Fussball Manager 2005

Review
Plattform
PC
Vertrieb
EA Sports
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Sport
USK
0
Fussball Manager 2005 [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

89%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Fussball Manager 2005

Fussballspiele, Fussballspiele überall Fussballspiele. Der Herbst ist ganz klar in der Hand des Rasensports. Während die meisten ihr Heil auf dem Platz suchen, gibt es dank des „Fussball Managers 2005“ auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit hinter die Kulissen eines Vereins zu schauen, um von dort aus die Geschicke des Clubs zu leiten. Der Erfolg des Genreprimus ist nicht nur auf die zahlreichen Lizenzen zurückzuführen, sonder basiert auch auf Spielspass und Features. Ob es dieses Jahr auch wieder so ist? Seht selbst...

Der Schleifer

Nachdem letztes Jahr Manager-Schwergewicht Rainer Calmund auf dem Cover zu sehen war, ziert es dieses Jahr Felix Magath. Der von seinen Spielern liebevoll „Der Schleifer“ oder auch „Quälix“ genannte Coach, ist seit Beginn dieser Saison Trainer der Bayern aus München. Momentan läuft es jedoch nicht allzu gut für den ehemaligen „FC Hollywood“. Nein, die Rede ist nicht von der 0:1-Niederlage bei Juventus Turin, vielmehr spukt noch die Auswärtspleite des Münchener Starensembles gegen die Bolztruppe aus Gladbach, samt Torjäger Oliver „Ich hab die Hand Gottes“ Neuville, in den Köpfen der erfolgsverwöhnten Fans herum. Gut, zuvor gab es zwei Siege gegen Rostock und Wolfsburg und auch die Saison ist noch lang. Tabellenführer sind sie jedoch seit 18 Monaten nicht mehr und da gehört der FC Bayern laut den eigenen Ansprüchen hin. Besser machen lautet die Devise; Der neue „Fussball Manager 2005“ bietet auch euch die Gelegenheit dazu.

Der ganz normale Wahnsinn

Morgens, halb zehn in Deutschland. Zeit für ein Frühstückchen bleibt dem Managerneuling nicht. Bevor es in die neue Saison geht, müssen als erstes neue Sponsoren her. Im VIP Bereich des heimischen Schmuckkästchens angekommen, analysieren wir erst einmal die drei eingegangenen Angebote und entscheiden uns aufgrund der hohen Meisterprämie für Electronic Arts, schließlich haben wir uns diese Saison einiges vorgenommen. Gut Borussia Dortmund auch, aber wo die momentan stehen, dürfte bekannt sein. Wo wir schon einmal in der heimischen Spielstätte sind, planen wir mit unserem Architekten ein neues Stadion. Fragen kostet ja nix, ein 135.000 Mann Stadion in Luxusausführung allerdings schon. Nach letzten Anpassungen von Dachkonstruktion, Sitzfarben und Flutlicht legen wir den Plan erst einmal ad acta.

Man kann ja nie wissen, vielleicht kommt ja doch eines Tages Kollege Schechter, ein Ölmilliardär aus Russland oder eine große Firma, die den Verein übernimmt und so ordentlich Geld reinpumpt. Für kurzfristige Liquidität entscheiden wir uns daher den Stadionnamen zu verkaufen. Wozu Tradition, Hauptsache der „Cashflow“ stimmt. Bis wir uns als Austragungsort für das alljährliche Champions League Finale bewerben können, wird wohl noch etwas Zeit vergehen, schließlich brauchen wir eine Gesamtkapazität von mindestens 40.000 Zuschauern, die haben wir nur leider nicht. Schade! In der Zwischenzeit beauftragen wir eine Agentur für die Vermietung der Werbebanden, man kann schließlich nicht alles selbst machen. Um dem Ruf des harten Kapitalisten gerecht zu werden, schrauben wir die Eintrittspreise noch ein wenig höher. Nichts ist schöner, als ein prall gefülltes Konto; Die Fans werden es uns schon noch danken.

Die Tage vergehen, neue Mitarbeiter werden eingestellt, neue Spieler werden integriert und der Co-Trainer leitet das Training erfolgreich. Da die Nachrichten in unserer Mailbox endlich abgearbeitet sind, schauen wir uns die ausgelosten Paarungen des UI Cups an. Dortmund und Schalke spielen zuerst auswärts, während der HSV sowie der VfL Wolfsburg wohl schon rausgeflogen sind. Falsch gedacht, sie waren nicht mal dabei und das, wo der HSV sich dank Platz acht in der Vorsaison direkt qualifizierte und die Wölfe aus der Autostadt, durch den Verzicht der italienischen Mannschaften, noch in letzter Sekunde für den Strohhalmcup gemeldet wurden. Panisch der Blick nach den Champions League Teilnehmern – aufatmen – wir sind dabei. Bis auf diese beiden Fehler scheint alles korrekt zu sein. Auf geht’s zum Trainingslager im südamerikanischen La Paz. Endlich die Beine hochlegen und den Sonnenschein genießen.

Saisonbeginn

Die Vorbereitung lief gut, sehr gut sogar. Die Spieler sind fit, niemand ist verletzt und auch Neuverpflichtung Nuno Valente scheint seine Aufgabe als linker Offensivverteidiger verstanden zu haben. Es ist nun Zeit für die erste Standortbestimmung, der erste Spieltag steht vor der Tür. Wir hatten die Qual der Wahl und mussten uns entscheiden, wie wir das Spiel sehen wollen. Nur das Endergebnis anzeigen lassen? Oder doch als Textkommentar? Vielleicht aber auch die Zusammenfassung aller Spiele in der Sportschau? Nein, wir wollen mitten drin sein und schauen uns den ersten Spieltag live im Stadion an. Frisch auf der Trainerbank Platz genommen, kommt gleich der erste Schock: Das Stadion ist nur halb voll, der Fan in der Feedbackecke hatte wohl mit den überteuerten Preisen recht.

Das Spiel beginnt und es sieht sogar nach einem Auftaktsieg aus. Anstatt den Spielern jetzt wichtige Kommandos von der Seitenlinie zuzurufen, schnappen wir uns unsere, aus dem Managerbüro mitgebrachte, Tastatur. Auf Tastendruck sollen unsere Schützlinge mit hohen Bällen agieren und auf Konter warten. Siehe da, sie hören sogar und erzielen das verdiente 2:0. So macht das Managerleben Spaß, sogar der Vorstand findet löbliche Worte und die Beliebtheit bei den Fans steigt durch geschickte Antworten im Interview.

Nachdem das Auftaktprogramm erfolgreich überstanden ist, wird es Zeit für erste Schritte auf internationaler Ebene. Entgegen dem Willen der Trainer-Findungs-Kommission haben wir uns abseits des Clubmanagements einen Platz auf der Trainerbank der deutschen Nationalmannschaft gesichert. Verzichtet wird bei der Nominierung natürlich auf Spieler des eigenen Clubs. Schonung ist angesagt, es steht eh nur ein Freundschaftsspiel auf dem Programm, während sich alle anderen für die WM 2006 qualifizieren müssen. Brasilien schlagen wir auch so…

Der Unterschied

Zurück aus dem luxuriösen Managerbüro ins aufgeräumte JustGamers Büro. Eines fiel beim Spielen des „Fussball Managers 2005“ auf: er hat vieles mit seinem Vorgänger gemeinsam. Zwar wurde der Stadioneditor, wie auch die Anzahl der lizenzierten Mannschaften aufgepeppt, dennoch wurde vieles einfach nur grafisch verbessert. Artikel aus dem wöchentlichen Kicker lesen sich wie bereits zehn mal gehört. Kein Wunder, wenn man den Vorgänger bis zum Umfallen gespielt hat. Bei der Nationalmannschaft hat sich nichts geändert und auch das Einstellen von Mitarbeitern erinnert noch stark an das der 2004er Fassung. Wie heißt es jedoch so schön: „Never change a running system“. Von daher stellen diese Gemeinsamkeiten keinen allzu großen Kritikpunkt dar. Vielmehr fallen hingegen fehlende Features aus den Vorgängern ins Gewicht. So ist es leider nicht mehr möglich im Textmodus an der Seitenlinie zu toben oder beispielsweise die Fans anzuheizen. Sehr schade, so fühlt man sich, trotz der Möglichkeit neue Spieler einzuwechseln oder auch die Taktik zu ändern, ziemlich hilflos. Außerdem scheinen, nachdem sich Bayernspieler Hashemian peinlicherweise am ersten Spieltag mit dem Trikot von Mannschaftskollegen Demichelis warm gemacht hat, vertauschte Trikotnummern langsam aber sicher Mode zu werden. Wechselt man im Textmodus einen Spieler aus, steht die Trikotnummer des Ausgewechselten unter dem Namen des Eingewechselten und umgekehrt. Für PC Spieler sicherlich ein behebbares Problem.

Außerdem fehlen der Transfertausch von Spielern, Live-Auslosungen sowie der private Bereich. Wohin mit dem Geld? Seit jeher konnten sich kommunikative Manager eine Freundin angeln, heiraten, Kinder in die Welt setzen und sich vom schwer verdienten Geld Jachten, Villen und Autos kaufen oder sogar in Aktien investieren. Das alles gibt es nicht mehr, es ist nur möglich dem Verein Geld zu schenken. Seltsam: im Endeffekt schadet man durch das eigene Gehalt nur den Finanzen des eigenen Clubs ohne etwas davon zu haben. Es macht also keinen Sinn mehr bei Vertragsverhandlungen mehr Geld auszuhandeln.

Abseits der fehlenden Features gibt es natürlich auch positive Neuerungen. Das fängt schon bei der neuen Menüstruktur an. Anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, möchte man sie nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Am rechten Bildschirmrand gibt es außerdem Shortcuts die bei kurzem Mouseover die Tabelle, den Kader, Informationen zum Vorstand und vieles mehr einblenden. Klasse! Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Spieleübertragungen. So ist es erstmals möglich in einer Sportschau eine Zusammenfassung der ausgewählten Spiele zu sehen. Leider wurde dies nicht optimal umgesetzt. Die Spielszenen scheinen lieblos aneinander gereiht und unspektakulär.

Der Kommentar zu den jeweiligen Szenen passt meist überhaupt nicht und läuft im zwischenzeitlichen Textmodus weiter. Besser wurde da die komplette Übertragung des eigenen Spieles gelöst. Da das Spiel nicht mehr im Vollbild Modus läuft, hat der Akteur einen guten Überblick über die Fitness seiner Spieler sowie Kommandos die er seinen Jungs auf dem Platz zurufen kann. Diese befolgen die Befehle des Vorgesetzten prima und zeitnah. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wer hat schon die Zeit sich alle Spiele Tag für Tag live anzuschauen? Die Zusammenfassung und Live-Übertragung von Spielen sieht dank neuer 3D Engine entscheidend besser aus als noch beim Vorgänger. Auch das Menü, sowie einzelne Grafiken, wurden in diesem Zuge weiter verbessert. Soundtechnisch ist alles beim Alten. Besitzer der PC Fassung freuen sich über eigene MP3s die im Hintergrund abspielbar sind, wer jedoch den aktuellen „Fussball Manager“ auf Konsole spielt muss mit den mitgelieferten Tracks vorlieb nehmen.

Von klein auf

Dank des „Create a Club“ Features ist es nun erstmals möglich, zu Beginn einer neuen Managerkarriere einen eigenen Club zu erstellen. Dabei steht eine riesige Ortsdatenbank zu Hilfe, die selbst kleinste Städte in Deutschland kennt. Sollte die gewünschte Stadt nicht zur Verfügung stehen, kann sie selbstverständlich nachgetragen werden. Es folgen Konfigurationen wie das Erstellen des Wappens, Auswahl des Einzugsgebietes, Teamname und vieles mehr. Sind alle Konfigurationen abgeschlossen, heißt es sich von der Kreisklasse bis nach ganz oben vorzukämpfen. Dabei bekommt der Kader zufällige Spieler zugewiesen, die auch erst einmal gehalten werden sollten. Egal wie billig ein neuer Spieler auch ist, er wird mit Sicherheit nicht freiwillig in die unterste Spielklasse wechseln.

Football Fusion

Mit Hilfe von Football Fusion war es bereits in „FM 2004“ möglich, ausstehende Spiele im aktuellen „FIFA Football“ Ableger selbst zu spielen. Dabei konnten PC Spieler direkt zu FIFA 2004 wechseln, Konsoleros mussten hingegen ihr Spiel erst speichern und die Spiel-Disc wechseln. Selbiges Schicksal widerfährt den PClern in diesem Jahr. Das heißt: Auch in der PC Fassung muss der Spielstand exportiert werden, um dann von „FIFA Football 2005“ geladen werden zu können. Die Weitergabe von Aufstellung und Taktik war dabei übrigens stets fehlerhaft. Hier wird eine gute Idee nicht konsequent genug weitergeführt.

Fazit

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Bereits im Vorjahr war es dem „Fussball Manager 2004“ durch kleinere Fehler verwehrt die 90% Marke zu knacken. Dieses Jahr sieht es leider ähnlich aus. Es ging nicht darum das Rad neu zu erfinden, warum jedoch beliebte Features von den Vorgängern nicht weiter genutzt wurden, ist unverständlich. Sicherlich ist der private Bereich nicht das Herzstück des Spieles, fehlen sollte er dennoch nicht. Dem gegenüber stehen jedoch neue Features die mich begeistert haben. Es war etwas Neues mit dem eigenen Dorfverein gegen die 3km entfernte 30.000 Einwohnerstadt zu spielen und sich so langsam aber sicher, nach oben zu arbeiten. Im Endeffekt ist der „Fussball Manager 2005“ ein sehr gutes Managerspiel, welches jedoch seine Fehler hat und aus dem mehr hätte werden können. Ein Fehlgriff ist es für Neulinge dennoch nicht. Trotz der Fehler war „FM 2005“ überzeugend und hat sich durch interessante neue Features und starkes Gameplay den JustGamers Award verdient.

Fazit von Marcel Kruse

Der FM 2005 ist der reinste Abklatsch. Lediglich der 3D Modus sowie die grafische Oberfläche wurde mit einem jährlichen Update aufpoliert. Einige nette Features wie das Privatleben und das Verhalten des Trainers während des Spiels wurden gänzlich gestrichen. Ein neues Feature, der Aufbau eines eigenen Vereins, kam hinzu - leider jedoch mit einigen Schwächen und Realitätsverlust.

Eine Kaufempfehlung kann ich nur bedingt aussprechen. Diejenigen die ins Fußballgeschäft einsteigen möchten und noch nicht über den FM 2004 verfügen, die können bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten weiterhin den FM 2004 spielen, da dieser dem FM 2005 in Nichts nachsteht und den identischen Spielspaß vermittelt - zudem gibt es dank der Fanseiten hierfür bereits ausreichend viele editierte Files, mit denen man selbst in Ligen wie Japan oder Australien hinzufügen kann.

Fazit von Björn Hinghaus

Mit dem Fussball Manager 2005 haben die Kanadier wieder ein erstklassiges Produkt auf die Beine gestellt. So erfreut ich über Features wie den 'Create-a-Club' Modus oder die realistischeren Spielszenen bin, so enttäuschen mich fehlende Statistiken; einige altbekannte Bugs, die im Vorgänger gemacht wurde und der Rauswurf des Privatbereiches, der das Vereinwechseln praktisch uninteressant macht. Für Besitzer des Vorgängers kann ich daher keine Empfehlung aussprechen. Allen andere erfreuen sich über den bis dato besten Manager und können zweifelsohne zugreifen.

Fussball Manager 2005 [PC , Justgamers]

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