Full Spectrum Warrior

Review
Plattform
PC
Vertrieb
THQ
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
16
Full Spectrum Warrior [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Full Spectrum Warrior

Im nahen Osten tobt die Hölle und ihr seid mittendrin, als Anführer einer Infanterie Division, die es in sich hat. Umringt von Feinden und unumgehbarem Kugelhagel gilt es dennoch die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen. Wir zeigen euch ob Full Spectrum Warrior genügend Spielspaß bringt, damit auch ihr die Nerven behaltet und für den nächsten Spezialeinsatz in feindlichem Stadtgebiet gerüstet seid.

Das volle Spektrum eines Einsatzes

Full Spectrum Warrior versetzt euch direkt an die Spitze einer amerikanischen Infanterie Division im nahen Osten. Während anfangs noch alles ruhig verläuft, müsst ihr schon bald feststellen, dass das Gebiet hingegen aller Aufklärungsreporte nur so von Feinden wimmelt. Als dann auch noch der von euch beschützte Versorgungskonvoi in die Luft gejagt wird, sind eure Prioritäten erst einmal ganz anders gesetzt. Ihr macht euch zusammen mit eurer Infanterie Division auf den Weg, einen Flughafen einzunehmen, der gerade einmal drei Blocks entfernt ist. Dennoch werdet ihr für diesen Weg zwölf Stunden brauchen. Der so genannte „Three Blocks War“ beginnt. Eure Infanterie Division wird in zwei Gruppen unterteilt, Alpha und Bravo. Beide Gruppen sind jederzeit anwähl- und steuerbar. Dies ist von höchster Wichtigkeit, denn nur wenn die eine Gruppe das feindliche Gebiet deckt, hat die andere die Möglichkeit, sicher zur nächsten Deckung zu huschen. Am besten lässt sich das innovative Spielprinzip von Full Spectrum Warrior anhand eines Beispiels direkt aus dem Spiel erklären.

Zudem sparen wir euch so wertvolle halbe Stunden, die ihr sonst mit dem zwar langen aber sehr gut gemachten und hilfreichem Tutorial verschwendet hättet.

Die erste Mission von Full Spectrum Warrior spielt während des Angriffs auf euren Versorgungskonvois. Nachdem ihr es geschafft habt, euch in Sicherheit zu bringen, plaudert ihr erstmal mit eurem Vorgesetzten über die aktuelle Situation. Dieser informiert euch darüber, dass vorne an den feindlichen Linien ein verwundeter Soldat liegt, den es zu retten gilt. Bevor wir jedoch losstürmen, checken wir erstmal unser GPS. Das GPS ist ein kleiner Handheld, auf welchem wir eine Karte des Einsatzgebietes sehen. Auf dieser sind dann alle Positionen der Feinde und eure Missionsziele markiert. Außerdem lässt sich über dieses GPS ein Aufklärungshelikopter rufen, der uns schon frühzeitig feindliche Stellungen verraten kann.Nachdem wir uns über die geografische Beschaffenheit ausreichend schlau gemacht haben, suchen wir erst einmal eine alternative Route zu dem Verletzten. Denn der direkte Weg wäre aufgrund zu vieler feindlicher Stellungen Selbstmord.

Schnell ist eine Seitengasse gefunden, die uns direkt zu dem Verletzten führt. Wir befehligen also Team Alpha, erst einmal vorsichtig um die Ecke zu schauen, um nachzusehen ob sich irgendwelche feindliche Truppen in dieser Gasse verstecken. Das machen wir ganz einfach, in dem wir Team Alpha wählen und die rechte Maustaste drücken. Nun verwandelt sich der Cursor in den so genannten Bewegungscursor. Dieser besteht aus vier Kreisen, die unsere vier Teammitglieder darstellen. Bewegen wir den Cursor auf eine Wand verformt er sich in die Position, die auch die Soldaten einnehmen würden wenn wir sie dorthin schicken würde. Berührt man mit diesem Cursor eine Ecke oder Hindernis wird dies in einem kleinen Fenster rechts unten am Bildschirm eingeblendet, um uns zu signalisieren, dass wir den Cursor auch wirklich dahin setzen wo wir es wollen. Nach diesem Prinzip setzen wir den Cursor also an einer Ecke an und bestätigen unsere Aktion, daraufhin stürmen unsere Soldaten zu dieser Ecke, wobei der Teamleader die Position direkt an der Ecke einnimmt, um um diese herumzuschielen.

So kann er feindliche Truppen ausmachen, ohne dabei die Deckung verlassen zu müssen. In unserem Fall befinden sich zwar keine feindlichen Truppen hinter der Ecke, wir geben aber dennoch per Linksklick den Befehl die Gasse dahinter zu decken. Die Soldaten gehen dann in Stellung und schießen auf alles was sich dort bewegt. So geschützt rücken wir dann mit Team Bravo weiter die Gasse vor, ohne Angst haben zu müssen, dass ein Gegner unser auf freiem Feld stehendes Bravo Team abschießen könnte. Hinter der nächsten Ecke finden wir dann unseren ersten Gegner hinter einem Autowrack. Die Wahl der Deckung spielt eine große Rolle in Full Spectrum Warrior, denn immerhin muss man bedenken, dass so eine Kugel durch ziemlich viele Materialien mit Leichtigkeit durchschlagen kann. Ein querstehendes Autowrack ist eine sehr gute Deckung, da es aus Metall besteht und zusätzlich genügend Platz für alle Teammitglieder bietet, die auch dementsprechend alle aus der Deckung heraus feuern können. An einer Ecke können beispielsweise immer nur zwei Soldaten feuern, da die anderen sich sonst aus der Deckung herauswagen müssten. Zudem können Deckungen, die aus Holz bestehen, vom Gegner, aber auch von euch selbst, beispielsweisemit einer Granate zerstört werden, bis die Deckung sich praktisch in Luft aufgelöst hat. Unser Team wäre dem dann hilflos ausgeliefert.

Wir bewegen Team Alpha also unter Feuerschutz von Team Bravo hinter das nächst gelegene Autowrack, um ebenfalls das Feuer auf den Gegner eröffnen zu können. Da wir den Gegner jedoch von vorne nicht erledigen können , müssen wir versuchen, ihn von hinten oder der Seite zu erwischen. Deshalb geben wir Team Alpha den Befehl, ein Sperrfeuer auf den Gegner zu legen. Bei einem Sperrfeuer schießen alle vier Teammitglieder aus allen Rohren, um dem Gegner keine Möglichkeit mehr zu geben, aus der Deckung heraus zu feuern. Dadurch kann Team Bravo über weitere Deckung vorrücken, um näher an den Gegner zu kommen. Diese Taktik kostet aber auch gleichzeitig viel Munition, welche sich in Full Spectrum Warrior nur an ganz bestimmten Punkten wieder aufladen lässt.

Ist Team Bravo nah genug am Gegner, können wir ganz einfach eine Granate hinter das Autowrack werfen und somit die Gefahr beseitigen.Haben wir es mit solchen und ähnlichen Taktiken dann endlich zum verletzten Soldaten geschafft, gilt es, diesen sicher ins Feldlazarett zu transportieren.

Hierfür packt sich einer der Soldaten den Verletzten und trägt ihn von da an auf dem Rücken. Dies mindert das Squad nicht nur um einen Mann sondern macht dieses auch langsamer, denn das ganze Squad passt sich der Geschwindigkeit des langsamsten Teammitglieds an. Genauso wird auch verfahren, wenn mal ein eigenes Squad Mitglied von einer Kugel erwischt wird. Werden jedoch in jedem Team mehr als ein Teammitglied verletzt, gilt die Mission als gescheitert. Auf den Gegner zu stürmen, ist also unmöglich.

Neuer Multiplayer, gleiche Strategie

Nachdem ihr das Spielprinzip verstanden habt, werden einige von euch sicher denken, dass das doch auf Dauer keinen Spaß machen kann. Tut es aber sehr wohl. Obwohl der eigentliche Schauplatz eine arabische Stadt ist, ist das Stadtbild an sich sehr abwechslungsreich, so kämpft ihr in Vorstadtbezirken, aber auch zwischen Hochhäusern, an einer Absturzstelle eines Aufklärungsflugzeugs und gegen Ende sogar in einer Palastanlage. Des Weiteren ist auch das Missionsdesign recht abwechslungsreich gestaltet worden. Mal gilt es, einfach nur einen Platz von Feinden zu befreien oder ihr müsst MG Nester oder ganze Panzer aushebeln. Ab und zu ist es sogar nötig, einen Luftangriff anzufordern, um richtig große Brocken in die Luft zu jagen. Hierfür benötigt es einiges an guter Strategie, denn ihr müsst richtig nahe an einen Panzer heran, bis ihr die genaue Position für den Luftangriff bestimmen könnt.

Euer Squad bleibt dabei immer dasselbe. So lernt ihr manche der Teamkollegen richtig kennen und auch lieben. Wie z.B. den Granatwerferträger, der so einige brenzlige Situationen mit seinem brachialen Gerät auflösen kann. Ab und zu kommt es je nach Mission auch einmal vor, dass ihr noch ein drittes Squad bestehend aus zwei Soldaten zusätzlich steuern könnt. So werden euch weitere taktische Möglichkeiten gegeben. Alles in allem ist das Spiel dennoch etwas kurz geraten, schon nach einigen Spielstunden haben begeisterte Spieler den Titel durch. Da hilft der innovative Multiplayer Modus nicht allzu viel. Denn in diesem spielt ihr die gleichen Missionen wie in der Singleplayer Kampagne zusammen mit einem Freund durch. Somit ist der Multiplayer Modus auf zwei Spieler beschränkt, die immer jeweils ein fest bestimmtes Team spielen. Hier ist sehr viel Absprache nötig, was über Internet nicht immer ganz so gut funktioniert. Vor allem mit Menschen, die man gar nicht kennt. Dennoch bringt der Multiplayer einiges an Spaß und taktischer Tiefe mit sich und sollte auf jeden Fall mal ausprobiert werden, auch wenn klassische Modi wie Deathmatch oder Capture the Flag fehlen.

Vater Konsole

Zuerst wurde Full Spectrum Warrior für Mircosofts X-Box herausgebracht, ist auf dem PC also eine Umsetzung. Von Konsolenproblemen ist jedoch weit und breit keine Spur. Zwar erinnert das Menü noch stark daran, lässt sich aber prima mit der Maus steuern. Auch die Umsetzung der Steuerung von einem Joypad auf eine Maus/Tastatur Kombination ist prima gelungen und lässt sich meiner Meinung nach auf dem PC sogar ein Tickchen schneller erlernen. Zum Leidwesen vieler PC-Spieler wurde doch im Gegensatz zur X-Box, das Spiel für PC auf umständlichen drei CDs veröffentlicht, während man auf der X-Box einfach nur eine DVD ins Laufwerk schieben muss. Hier wünscht man sich schon lange ein bisschen mehr Toleranz, immerhin sind die Produktionskosten einer DVD mittlerweile genauso hoch und außerdem haben sogar schon DVD-Brenner in den meisten PCs Einzug gehalten. Es kann also nicht daran liege, dass es in deutschen Haushalten zu wenig DVD- Laufwerke gibt. Dafür gibt es auf der PC-Version zwei Bonus Levels. Wer jedoch die X-Box Variante schon mal gespielt hat, wird sich deshalb die PC-Version noch lange nicht zulegen müssen.

High-Tech wohin das Auge reicht.

Grafisch reicht die PC-Version locker an die Konsolenvariante heran. Genauer gesagt sind beide Versionen bis auf die höhere PC-Auflösung sogar identisch. So besticht das Spiel durch tolle Waffeneffekte, realistische Animationen und eine prima Soundkulisse. Letzteres wird durch den Einsatz von Dolby Digital sogar noch verfeinert und bietet feinsten Surround Sound. In höchster Detailstufe sind vor allem die scharfen Texturen und schick designten Models eine Augenweide. Auch die Fahrzeuganimationen sind sehr gut gelungen und brauchen sich auf keinen Fall zu verstecken. Sehr schick ist übrigens ein Effekt, der den Himmel über den Dächern praktisch leuchten lässt. Was sich nun vielleicht ein wenig merkwürdig anhört, aber im Spiel recht gut rüberkommt. Außerdem sorgt ein Filter dafür, dass Objekte in weiter Ferne ein wenig verschwommen dargestellt werden. So wirkt alles noch mal einen Funken realistischer. Auch die Rag Doll Effekte sind durchaus sehenswert. So gehen getroffene Soldaten je nach Flugbahn der Kugel realistisch zu Boden. Bei Granat- oder Raketenwerfereinschlägen fliegen die Körper so steif durch die Luft, als wollte Pinocchio das Fliegen lernen.

Aber genau wie die Ausrüstung der US Army, ist Full Spectrum Warrior durchaus auf dem neuesten Stand und passt sich dem innovativen Spielprinzip prima an. Übrigens passiert das Spiel tatsächlich auf einem Trainingssimulator für die US Army, wird aber weder von dieser unterstützt, noch gefördert.

Fazit

Full Spectrum Warrior ist ein innovatives und spannungsgeladenes Echtzeit-Strategiespiel, welches sich durchaus sehen lassen kann. Das innovative Spielprinzip wird einem schnell erklärt und ist in den Kämpfen sehr gut ausführbar. Auch die Steuerung geht nach einigen Spielminuten leicht von der Hand und ein Erfolgserlebnis gibt es an jeder Ecke zu verbuchen. Leider ist jedoch schon viel zu schnell wieder Schluss mit der neuen Spielidee. Schon bereits nach ein paar Stunden leuchtet euch der Credits Bildschirm entgegen. Auch die Bonus-Missionen haben erfahrene Spieler im Nu durch. Aber mal von diesen und einigen anderen Schwächen, wie z.B. dem Mangel an taktischen Möglichkeiten ist Full Spectrum Warrior ein Gameplay-Versuch der durchaus geglückt ist. Einen Award gibt es deshalb für die besondere Spielidee.

Full Spectrum Warrior [PC , Justgamers]

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