FILA World Tour Tennis

Review
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
Hokus Pokus
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
FILA World Tour Tennis [PC , looki.de]

Gesamtwertung

52%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Mangelhaft

Bedienung

Befriedigend

FILA World Tour Tennis

Die goldenen Jahre des deutschen Tennis Sports sind nun leider schon einige Zeit vorbei. Die derzeitigen Hoffnungsträger sorgen mehr neben, als auf dem Platz für Aufsehen. In FILA World Tour Tennis spielt all das keine Rolle, denn Du bist völlig auf dich allein gestellt. Ihr wolltet schon immer zu den Großen des Tennis gehören? Vielleicht ist dieser Titel dann genau das Richtige für euch. Die Antwort liegt nur einen Klick entfernt.

Die Grundfrage: Gut oder Schlecht?

Grundsätzlich gibt es zu Beginn zwei verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Entweder fällt die Entscheidung auf ein Einzelturnier/Einzelspiel oder es wird direkt das Wagnis Karriere angesteuert. Im ersten Fall lassen sich wahlweise die Anzahl der Runden, der Austragungsort, der Schwierigkeitsgrad und der eigene Spieler verändern. Jedem Neueinsteiger sei empfohlen, sich erst einmal mit Hilfe dieser Turniere warm zu spielen.

Ansonsten kann die Karriere schneller zu Ende sein, als einem lieb ist. Sind die Finger genügend trainiert, darf beruhigt der Karrieremodus angegangen werden. Zum Start steht die Wahl der Spielfigur und seiner Ausrüstung auf dem Programm. Spätestens an diesem Punkt fühlt sich der geneigte Spieler genötigt an den Titel dieses PC Spiels zu denken, „FILA World Tour Tennis“.

Demnach stammen alle Spielernamen bloß aus den Köpfen der Entwickler, die verschiedenen Hemden- und Hosen sind allerdings ungewöhnlich modisch entworfen. Der erste Blick nach der Spielerauswahl fällt direkt auf die Weltrangliste, Platz 100.

Dagegen muss schleunigst etwas unternommen werden. Mögliche Geldquellen im Karrieremodus sind Schaukämpfe und größere Turniere, welche beide im Einzel-, sowie auch im Doppelspiel ausgetragen werden können. Ein Doppelpartner kostet natürlich auch eine kleine Stange Geld, weshalb es gerade zu Beginn mit einer knapp gefüllten Kasse eher ratsam ist, sich auf sein eigenes Spiel zu verlassen. Die Fähigkeiten des künftigen Tennis-Stars lassen sich ebenfalls im Karriere Menü einsehen.

In den vier Kategorien Stärke, Geschwindigkeit, Ausdauer und Genauigkeit werden alle Spieler der Rangliste unterschieden. Erscheinen die Fähigkeiten in dem einen oder anderen Punkt noch nicht ausreichend, gibt es zwei einfache Möglichkeiten diese schnell zu verbessern. Entweder fällt die Entscheidung auf eine neue, bessere Ausrüstung oder auf die schweißtreibendere Variante, Training. Die zweite Version hat den Vorteil, dass es auch etwas Spaß macht sich neue Punkte zu verdienen, die sich allerdings kaum fühlbar auf das Spiel unseres Reckens auswirken.

Außerdem nagen schon 2-3 Minuten Training einiges vom Konto ab und genau in diesem Punkt ist Vorsicht das höchste Gebot. Werden dem Tennisspieler zu viele Trainingseinheiten gegönnt, ist die Kasse bald so leer, dass das Restgeld nicht einmal mehr für die Teilnahme an einem Turnier oder Schaukampf genügt, die Karriere ist beendet, auf Platz 100. Dasselbe Problem ergibt sich allerdings auch in dem Fall, dass der Spieler schon in Runde eins eines Turniers sich verabschieden muss. Nur in den seltensten Fällen darf sich hier über eine zweite Chance gefreut werden, aber nach zwei missglückten Karrierestarts, ist die Motivation auch schnell auf dem Nullpunkt angelangt.

Soweit hört sich ja noch fast alles relativ neutral an, ist es aber leider nicht. Nicht nur, dass es äußerst frustrierend ist, nach zwei Trainingseinheiten und einer Niederlage schon nicht mehr genug Geld für ein neues Hemd zu haben, auch die Spiele an sich sind gerade zu Beginn äußerst nervtötend.

Der Hauptgrund hierfür liegt eindeutig in der Steuerung des Spielers. Das Gefühl auch wirklich beeinflussen zu können, ob der gnädige Ball nun rechts in die Ecke oder parallel die Linie entlang gespielt wird, will nicht so richtig aufkommen. Vielmehr erweckt die Steuerung den Anschein, beim Tennisspieler handle es sich um einen ungelenken 2,10 Meter großen Handball Spieler, der lediglich in einem Winkel von maximal 15° die Bälle verteilt bekommt.

Folglich findet ein erfolgreiches Spiel nicht auf der Linie statt. Doch auch eine Flucht nach vorne ans Netz birgt als Neueinsteiger so einige Tücken.

Die Computergegner sind schon in der niedrigsten Schwierigkeitsstufe mit derart göttlichen Reflexen ausgestattet, dass Netz-Netz Duelle in den ersten Partien schwer zu überstehen sind. In der Summe ergeben sich also einige Karriere-Neustarts bis zum ersten Turniersieg.

Hinzu kommt, dass offiziell zwar einige verschiedenen Schlagvarianten existieren, diese sich aber entweder nicht entscheidend vom Standartschlag unterscheiden oder einfach sinnlos sind, da der Gegner jederzeit in jeder Situation darauf perfekt Kontern kann.

Wer jetzt allerdings denkt mit FILA World Tour Tennis eine richtige Herausforderung gefunden zu haben, wird ebenfalls enttäuscht. Denn irgendwann nach ein paar Spielen wird alles ganz einfach. Plötzlich kommt das große Erwachen, der gegnerische Spieler bewegt und schlägt in einer völlig vorhersehbaren Manier. Wer hinter dieses kinderleichte System gekommen ist, wird nur noch selten von überraschenden Schlägen überrumpelt. Selbst in der höchsten Spielstufe, ist ein Turniergewinn ohne einen einzigen Brakeverlust absolut kein Problem mehr.

Die Gegner scheinen einfach nur einen Weg, einen Aufschlag und einen Return zu beherrschen. Im Wesentlichen reichen für den Sprung auf Platz 1 der Weltrangliste zwei verschiedene Schläge und Wege für Aufschlag- und Returnspiel und gute Reflexe am Netz.

Gleichfalls enttäuschend fällt das Resume bei den äußeren Faktoren Grafik und Sound aus. Die Grafik ist veraltet und kann zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise überzeugen. Zwar sind die verschiedenen Plätze im Ansatz abwechslungsreich dargestellt, allerdings fehlen den Spielfeldern und der Umgebung haufenweise kleine Details, die dieser Titel dringend gebraucht hätte.

Auch die interessanten Spielstätten, wie zum Beispiel direkt unter dem Eiffelturm in Paris, bringen nicht den gewünschten Motivationsschub, denn außer im Ladebildschirm und beim Seitenwechsel in einer kurzen, schlechten Sequenz, fällt kein Unterschied zu den anderen Arenen auf. Wiederholungen aus der Vogelperspektive mit Blick auf die historischen Denkmäler, hätten sicher einiges mehr an Atmosphäre herbeigezaubert.

Leider konnten sich die Entwickler aber noch einmal negativ steigern. Die Hintergrundmusik ist die schlechteste, die ich seit langem bei einem PC Spiel ertragen musste. Bei einer derart dröhnenden Untermalung, fällt die Konzentration gleich dreifach schwer. Überzeugen können lediglich die Schiedsrichteransagen, welche mit Rücksicht auf den Spielort mit einem entsprechenden Dialekt ausgestattet worden sind.

Fazit

Das Fazit fällt bei diesem Titel recht eindeutig aus: FILA World Tour Tennis macht einfach keinen Spaß. Zu Beginn stoßen vor allem die schlechte Steuerung und die Karrierefehlschläge bitter auf und nach wenigen Spielstunden dreht sich dies in das andere Extrem um. Der Computergegner ist durchschaut und auch im Elite Modus ist eigentlich alles nur noch eine Frage nach der Höhe des Sieges. Nach wenigen Turnieren ist der erste Platz in der Weltrangliste gesichert, das Ziel ist erreicht und ein Neues ist nicht in Sicht. Bei einer derart schlechten KI ist es gleich doppelt unverständlich, warum die Entwickler der Hokus Pokus Games ihrem Titel nicht wenigstens einen Multiplayer Part spendiert haben.

FILA World Tour Tennis [PC , looki.de]

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