Eigentlich sollte der in diesem Jahr neu hinzugekommene Medien- und Fachbesuchertag einen einigermaßen entspannten Gang durch die (fast) leeren Messehallen ermöglichen. Tatsächlich kamen wir recht flott voran, doch wurde es an einigen Knotenpunkten wieder recht eng. Bereits die Einfahrt ins Messegelände ließ sich nur nach längerer Wartezeit vollführen, auch waren die Pressekonferenzen, die ausschließlich an den Ständen der Publisher abgehalten wurden, durchweg überlaufen. Einen Sitzplatz gab es nur selten. Wenn man sich dann aber einmal auf den Hintern setzen durfte, waren die Sitzgelegenheiten so hart, dass man lieber wieder stehen wollte.
Einige Aufregung herrschte schon am frühen Morgen, noch bevor andernorts die Wecker klingeln, in Berlin, bemerkte unser Marian doch erst am Bahnhof, dass er die Reise ohne Mobiltelefon antreten wollte. Der unbändige Drang nach seinem Handy führte ihn zurück in seine Wohnung, inzwischen war dann auch der gebuchte Zug abgefahren. Der nächste fuhr selbstredend erheblich später, so dass Marian den ersten Termin an Nico abtreten musste. Entsprechend unvorbereitet traf er dann bei einer F.E.A.R.-Präsentation ein. Gezeigt wurden die ersten Schritte des Protagonisten. Das im Oktober und wohl nur mit einigen Kürzungen in Deutschland erscheinende Spiel sah durchaus gut aus und bestätigte wieder einmal die sehr guten Eindrücke, die wir auch im Rahmen unserer beiden etwas älteren Previews ( hier und da) erhalten haben. Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, betrachtet sich den Titel am besten auf dem Vivendi Universal Stand oder beschafft sich die ca. 660 MB große Demo, die auf der offiziellen Webseite des Spieles erhältlich ist.
GC: Messerundgang - Tag 1 (30 Bilder)
Zwar kündigte die Geschäftsführung der Messe fast 100 Weltpremieren an, doch tendiert die Zahl der wirklich interessanten Titel zum Nullpunkt. Ganz klar ersichtlich ist die Dominanz der Konsolen, die für Publisher und Entwickler immer wichtiger werden. Fast jeder größere Titel geht als Multiplattformer an den Start, Einiges erscheint zusammen mit PlayStation 2, GameCube und Xbox auch für die Xbox 360. Wie bedeutend die Games Convention inzwischen für die Branche und für die Redmonder (bzw. deren deutscher Vertretung) im Speziellen geworden ist, unterstrich Microsoft mit der Ankündigung des Launchpreises der Xbox 360.
Weltweit rätselte man bisher über die Höhe des für die Konsole zu entrichtenden Obolus. Seit dem 17.08. ist nun gewiss, dass die Core-Version für 299 zu haben ist, das umfangreichere Normalsystem mit einem Gros an Zubehör aber für 399 zu haben ist. Die Nennung des Xbox 360 Preises bildete nach 57 Minuten langer Wartezeit den Schluss der Microsoftschen Xbox-Konferenz, zugleich aber wohl auch den Höhepunkt sämtlicher Pressekonferenzen.
So gingen Neugierige bei Nintendo und Sony eher leer aus. Letztere präsentierten neben viel Statistik und Werbeclips vor allem schon bekanntes Videomaterial zu den Launchtiteln der PlayStation Portable. Auf der alternden PlayStation 2 wird nach Eyetoy und SingStar das sogenannte Buzz: The Music Quiz erscheinen, von dem sich SCED einen ähnlichen Erfolg wie bei den beiden anderen Mitmach-, Spaßhab- und Lächerlichmachspielen erhofft. Immerhin wird die Blamage nicht ganz so groß, muss man sich doch weder hüpfend oder trällernd vor der Mitspielern präsentieren, sondern begnügt sich damit, einen von vier Buzzern zu drücken und möglichst viele der über 5.000 Fragen aus dem Musikbusiness richtig zu beantworten. Interessierte der irgendwann kommenden PlayStation 3 wurden lediglich mit einem Bild der Konsole und der Ankündigung, die Spieleplattform im nächsten Jahr auf der Messe vorstellen zu wollen, vertröstet. Anderes war aber auch nicht zu erwarten.
Nintendo konnte indes einige deutsche Releasedates verraten, zeigte ansonsten aber auch nur schon Bekanntes (von der E3). Wer wie in den USA auf eine Preissenkung des Nintendo DS spekulierte, ging leer aus. Immerhin gab es noch den neuen Game Boy Micro zu sehen, der bereits am 4. November für 99 in den europäischen Handel kommt.
Bei Deep Silver (KOCH Media) gab es anfänglich Rush For Berlin zu sehen, nach Beseitigung technischer Schwierigkeiten konnte man sich in einer Live-Vorstellung auch von Paraworld, das vom Berliner Entwicklerkombinat SEK hergestellt wird, überzeugen. Abschließend führte ein sichtlich unausgeschlafener Vertreter der Piranha Bytes, jenem Entwicklerstudio, das sich für Gothic 3 verantwortlich zeigt, eben dieses vor. Mit der Ankündigung, auch in diesem Jahr wieder ein Gothic-Fan-Zelten am Leipziger Auensee durchzuführen, unterstrich man zudem noch einmal die Nähe zum Spieler, die bei der Entwicklung von Gothic 3 einfließt.
Buena Vista Games (Disney) zeigte eher unspektakuläre Titel für die jüngere Zielgruppe. Von der Versoftung des am Ende des Jahres in die Kinos kommenden Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia erhofft man sich sehr viel. Ob der gewünschte Erfolg eintritt, hängt aber vom Abschneiden des Filmes ab. Da Disneys Filme in letzter Zeit immer mehr unter Zuschauerschwund zu leiden hatte, könnte es für BVGs einziges Zugpferd eng werden.
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GC - Der erste Messetag im Test.
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