FlatOut

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Empire Interactive
Entwickler
Bugbear
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
-
FlatOut [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

FlatOut

Nach dem mehr oder weniger erfolgreichen Rally Trophy versuchen sich die Entwickler von Bugbear Entertainment an einem weiteren Rennspiel. Schönere Autos und Strecken, spaßige Spielmodi und Langzeitmotivation, das alles gemischt mit einem ausgefeilten Schadensmodell, so lautet das Rezept. Ob daraus ein gutes Spiel geworden ist, könnt ihr in unserem Test nachlesen.

Ohne Fleiß kein Preis

Am Anfang einer jeden Rennkarriere steht erst einmal die Auswahl eines fahrbaren Untersatzes. Die ersten Wagen, die zu Verfügung stehen sind zwar nicht gerade PS-Monster, für die ersten paar Rennen reichen sie aber allemal. Wem die Standardfarbe des Fahrzeugs beim Kauf nicht gefällt, kann sie je nach Geschmack ändern.

Bevor aber die komplette Palette von 45 Strecken verfügbar ist, müssen diese erst einzeln freigeschaltet werden. Die ersten Rennen absolviert man in der so genannten Bronzeklasse, später geht es weiter in die Silber- und Bronzeklasse. Ab da gibt es neben neuen sehenswürdigen Strecken auch neue Fahrzeuge zu kaufen. Der Spieler kann sich zwischen normalen und Bonusstrecken entscheiden.

Zu den normalen gehören Rennen auf Offroadstrecken oder auf Rennbahnen, in der anderen Klasse ist es unter anderem die Aufgabe des Spielers, bestimmte Sportdisziplinen zu meistern, und zwar mithilfe des Fahrers. Auf einem Parcours beispielweise muss man den Insassen durch geschicktes Einsetzen des Turbo-Beschleunigers in die Höhe schleudern, anderswo gilt es, ihn gezielt auf einer Dartscheibe zu platzieren. Nach drei Versuchen werden die ergatterten Punkte addiert und zu einem Endergebnis zusammengefasst.

In der deutschen Version wurden die Stunts etwas entschärft, anstatt eines menschlichen Insassen fliegen hier nur Crash-Dummies durch die Luft, aber immer noch physikalisch korrekt, dank der Ragdoll-Engine, die im übrigen auch für herumfliegende Reifen oder Holzbalken neben der Strecke sorgt.

Reine Geldmacherei

Wer sich für den Karrieremodus entschieden hat, darf sein Fahrzeug mit allerlei Ersatzteilen tunen. Neue Reifen verleihen mehr Bodenhaftung, ein neues Chassi verbessert die Aerodynamik des Wagens. Wie in NfS Undeground 2 gibt es auch in FlatOut einen Turbo-Beschleuniger, der dem Spieler zum Sieg verhelfen kann.

Denn geschickt eingesetzt, bei riskanten Überholmanövern oder kurz vor der Ziellinie, kann man so noch den ein oder anderen Platz gutmachen. Aufgeladen wird er durch Rammen von Gegnern und gezieltes Zerstören – beispielweise von Werbeplakaten oder Zäunen neben der Rennstrecke.

Außerdem gibt es für diese zerstörerischen Aktionen, sofern man genug davon absolviert hat, am Ende jedes Rennens Geld aufs Konto, das man entweder in ein neues Fahrzeug oder in neue Tuning-Teile investieren kann.

Schrottplatz

Sehr viel Mühe hat man sich bei den Schadensmodellen der einzelnen Autos gegeben. Es ermöglicht dem Spieler, sein Fahrzeug nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zu zerlegen. Fast alles was nicht dringend zum Fahren gebraucht wird kann abgebrochen, verbeult, zerkratzt oder auf andere Weise zerstört, bzw. beschädigt werden.

Das geht aber nur bis zu einem Punkt wo alles, was auch weg kann, weg ist. Das Fahrverhalten der Vehikel wird dabei nicht in kleinster Weise beeinflusst, was heißt, dass man sogar mit einem mehr als schrottreifen Wagen noch immer als Erster ins Ziel rollen kann.

Wer sich mit einer Tastatur an FlatOut wagt, wird sicher seinen Spaß haben. Doch erst mit einem guten Force Feedback Lenkrad entfaltet das Spiel sein volles Potenzial. Auf den Strecken spürt man jede Bodenwelle und jeden Aufprall, außerdem ist die Lenkung äußerst präzise. Leider fehlt eine Cockpitperspektive, die ein noch intensiveres Rennerlebnis vermittelt hätte.

Ausgefeilte Technik

Besonders gut ist den Entwicklern die Grafik gelungen. Alle Wagen wurden sehr detailliert modelliert und mit hochauflösenden Texturen versehen.

Auch die Arenen wurden schön gestaltet, so dass man auch über das mäßige 2D Bitmap Publikum hinwegsehen kann. Die Grafik hat aber auch ihren Preis – Besitzer von älteren Rechnern mit bereits angestaubten Grafikkarten werden nicht ohne häufig auftretendes Ruckeln über die Pisten brettern können.

Wem die Karriere im Einzelspielermodus noch nicht reicht, kann sich an den Mehrspielermodus wagen.

Leider kann dieser nur mit bis zu acht Spielern im LAN oder von vier Spielern hintereinander an einem Rechner bestritten werden, ein Onlinemodus fehlt komplett. Mit dem erst kürzlich veröffentlichten Patch 1.1 kann man nun auch mit mehreren Kontrahenten den spaßigen Destruction Derby Modus spielen.

Fazit

Rally Trophy hat mir nur eine Zeit lang Spaß gemacht, deshalb war ich auch FlatOut anfangs eher skeptisch gegenüber. Aber schon die ersten Minuten auf der Piste haben mich eines Besseren belehrt. Vor allem das Schadensmodell hat es mir angetan. Das gefällt mir so gut, dass ich beim Fahren oft davon abgelenkt werde, und dann auf die hinteren Plätze verwiesen werde. Auch die Bonusrennen haben einen großen Reiz, da man immer wieder ausprobieren will, ob man diesmal nicht doch seinen alten Highscore bricht. Lediglich der fehlende Online-Modus bremst das Spiel auf dem Weg zur Genrespitze. Wer die Dummies als Fahrer verschmerzen kann, und darüber hinaus noch über ein FF-Lenkrad verfügt, für den ist Flatout in jedem Fall den Kauf wert.

FlatOut [PC , Justgamers]

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