ist man im Wasser zum Beispiel dem Gegner hilflos ausgeliefert, während ein dichter Wald mehr Schutz vor Angriffen bietet.

Selbstverständlich gibt es auch Einheiten, die in Gewässer besser kämpfen als auf Land und umgekehrt. Dies hängt dabei in erster Linie von den individuellen Fähigkeiten der über 60 nutzbaren Einheiten ab; zumindest bietet man mit Infanterie, schwerer Infanterie, Bogenschützen, Katapulten und anderen Belagerungswaffen und Helden auch ein reichhaltiges Spektrum an Einheitenarten. Schade hingegen, dass der Magie in einem solchen Fantasytitel zu wenig Beachtung geschenkt wurde, sodass Zauber bis auf kleinere Heil- und Angriffszauber zur Nebensache verkommen.

Solide KI und guter Multiplayer

Positiv ist ebenfalls zu erwähnen, dass die KI insgesamt gesehen außerordentlich intelligent und überlegt agiert. So werden eigene Schlüsselfiguren häufiger vom Computer angegriffen, oder Stützpunkte besser verteidigt, sobald sich der Spieler mit einer Armee nähert. Zugegeben gibt es auch in diesem Bereich einige wenige Aussetzer, die jedoch in Anbetracht einer überaus gelungenen Schwierigkeitskurve nicht wirklich störend auffallen. Falls doch, so kann man auf den Multiplayermodus zurückgreifen, der neben einem Hotseatmodus, bei welchem vier Spieler an einem PC gegeneinander antreten, einen LAN und Onlinemodus bietet. Gerade in diesen Gefechten kommen dann auch die Balance der Völker in ihren Fähigkeiten und die Eigenschaften der verschiedenen Terrains gut zur Geltung.

Rundenstrategie auf unterorkischem Niveau

Während das Spielsystem gut ausbalanciert und ausgereift wirkt, hinken Grafik und Sound diesem weit hinterher und müssen sich auch dem direkten Konkurrenten aus dem Hause Ubisoft um Längen geschlagen geben. Einfach gehaltene Texturen, müdes Einheitendesign, schlechte Effekte, schlichte und detailarme Charaktergestaltung sowie schwache Zwischensequenzen prägen die Präsentation in Fantasy Wars und gehen mit der schwachen Story einher. Immerhin wirkt die Grafik stets zweckmäßig und wartet mit einigen guten Kamerafahrten sowie gelungenen Kampfdarstellungen auf; mehr Positives lässt sich aber nicht erkennen.

Weitestgehend gelungen ist indes die Synchronisation der Charaktere. So ist zumindest die ein oder andere bekannte Stimme zu hören, auch wenn es dieser nicht gelingt die Story zu beleben. Schwach hingegen die Hintergrundmusik sowie die Soundeffekte bei Kampf und Bewegung der Einheiten. Auch hier gibt es Luft nach oben.

In Sachen Steuerung erweist sich der Titel als äußerst handlich und einsteigerfreundlich. Die Kamera ist stets gut positioniert und die Einheiten lassen sich mit wenigen Klicks aufstellen und geben bei Angriff eine Statistik über mögliche Verluste an. Einziger Wehrmutstropfen sind die unübersichtlichen Menüs, in denen sich Anfänger kaum zurechtfinden. Auch Profis bedürfen einiger Eingewöhnungszeit.

Fazit

Mit Fantasy Wars liefern die Entwickler von 1C Company ein durchaus ansehnliches und unterhaltsames Rundenstrategiespiel für die kalten Wintermonate. Der Griff zum alten Hex-Konzept wirkt dabei in keinster Weise wie ein Rückschritt in alte Panzer General-Tage, sondern bringt vielmehr frischen Wind in das alteingesessene Strategiekonzept. Weniger können hingegen die schwache Hintergrundgeschichte und die unglaubwürdigen Charaktere überzeugen, die dem Titel jedweden Funken Atmosphäre nehmen. Übrig bleibt eine 08/15 Storyline, welche mit unspektakulären Zwischensequenzen weitergeführt wird. Angesichts des Potentials, der starken KI und dem Umfang sicherlich ärgerlich. Grafisch und soundtechnisch kann man sich darüber hinaus nicht mit dem großen Konkurrenten messen, macht aber auch hier eine ansehnliche Figur.

Fantasy Wars [PC , looki.de]

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