Gesamtwertung82%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Neben Anstoss 4 Edition 03/04 und EA Sports FM2004 erscheint dieses Jahr noch ein weiterer Kandidat für den Genrethron der Fußballmanager-Spiele. Heart-Line schickt seine Fussballmanager-Reihe schon zum fünften mal in den Kampf um die Käufergunst und schon der Vorgänger Kicker Fussball Manager 2 konnte Presse sowie Fußballfans vollends überzeugen. Diesmal benutzen die Heart-Liner unter anderem auch zum ersten Mal eine echte 3D-Engine. Ob diese neben den anderen Änderungen überzeugen kann, oder ob sie lieber bei der alten 2D-Ansicht geblieben wären, erfahrt ihr in unserer Review.
Heart-Line blieb sich bei der Entwicklung des Fussballmanager Pro treu und setzte mehr auf Evolution, statt Revolution. Wie gehabt übernehmt ihr beim Fussballmanager Pro die Position des Managers und Trainers. Euer Aufgabenfeld umfasst ungefähr so ziemlich alles, was mit dem Verein zu tun hat: Finanzmanagement, Teammanagement, Training, PR und noch vieles mehr.
Euer Hauptaugenmerk ist dabei klar auf das Teammanagement gerichtet, und so startet ihr auch Woche für Woche im Mannschaftsbildschirm. Dort könnt ihr die Aufstellung, die Taktik und die Spielweise festlegen. Für Trainer, die die Aufstellung wie wild wechseln und bei schlechten Ergebnissen sofort überreagieren, hat Heart-Line eine kleine Gemeinheit eingebaut: Den Eingespieltheitsbalken. Dieser Balken zeigt an, wie eingespielt eure Jungs in dieser Konstellation sind. Bei häufigem Wechsel sinkt die Eingespieltheit und damit die Gesamtstärke der Mannschaft.
Neben der Eingespieltheit muss das Team aber auch trainiert werden. Dabei könnt ihr neben dem Gesamttraining auch erstmals ein Einzeltrainingsstunden festlegen. Dabei werden einzelne Spieler einem speziellen Trainingsplan zugewiesen, die sie neben dem Gruppentraining zusätzlich absolvieren müssen. So lassen sich beispielsweise Spielführer gewollt heranzüchten.
Ebenfalls neu im Bereich Training ist das Erstellen von komplett eigenen Spielzügen. So hat der Trainer nun die Möglichkeit diese Spielzüge in das Spiel zu integrieren und den Spielern beizubringen. Jean-Luc Picard würde sich freuen, denn er könnte endlich sein berühmtes Manöver auf den Fußball übertragen.
Viele Managerspiele haben ein gravierendes Problem: Hat man erst mal den Kniff raus, ist die Meisterschaft gar kein Problem mehr. Nach zwei Saisons hat man sämtliche Taktiken herausgefunden und kann sich auf Erfolg pur freuen. Beim Fussballmanager Pro sieht die ganze Sache ein wenig anders aus: Der Schwierigkeitsgrad ist hoch gesetzt und der Spieler wird die ersten Spieltage damit verbringen, seine Niederlagen der Presse zu erklären. Erst mit zunehmender Zeit erkennt man, dass die gleiche Aufstellung und die gleiche Taktik nicht immer Erfolg haben wird, nur weil sie einmal zum Sieg geführt hat. Ständig muss man Spielweise und -züge dem Gegner anpassen, damit am Ende ein Sieg herausspringt.
War Heart-Lines Managerserie bisher dafür berühmt, eine völlig veraltete 2D-Engine für die Spieldarstellung zu benutzen, so ist der Fussballmanaher Pro eine echte Überraschung. Erstmals wird eine echte 3D-Engine benutzt, die Spiele werden dabei weiterhin in Echtzeit berechner. Doch ist nicht alles superschön was 3D-Engine heißt. Die Fähigkeiten der Engine sind nämlich alles andere als beeindruckend und erinnern eher an die vorberechneten Szenen eines Anstoss 2 als an einen Titel aus dem Jahre 2003.
Dennoch versprüht die Spielpräsentation einen gewissen Charme und bringen die Stadionatmosphäre gut rüber. Weiterhin setzt die Engine die Spielsituationen an sich und eigene Spielzüge glaubwürdig um. Insgesamt wirkt das Spiel realistischer als gewisse andere Spiele, die ihrer mit Premium-Grafik aus Kanada protzen.
Im Match selber ist es dem Spieler möglich in das laufende Spiel mit Zwischenrufen einzugreifen. Die vier Befehle - lauf/passe links, lauf/passe rechts, lauf/passe nach Vorne und SCHIIEEEEEEEß! - setzen die Kicker dann bei gegebener Situation auch sofort um. Wem die Partie zu langweilig wird, der kann dem Geschehen per Schnellvorlauf-Button ein wenig Feuer unter dem Hintern machen.
Ein weiteres, kritisches Thema bei Managersimulationen ist die Sounduntermalung. Auch der Fussballmanager Pro hat hier seine Probleme. Während die Stadionsounds noch gut umgesetzt wurden, ist die Hintergrundmusik ein wenig mau. Nur ein Elektro-Rock-Song unterstreicht die Einstellungen und Statistiktabellen. Der klingt zwar ganz gut, wird aber schnell langweilig.
Dennoch kommt der Fussballmanager Pro nicht an die Konkurrenz aus Gütersloh, Anstoss 4 Edition 03/04, ran. Die Anstoss 4 Edition bietet wesentlich mehr innovative und sinnvolle Verbesserungen im Wirtschafts- und Teamteil. Der wesentlich lockerere Aufbau und der typische Anstoss-Witz kann den Spieler wesentlich länger an den Bildschirm fesseln.
Fußballmanager Pro im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von JoWood?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.