F.E.A.R.: Mission Perseus

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Vivendi
Entwickler
Timegate Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
F.E.A.R.: Mission Perseus [PC , looki.de]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

F.E.A.R.: Mission Perseus

Schlecht beleuchtete Gänge, rekordverdächtige Mengen des roten Lebenssaftes, bewaffnete Klonsöldner und ein kleines, schwarzhaariges Mädchen: Wie das eindrucksvoll zusammenpasst, zeigte der Ego-Shooter F.E.A.R. vor knapp zwei Jahren. In jenem Vertreter der Sparte “Action + Grusel = todsicheres Konzept” führte es Euch als ein Mitglied der titelgebenden Einsatztruppe durch den Albtraum Eures Lebens – am Ende blieb eine gekonnt offen gehaltene Endsequenz, die wohl jedem Zocker im Gedächtnis bleiben wird. Eben dieser Cliffhanger wurde ca. ein Jahr später im Addon Extraction Point aufgegriffen, das wiederum mit einem furiosen Ende abschloss, dass wieder mal einige Fragen unbeantwortet ließ.

Mach sie einfach alle fertig! Das wird schon...

Apropos aufgegriffen: Extraction Point bot nur wenig Neues und enttäuschte mit den gleichen abwechslungsarmen Szenerien und Gegnern, die schon im Original Anlass zur Kritik gaben. Dennoch war es den guten Schockern zu verdanken, dass letztendlich ein vernünftiges Expansion Pack herauskam. Switchen wir ein Jahr weiter, befinden wir uns in der Gegenwart und dürfen uns nun am zweiten Addon – läuft übrigens ohne Hauptprogramm - Mission Perseus erfreuen.

Die Story: Nachdem der Einsatz des ersten F.E.A.R.-Teams scheinbar fehlschlug, schlüpft der Spieler hier in die Rolle des Mitglieds eines zweiten Squads, dass die mysteriösen Umstände des Scheiterns feststellen und Most Wanted-Psycho Paxton Fettel eliminieren soll.

Eigentlich eine einfache Sache, wenn da nicht unzählige Replika-Soldaten, Fettel selbst, Horror-Girlie Alma sowie eine neu hinzugekommene gegnerische Fraktion, die Nightcrawler wären. Am Anfang überwiegt die Enttäuschung: Hatte man F.E.A.R. bisher noch als optische Wucht in Erinnerung, verblasst das im Gedächtnis gebliebene technische Gerüst in den ersten Spielminuten, in dem wir uns nach einem geglückten Fallschirmmanöver auf einem Schrottplatz und wenig später in der Kanalisation wiederfinden. Zwar werden uns hier ausnahmsweise einmal neue Szenerien präsentiert, doch insgesamt wirkt das Gezeigte schon etwas veraltet.

Doch Schwamm drüber, schließlich wollen wir uns auch ein bisschen gruseln. Also abwarten, warten und nochmals warten.

Alma lässt sich eine unberuhigende Zeit lang gar nicht blicken, im ersten Drittel dominiert die Action. Zu Gute halten muss man, dass eben jene Action nach wie vor äußerst cool aussieht und die Feinde nach wie vor recht intelligent auf unsere Vorgehensweise reagieren. Nur selten stürmen die Replika-Ausgeburten direkt auf uns zu. Vielmehr wird oft versucht, uns über einen Flankenangriff den Tod zu bringen. Die Gefechte sind in der deutschen Version natürlich etwas blutleerer und komplett frei von Gore-Effekten. Der guten Atmosphäre tut das jedoch keinen Abbruch. Haben wir das etwas lahme erste Drittel überwunden, kehrt bald wieder das typische F.E.A.R.-Flair ein:

Albtraumhafte und oft meist nichtssagende Visionen voller Blut und Leichen, mysteriösen Phrasen und antwortbedürftigen Bildern.

Wer hat Angst vor der kleinen Göre?

Dann taucht auch endlich wieder das kleine Mädchen im roten Kleid auf und lehrt uns das Fürchten. Und hier muss man sich dann schon eingestehen, dass die Schockeffekte zum Teil sogar besser sind als im ohnehin schon packenden Hauptprogramm, obwohl die Zutaten wie lange, blutunterlaufene Gänge, übel zugerichtete Wesen und Zeitlupeneinsatz hinlänglich bekannt sind. In eben solchen Momenten kann Mission Perseus wieder richtig auftrumpfen.

Zudem bietet es mehr neue, wenn auch nicht genügend, Features als Extraction Point. Stichwort Waffen: Das Arsenal an Todbringern wurde um eine Art Lightning Gun, ein sogenanntes VES-Gewehr sowie dem explosiven Granatwerfer bereichert, wobei allesamt vor allem sehr nützlich gegen die neu hinzugestoßenen Nightcrawler, eine bestens ausgerüstete und extrem flink agierende Spezialeinheit, sind.

Ansonsten sind natürlich alle Waffen – MP, Shotgun, Raketenwerfer, Plasmagun etc. - und Feinde des Originals sowie die des ersten Addons auch in Mission Perseus wieder mit von der Partie. Zumindest solange, bis Ihr nach sechs Stunden Spielzeit, vielen erledigten ATC-Söldnern, Replika-Soldaten und Kampfrobotern sowie dem öden Endkampf gegen den Anführer der Nightcrawler die derbe enttäuschende Endsequenz “bestaunen” dürft.

Also mal ganz ehrlich: Die Enden vom F.E.A.R. und Extraction Point waren um Längen besser! Wer dachte, das wäre es dann gewesen hat...bedingt Recht. Nur einzelne, nicht gerade oscarverdächtige Bonus-Missionen stehen dann noch zur Auswahl, ansonsten war es das dann wirklich schon.

Fairerweise sollte man aber noch erwähnen, dass das letzte Drittel von Mission Perseus das beste der gesamten Reihe ist. Positiv fiel uns hierbei vor allem die absolut gelungene, hektische und mit Japano-Elementen gespickte Musik auf, die vor allem dann richtig zur Geltung kommt, wenn man kauernd mit dem letzten bisschen Health in einer Ecke sitzt und die berühmte “unbekannte Frequenz” erhält, die das baldige Auftauchen Almas prophezeit – Zittern garantiert!

Fazit

Als F.E.A.R. Ende 2005 erschien, war ich hin und weg: Solch eine fantastische Optik, spannende Gefechte und tollen Schocker habe ich vorher nirgends auf dem Bildschirm erleben dürfen. Zwei Jahre später bin ich hingegen hin- und hergerissen: Die Technik ist zweifelsfrei nicht mehr die neueste, zaubert aber dennoch einige bemerkenswerte Effekte auf den Screen, das Gameplay blieb jedoch haargenau das Gleiche. Auch wenn man sich sichtlich Mühe gegeben hat, nicht wie zuvor nur einen Büroraum an den anderen zu reihen und zudem drei neue Waffen implementiert hat, kränkelt Mission Perseus sowohl optisch als auch spielerisch an fehlenden Neuerungen. Wirklich übel ist aber das enttäuschende Ende, da wäre ich am Liebsten in die Luft gegangen. Im Endeffekt ist es schade, was im Laufe der zwei Jahre aus dem einstmals grandiosen F.E.A.R. geworden ist. Für beinharte Action-Fans ist es aber dennoch einen Blick wert, zudem steht uns ja hoffentlich bald der Nachfolger ins Haus. Drücken wir die Daumen!

F.E.A.R.: Mission Perseus [PC , looki.de]

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