Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungBefriedigend |
Es ist der Traum eines jeden Kindes: Einmal im Leben Feuerwehrmann sein. Dass dieser Beruf auch ganz und gar nicht spaßig sein kann, glauben Kinder nicht immer. Feuerwehrmänner sind die Helden des Tages!, schwirrt es immer wieder durch ihre Köpfe. Und wer Monte Cristos Fire Department gespielt hat, der wird sich in diese Zeit zurückversetzt fühlen, denn dort wird einem nicht nur die Kontrolle über ein paar Feuerwehrmänner überlassen, sondern auch über einen kompletten Feuerwehr-Fuhrpark. Haben wir vor ein paar Tagen schon einen kleinen Teil unseres Reviews online gestellt, könnt ihr nun den kompletten Text samt Wertung lesen.
Wir spielen Feuerwehr!
Wer hat als kleines Kind nicht schon immer mal geträumt, in einem Feuerwehrwagen zu sitzen und eine Katze von einem Baum zu retten? Zwar kann man in Fire Department keine Katzen retten, dafür aber eine Menge Leben. In der Feuerwehrwache 615 scheint dies nämlich Alltag zu sein, denn kaum übernimmt der Spieler die Kontrolle über die Einsätze und über die Feuerwehrmänner, brechen überall Feuer aus. In neun Missionen bekommt es der Spieler mit fast jeder erdenklichen mittelschweren bis schweren Katastrophe zu tun. Sogar ein brennendes Atomkraftwerk darf gelöscht werden. Der Spieler übernimmt in Fire Department die Kontrolle über Feuerwehr -Männer und -Fahrzeuge. Dabei gibt es unterschiedliche Typen von Personen, die sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in ihren Fähigkeiten unterscheiden. So kann zum Beispiel nur der Sanitäter bewusstlose Opfer aufwecken. Generell gilt die Rettung von Opfern als oberste Priorität, doch das ist nicht immer so einfach, wie es sich anhört.
Meist sind die hilflosen Personen vom Feuer eingeschlossen und können nicht nach draußen gelangen. Hier muss sich das Feuerwehrteam erstmal um den Brand kümmern. Fiese Effekte wie explodierende Gasflaschen oder plötzlich auftauchende Sprengsätze erschweren dabei die Bergung, weswegen mehr Taktik gefragt ist, als es am Anfang den Anschein macht.
Stellenweise muss man mehrere Teams bilden und das Feuer von beiden Seiten bekämpfen. Schlamperei wird hier nicht belohnt, denn ein nicht ganz gelöschtes Feuer kann leicht wieder ausbrechen und plötzlich steht dann das gesamte Anwesen wieder in lodernden Flammen. Einige Stellen in den Missionen können am Anfang nicht erreicht werden, da sie zum Beispiel eine Etage höher liegen und die Treppe schon abgebrannt ist. Hier kommt der Höhenretter zum Einsatz, doch leider ist dieser nie am Missionsanfang verfügbar, sondern wird erst in die Mission geschickt, wenn die Feuerwehrwache es für nötig hält.
Dies gilt auch für restliche Verstärkung, wie zum Beispiel die Löschfahrzeuge. Schade, dass man dies nicht selber kontrollieren kann. Wie schon erwähnt darf der Spieler in neun Missionen sein Geschick als taktischer Leiter unter Beweis stellen. Diese neun Missionen haben alle unterschiedliche Szenarien und spielen nie am selben Ort, jedoch immer in der gleichen Stadt. Jede einzelne Mission ist liebevoll designed und kommt mit einer kleinen Ministory daher. So hat zum Beispiel ein fast bankrotter Geschäftsmann ein Feuer in seiner Lagerhalle gelegt, da diese hoch versichert ist.
Das Missionsbriefing zeigt nicht nur die Vorgeschichte, sondern meist auch die Entstehung des Feuers in kleinen Renderfilmchen. Diese sind nicht nur niedlich gemacht sondern fördern auch die Atmosphäre. Die Missionen an sich fangen immer klein an, so muss man oft erst einen kleinen Vorraum löschen, expandieren aber sehr schnell. Bei den in Unterziele eingeteilten Aufträgen ist es so nötig, dass erst der Vorraum gelöscht und dort jedes einzelne Opfer gerettet wird, bevor der Rest freigeschaltet werden kann.
Im späteren Verlauf der Missionen offenbaren sich dem Spieler immer neue und größere Räume, die natürlich auch wesentlich größere Brände beinhalten. An einer Karte kann der Spieler gut zwei Stunden sitzen. Auf wichtige Ereignisse weisen In-Game-Zwischensequenz hin. Dies ist jedoch eher ein Nachteil, denn dabei laufen sowohl Zeit als auch Spiel weiter. Das Steuern der Figuren geht leicht von der Hand. In gewohnter Echtzeit-Strategie-Art werden sie mit einem Links-Klick angewählt und mit einem Rechtsklick irgendwohin geschickt. Sollte der Mauszeiger über ein Feuer oder über eine versperrte Tür gehen, so ändert sich dieser unmittelbar in ein entsprechendes Icon.
Mehr als zwei Maustasten werden für das Spiel also nicht benötigt. Einziger Wermutstropfen ist hierbei die Steuerung der Fahrzeuge, dessen direkte Art eher ein Hindernis ist. Gehen Feuerwehrleute per Mausklick noch eigenständig zum angegebenen Ziel, muss man Fahrzeuge wie den Sanitätswagen mit gedrückter Maustaste bis zum Zielpunkt begleiten.
Da man dadurch verpflichtet ist, die gesamte Fahrtzeit beim Fahrzeug zu bleiben, können Team und Feuer nicht mehr beobachtet werden. Das stört nicht nur den Spielfluss, sondern auch die Planung, da in dieser Zeit neue Feuer ausbrechen könnten, die nicht sofort gesehen werden. In Gebäuden wird die frei schwenk- und zoombare 3D-Grafik zum Steuerungskiller, denn wenn man gerade eine ungünstige Perspektive erwischt hat, kommt man mit dem Mauszeiger nicht mehr an Türen ran, da diese von Wänden versperrt werden. Eine feste Kameraperspektive à la WarCraft 3 wäre hier wohl geschickter gewesen.
Die Spielgrafik von Fire Department präsentiert sich in einer schicken 3D-Engine, wobei die Figuren recht gut modelliert und texturiert sind. Auch die Umgebung wirkt detailliert und schön, lediglich die Fahrzeuge wirken eher wie Revell-Metallmodelle im Verhältnis von 1:18. Sehr beeindruckend dagegen ist die Darstellung der Feuer. Wenn sich rund 50 Flammen um die Mannen in Rot tummeln, wird einem schon vom Zusehen heiß. Doch ein typisches 3D-Problem bleibt: Die Kamera. Immer wieder befindet sie sich in einer ungünstigen Lage und muss umjustiert werden. Dabei wäre eine feste Position doch nicht wirklich eine Beschneidung der Spielerfreiheit, oder? Die Präsentation der Brandlöscher ist in Fire Department seltsam und übertrieben.
Während das Hauptmenü mit pompöser Musik untermalt wird, die eher zu Commandos passen würde, gehören die Texte der Nachbesprechungen eher in den Bereich Propaganda. Feuerwehrmänner scheinen nicht nur das Hauptthema des Spiels, sondern auch der Nabel der Welt zu sein. Ihre Ehre, ihr Stolz, ihr unbändiger Mut macht sie zu besseren Menschen! Jawohl! Hier kann ein leichtes Grinsen schwer unterdrückt werden. Niedlich dagegen ist die Idee, die Feuerwehrwagen und Anzüge aus verschiedenen Ländern einzubauen. So hat man die Wahl, ob man mit der deutschen, amerikanischen, englischen oder der französischen Feuerwehr ausrücken will. Dabei sehen die Fahrzeuge der Franzsosen eher aus wie Eiswagen und wirken nicht so recht wie Feuerlöschwagen.
Fire Department im Test.
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