Gesamtwertung73%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Gangland versetzt euch also in eine fiktive Stadt, namens Paradise City, weitab des uns bekannten Universums. Dort dürft ihr euch uneingeschränkt austoben. Jedoch läuft nicht alles so wie es eigentlich sollte. Vor langer Zeit sind die vier Brüder eures Alter Egos mit dem original italienischen Namen Mario von der Bildfläche verschwunden. Grund hierfür war der Mord an einem Mitglied eurer eigenen Familien den die vier Brüder wahrscheinlich begangen haben. Ein paar Jahre später berichtet euch euer Onkel, der das fiktive Sizilien vor langer Zeit verlassen hatte, dass er die vier Brüder gefunden hätte.
Sofort werdet ihr von eurem Großvater ganz alleine in das fremde Land geschickt um die vier Brüder zur Strecke zu bringen und die Familienehre wiederherzustellen. Doch ganz so leicht sollte das Ganze nicht werden, denn die vier Brüder haben sich ein richtig kleines Syndikat aufgebaut und nur ein großer Gangsterboss kann es schaffen sie stilgerecht mit Betonschuhen zum Schwimmen zu bewegen.
Aller Anfang ist schwer
Soweit die Story. Ganz so läuft es jedoch nicht ab. Erst mal müsst ihr euch in Paradise City bei eurem Onkel vorstellen, woraufhin dieser euch nicht auf die Jagd nach euren Brüdern schickt, sondern euch erstmal für seine eigenen Zwecke missbraucht. So verbringt ihr die ersten Missionen nur damit, billige Botengänge zu erledigen oder wenn es mal hochkommt mit einem Partner zusammen jemand umzubringen. Dieser recht langweilige Anfang hat erst dann ein Ende, als euer Onkel durch einen Angriff einer feindlichen Mafia das Zeitliche segnet. Von da an nehmen die das Ruder selbst in die Hand und fangen mit Hilfe eines gekaperten Unterschlupfes damit an, ihre eigene Familie zu gründen. Ab diesem Punkt an muss man sich um alles selbst kümmern. So gilt es Schutzgeld zu erpressen, Munition und Waffen heranzuschaffen und sogar der Handel mit bis zu vier gestohlenen Waren ist möglich.
Doch um an Schutzgeld zu kommen, muss man erstmal die Bistros, Restaurants und alle anderen Geschäfte von amateurhaften Bodyguards oder feindlichen Mafias gewaltvoll befreien. Ist dies geschafft, kann man selbst bestimmen ob man immer 25% des Gewinns abhaben möchte oder selbst noch ein bisschen mehr Geld reinsteckt und gleich volle 50% abzocken möchte. Letzteres ist vor allem bei Brauereien, Waffenhändlern und ähnlichen Geschäften von Nöten, da es nur dann möglich ist sich mit Waffen, oder Handelsgütern einzudecken, wobei der Handel an sich keine wichtige Rolle spielt. Zusätzlich lassen sich in Restaurants neue Handlanger oder Bodyguards rekrutieren. Diese lassen sich in eingenommen Waffenläden besser ausrüsten. So gibt es für die Schlägertypen Metallbaseballschläger und für den stilgerechten Gefolgsmann ein Thommy Machinegun.
Zusätzlich gibt es noch mehr Spezialgebäude, die man einnehmen kann, um die Familienkasse etwas aufzubessern. Wer möchte kann Hotels einnehmen und in den Hinterzimmern ein paar Rotlicht Lampen aufstellen und gegebenenfalls wichtige Personen dadurch erpressen.
Großstadtgedrängel
Selbstverständlich ist man in einem Stadtgebiet nie alleine unter sich. So tummeln sich immer mehrere Familien aus unterschiedlichen Ländern in einem Stadtgebiet. Diese gehen natürlich ihren eigenen Interessen nach. So etwas wie Bündnisse gibt es nur in Beziehung zu einem selbst. Aber auch das macht sich nur dadurch bemerkbar, dass man verbündete Gebäude nicht übernehmen kann. Ansonsten nehmen alle Familien Gebäude ein und führen je nach Missionslage Krieg gegeneinander. So kommt es schon einmal vor, dass euer Unterschlupf von einer verfeindeten Familie angegriffen wird und ihr euch vor allem selbst schützen müssen. Dafür lassen sich die Unterschlüpfe mit bewaffneten Bodyguards befestigen, oder ihr schließt einfach die Tür ab, was natürlich nur Sinn macht wenn ihr schon früh von einem Angriff Wind bekommt.
Meistens laufen die Missionen jedoch nur darauf hinaus, feindliche Familien zu beseitigen. Dafür ist es ganz einfach nur nötig den feindlichen Mafiaboss umzubringen, wer dies von euren Gefolgsleuten tut spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sie bis dahin stark genug sind und ihr eure Mannen genügend ausgerüstet habt. Ein Angriff selbst spielt sich dann wie in einem Echtzeit-Strategiespiel. Den Kampf beobachtet ihr durch eine dreh- und zoombare Kamera, was jedoch schnell im Chaos endet. Denn oftmals stürmt ihr mit bis zu zehn Leuten einen feindlichen Unterschlupf, da geht die Übersicht in den engen Räumen schon mal flöten. Ist der Mafia Boss jedoch erst einmal ausgeschaltet, legen alle feindlichen Söldner ihre Waffen nieder. Die KI der feindlichen Mafia glänzt dabei nicht gerade.
Sollte es einmal der Fall sein, dass der feindliche Unterschlupf zu weit Weg ist, um ihn schnell zu Fuß zu erreichen, könnt ihr auf ein zuerst erworbenes Fahrzeugarsenal zurückgreifen. Vom italienischen Sportflitzer bis zum LKW ist dabei alles vorhanden. Fahrzeuge steuern sich wie in Grand Theft Auto aus einer festen Vogelperspektive, wobei jedes Fahrzeug sich in Fahreigenschaften, wie Beschleunigung, Wendigkeit oder Höchstgeschwindigkeit unterscheidet. Zusätzlich lässt sich noch aus den Wagen herausschießen, ein sogenannter Drive-By. Zwar ist man in dem Wagen gut vor feindlichem Kugelhagel geschützt, jedoch lassen die engen Straßen und die hakelige Steuerung einen schon mal schnell verzweifeln. Damit die Geschäfte ins Laufen kommen, muss man eigentlich immer selbst vor Ort sein, was sehr nervig wird, wenn der Polizeichef gerade bei einem vorbeischaut und man sich am Ende der Stadt befindet. Diese Tücken kann man umgehen, indem man für Stellvertreter sorgt. Doch diese sollen nicht in einer schlechten Fernsehshow gecasted werden, sondern dem eigenen Fleisch und Blut abstammen. Denn schließlich kann man nur dem halbwegs vertrauen der aus der eigenen Familie stammt. Jedoch muss man sich dafür erst einmal eine schöne Frau anlachen.
Oder in dem Fall wohl besser ankaufen, denn erst wenn man den Schönheiten ein Geschenk macht, sind sie gewilligt mit einem die Familientradition fortleben zu lassen. Fast wie im echten Leben also. In Gangland dreht sich die Welt dann doch aber etwas anders, und so spielen die Gene des sorgvollen Papas keine Rolle. Nur allein die Art der Frau bestimmt was für ein Kind es werden wird. Je nachdem kann das dann also ein Anwalt, eine Verführerin oder die so genannte Tötungsmaschine der Vollstrecker sein. Zusätzlich zu den geschäftlichen Fähigkeiten hat jeder dieser Kinder noch Spezialfähigkeiten, wie gute Geschäfte machen, die Polizei beschwichtigen oder zwei Thommyguns auf einmal tragen. Ist dieses Standbein der Familienplanung erst einmal gesetzt, sollte es keine Probleme mehr darstellen sowohl feindliche Unterschlüpfe zu übernehmen, als auch die Geschäfte zuhause zu bewältigen. Paradise City besteht, wie schon oben angesprochen, aus mehreren Stadtteilen, die alle in 3D umgesetzt wurden. An sich kann sich die Grafik sehen lassen, doch mit Details pralt sie nicht gerade.
Sehr schön ist jedoch, dass fast jedes Gebäude betretbar ist, jedoch sehen Läden wie Restaurants oder sogar die Unterschlüpfe genau gleich aus. Geographische Unterschiede beeinflussen das Gameplay überhaupt nicht. Nichts desto trotz ist Gangland auf einem guten technischen Stand und macht keine allzu großen Fehler, wobei man sich die Sache mit den Fahrzeugen noch einmal überlegen hätte sollen. Viel zu oft bleibt man in den engen Straßen hängen. Ansonsten kommt Gangland sehr benutzerfreundlich daher, so wird nach jedem erledigten Missionsziel automatisch gespeichert und ist von da an immer wieder frei anwählbar. Sowas wünscht man sich öfters in Strategiespielen. In Sachen Sound macht Gangland dann auch keine großen Sprünge mehr. So ist nichts herausragend, aber auch nichts wirklich schlecht, bis auf die schon nach schneller Zeit sehr nervigen Zwischenrufe der eigenen Gefolgschaft, die sich auch nicht auf einem besonders hohem Niveau befinden.
Gangland im Test.
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