Gesamtwertung89%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Fussballspiele, Fussballspiele überall Fussballspiele. Der Herbst ist ganz klar in der Hand des Rasensports. Während die meisten ihr Heil auf dem Platz suchen, gibt es dank des Fussball Managers 2005 auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit hinter die Kulissen eines Vereins zu schauen, um von dort aus die Geschicke des Clubs zu leiten. Der Erfolg des Genreprimus ist nicht nur auf die zahlreichen Lizenzen zurückzuführen, sonder basiert auch auf Spielspass und Features. Ob es dieses Jahr auch wieder so ist? Seht selbst...
Man kann ja nie wissen, vielleicht kommt ja doch eines Tages Kollege Schechter, ein Ölmilliardär aus Russland oder eine große Firma, die den Verein übernimmt und so ordentlich Geld reinpumpt. Für kurzfristige Liquidität entscheiden wir uns daher den Stadionnamen zu verkaufen. Wozu Tradition, Hauptsache der Cashflow stimmt. Bis wir uns als Austragungsort für das alljährliche Champions League Finale bewerben können, wird wohl noch etwas Zeit vergehen, schließlich brauchen wir eine Gesamtkapazität von mindestens 40.000 Zuschauern, die haben wir nur leider nicht. Schade! In der Zwischenzeit beauftragen wir eine Agentur für die Vermietung der Werbebanden, man kann schließlich nicht alles selbst machen. Um dem Ruf des harten Kapitalisten gerecht zu werden, schrauben wir die Eintrittspreise noch ein wenig höher. Nichts ist schöner, als ein prall gefülltes Konto; Die Fans werden es uns schon noch danken.
Die Tage vergehen, neue Mitarbeiter werden eingestellt, neue Spieler werden integriert und der Co-Trainer leitet das Training erfolgreich. Da die Nachrichten in unserer Mailbox endlich abgearbeitet sind, schauen wir uns die ausgelosten Paarungen des UI Cups an. Dortmund und Schalke spielen zuerst auswärts, während der HSV sowie der VfL Wolfsburg wohl schon rausgeflogen sind. Falsch gedacht, sie waren nicht mal dabei und das, wo der HSV sich dank Platz acht in der Vorsaison direkt qualifizierte und die Wölfe aus der Autostadt, durch den Verzicht der italienischen Mannschaften, noch in letzter Sekunde für den Strohhalmcup gemeldet wurden. Panisch der Blick nach den Champions League Teilnehmern aufatmen wir sind dabei. Bis auf diese beiden Fehler scheint alles korrekt zu sein. Auf gehts zum Trainingslager im südamerikanischen La Paz. Endlich die Beine hochlegen und den Sonnenschein genießen.
Das Spiel beginnt und es sieht sogar nach einem Auftaktsieg aus. Anstatt den Spielern jetzt wichtige Kommandos von der Seitenlinie zuzurufen, schnappen wir uns unsere, aus dem Managerbüro mitgebrachte, Tastatur. Auf Tastendruck sollen unsere Schützlinge mit hohen Bällen agieren und auf Konter warten. Siehe da, sie hören sogar und erzielen das verdiente 2:0. So macht das Managerleben Spaß, sogar der Vorstand findet löbliche Worte und die Beliebtheit bei den Fans steigt durch geschickte Antworten im Interview.
Nachdem das Auftaktprogramm erfolgreich überstanden ist, wird es Zeit für erste Schritte auf internationaler Ebene. Entgegen dem Willen der Trainer-Findungs-Kommission haben wir uns abseits des Clubmanagements einen Platz auf der Trainerbank der deutschen Nationalmannschaft gesichert. Verzichtet wird bei der Nominierung natürlich auf Spieler des eigenen Clubs. Schonung ist angesagt, es steht eh nur ein Freundschaftsspiel auf dem Programm, während sich alle anderen für die WM 2006 qualifizieren müssen. Brasilien schlagen wir auch so
Außerdem fehlen der Transfertausch von Spielern, Live-Auslosungen sowie der private Bereich. Wohin mit dem Geld? Seit jeher konnten sich kommunikative Manager eine Freundin angeln, heiraten, Kinder in die Welt setzen und sich vom schwer verdienten Geld Jachten, Villen und Autos kaufen oder sogar in Aktien investieren. Das alles gibt es nicht mehr, es ist nur möglich dem Verein Geld zu schenken. Seltsam: im Endeffekt schadet man durch das eigene Gehalt nur den Finanzen des eigenen Clubs ohne etwas davon zu haben. Es macht also keinen Sinn mehr bei Vertragsverhandlungen mehr Geld auszuhandeln.
Abseits der fehlenden Features gibt es natürlich auch positive Neuerungen. Das fängt schon bei der neuen Menüstruktur an. Anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, möchte man sie nach kurzer Zeit nicht mehr missen. Am rechten Bildschirmrand gibt es außerdem Shortcuts die bei kurzem Mouseover die Tabelle, den Kader, Informationen zum Vorstand und vieles mehr einblenden. Klasse! Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Spieleübertragungen. So ist es erstmals möglich in einer Sportschau eine Zusammenfassung der ausgewählten Spiele zu sehen. Leider wurde dies nicht optimal umgesetzt. Die Spielszenen scheinen lieblos aneinander gereiht und unspektakulär.
Der Kommentar zu den jeweiligen Szenen passt meist überhaupt nicht und läuft im zwischenzeitlichen Textmodus weiter. Besser wurde da die komplette Übertragung des eigenen Spieles gelöst. Da das Spiel nicht mehr im Vollbild Modus läuft, hat der Akteur einen guten Überblick über die Fitness seiner Spieler sowie Kommandos die er seinen Jungs auf dem Platz zurufen kann. Diese befolgen die Befehle des Vorgesetzten prima und zeitnah. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wer hat schon die Zeit sich alle Spiele Tag für Tag live anzuschauen? Die Zusammenfassung und Live-Übertragung von Spielen sieht dank neuer 3D Engine entscheidend besser aus als noch beim Vorgänger. Auch das Menü, sowie einzelne Grafiken, wurden in diesem Zuge weiter verbessert. Soundtechnisch ist alles beim Alten. Besitzer der PC Fassung freuen sich über eigene MP3s die im Hintergrund abspielbar sind, wer jedoch den aktuellen Fussball Manager auf Konsole spielt muss mit den mitgelieferten Tracks vorlieb nehmen.
Fazit von Marcel Kruse
Der FM 2005 ist der reinste Abklatsch. Lediglich der 3D Modus sowie die grafische Oberfläche wurde mit einem jährlichen Update aufpoliert. Einige nette Features wie das Privatleben und das Verhalten des Trainers während des Spiels wurden gänzlich gestrichen. Ein neues Feature, der Aufbau eines eigenen Vereins, kam hinzu - leider jedoch mit einigen Schwächen und Realitätsverlust.
Eine Kaufempfehlung kann ich nur bedingt aussprechen. Diejenigen die ins Fußballgeschäft einsteigen möchten und noch nicht über den FM 2004 verfügen, die können bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten weiterhin den FM 2004 spielen, da dieser dem FM 2005 in Nichts nachsteht und den identischen Spielspaß vermittelt - zudem gibt es dank der Fanseiten hierfür bereits ausreichend viele editierte Files, mit denen man selbst in Ligen wie Japan oder Australien hinzufügen kann.
Fazit von Björn Hinghaus
Mit dem Fussball Manager 2005 haben die Kanadier wieder ein erstklassiges Produkt auf die Beine gestellt. So erfreut ich über Features wie den 'Create-a-Club' Modus oder die realistischeren Spielszenen bin, so enttäuschen mich fehlende Statistiken; einige altbekannte Bugs, die im Vorgänger gemacht wurde und der Rauswurf des Privatbereiches, der das Vereinwechseln praktisch uninteressant macht. Für Besitzer des Vorgängers kann ich daher keine Empfehlung aussprechen. Allen andere erfreuen sich über den bis dato besten Manager und können zweifelsohne zugreifen.
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