Geheimakte FBI: Die Kunst des Mordens

Review
Plattform
PC
Vertrieb
City Interactive
Entwickler
City Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
-
Geheimakte FBI: Die Kunst des Mordens [PC , looki.de]

Gesamtwertung

69%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Geheimakte FBI: Die Kunst des Mordens

Bisher war der polnische Publisher City Interactive lediglich durch Budgettitel wie Terrorist Takedown 2 und Ubersoldier 2 in Deutschland bekannt; diese hatten zwar allesamt ihre Qualitäten, konnten in der Gesamtheit jedoch großen Namen wie Crysis oder Call Of Duty 4 selbstverständlich nicht das Wasser reichen und verschwanden so im grauen Mittelmaß. Umso verständlicher also, dass man sich mit Geheimakte FBI: Die Kunst des Mordens an ein neues Genre wagte, um alte Vorurteile gegenüber früheren Produktionen über Bord zu werfen und gleichzeitig in Sachen Adventure Fuß zu fassen. Dies gelang zumindest auf den ersten Blick, bei genauerem Hinsehen jedoch zeigte sich die mangelnde Erfahrung der Polen.

Herzloser Opfer und eine hübsche Agentin

Im Spiel schlüpft man in die Rolle der jungen FBI-Agentin Nicole Bonnet, die sich nach dem Tod ihres Partners mit einem Fall betraut sieht, der komplizierter gar nicht sein könnte. So treibt ein Serienmörder in New York sein Unwesen und bringt seine Opfer auf perfide Weise zur Strecke - indem er ihnen das Herz herausschneidet und lediglich eine antike Münze am Schauplatz des Geschehens zurücklässt.

Die einzige Spur führt dabei anfangs in ein Museum für praekolumbianische Kunst, geht man bei der Staatspolizei doch von einem rituellen Messer als Mordwaffe aus. Doch der Killer arbeitet nach einem ganz bestimmten Schema, wie Nicole schnell begreift und kurzerhand findet sich die Nachwuchsagentin in einem Sumpf aus Drogen, Rachegelüsten und blutigen Morden wieder, der sie bis nach Südamerika führt.

Viel zu einfach für das FBI!

Dennoch weißt die Story trotz aller guten Ansätze immer wieder Lücken auf, die nicht zuletzt auf Logikfehlern im Rätseldesign beruhen, und damit den Spielfluß stören. So bekommt Agent Bonnet beispielsweise zu Beginn des Spiels einen neuen Partner zugeteilt, der sich jedoch ebenso gut versteckt wie der Mörder selbst, und lediglich per SMS und kleineren Zetteln mit dem Spieler Kontakt hält.

Auch auf die Träume der Protagonistin Nicole geht das Spiel nicht wirklich ein und so steht der Spieler am Ende vor vielen unbeantworteten Fragen. Verwunderlich ebenso, dass Räume oder Gegenstände erst nach gewissen Gesprächen oder Aktionen betretbar bzw. benutzbar sind. Warum können wir also Gegenstände aus einer Kiste nur in gewissen Abständen mitnehmen, obwohl der Spieler bereits früh erkennt, dass gewisse Objekte durchaus auch im späteren Verlauf nützlich sein werden. Stattdessen pendelt man also von Ort zu Ort, lediglich um der Linearität des Spiels nachzukommen. Ähnlich verhält es sich mit den Schauplätzen. Diese sind in teilweise in mehrere Räumlichkeiten aufgeteilt, die jedoch nicht sehr groß ausfallen und ebenfalls mit Hotspots geizen.

Betritt man einen solchen Schauplatz ist man an diesen gebunden, bis man alle wichtigen Rätsel gelöst, Gegenstände gesammelt oder Personen befragt hat.

Es ist somit nicht möglich, verschiedene Schauplätze zu bereisen um nachzusehen ob man vielleicht irgendwo etwas übersehen hat; stattdessen klappert man die Orte nacheinander ab, was das Spiel einerseits erheblich einfacherer, andererseits sehr linear wirken lässt. Auch die geringe Spielzeit von acht Stunden ist somit zu erklären. Schauplätze an denen man länger als zehn Minuten feststeckt gibt es dadurch genauso wenig wie verschiedene Lösungswege oder überraschende Wendungen. Ebenfalls die Möglichkeit zu sterben bringt keinerlei Schwung in das müde Rätseldesign, wird diese doch nur selten verwendet.

Weitere Kritikpunkte sind die geringe Anzahl an Hotspots, die sich auf maximal vier pro Raum (was knapp 16 bis 20 pro Schauplatz entspricht) beschränken und somit wenig Freiraum zur Interaktion bieten, sowie mangelnde Gespräche mit anderen Personen. Auch Multiple Choice-Fragen bzw. Antworten fehlen hier gänzlich.

Auf spannende Konversationen, Überredungsarbeit oder gar hitzige Wortgefechte muss man also in Geheimakte FBI gänzlich verzichten. Zusätzlich vereinfacht eine Hinweislupe, mit welcher sämtliche Hotspots des Raumes, in dem sich die Protagonistin befindet, angezeigt werden, die Rätsel.

Leblos, aber trotzdem schön

Besser machten es die Entwickler bei der grafischen Gestaltung der Schauplätze sowie dem Sound und der Synchronisation. Hier glänzt Geheimakte FBI vor allen Dingen durch gute Sprecher und einer gedämpften Hintergrunduntermalung, die kein Grund zur Kritik bietet. Die Schauplätze sind indes überaus detailliert und realistisch gestaltet worden; eine gute Ausleuchtung der einzelnen Räume sowie verschiedene Blickwinkel bieten darüber hinaus Abwechslung.

Dennoch wirkt die grafische Darstellung trotz prachtvoll gerenderter Schauplätze größtenteils starr und leblos; nur vereinzelt gibt es kleinere Animationen von Tieren oder Lampen zu sehen und belebte Orte werden kaum besucht. Völlig unverständlich auch die friedhofsähnliche Atmosphäre an manchen Orten, die, angesichts der nachtaktiven Metropole New York in welcher die Handlung stattfindet, nicht authentisch erscheint. Schade, dass gerade hier viel Potential verschenkt wurde und dadurch der Spielfluss in vielerlei Hinsicht gestört scheint.

Dies wird ebenfalls bei den Zwischensequenzen deutlich, die zwar versuchen düster und spannungsvoll rüberzukommen, jedoch aufgrund einer schlecht angesetzten Spannungskurve meist überflüssig wirken.

Fazit

Geheimakte FBI: Die Kunst des Mordens beweist gute Ansätze und kann sich in grafischer wie soundtechnischer Natur durchaus mit Referenztitel des Genres messen lassen. Doch leider will trotz schön gestalteten Schauplätzen keinerlei Atmosphäre aufkommen; dazu sind diese für eine Großstadt viel zu leer und starr, wirken leblos und menschenleer. Weiterhin ist man größtenteils von den Rätseln enttäuscht, die viel zu linear und einfach ausfallen. Hier fühlt man sich teilweise an TKKG-Spiele aus dem Hause Tivola erinnert. Diese gestalteten sich jedoch zeitweise schwieriger als der City Interactive-Vertreter. Mal ehrlich, was will man denn an einem auf einen Raum begrenzten Schauplatz mit vier Hotspots und drei Inventargegenständen schon großartig tun? Wo sind die verschieden Antwortmöglichkeiten beim Gespräch mit anderen Personen; immerhin sind wir vom FBI, verdammt noch mal! Und dieser Verein ist man nun einmal bekannt für psychologische Überzeugungsarbeit. Wo bleiben die Puzzles, wo die Denkaufgaben, an denen selbst ein Profi lange zu knabbern hat….? Stattdessen plätschert der Titel nur so vor sich hin und spielt sich gleichzeitig wie ein Film, ein Film mit zu geringer Laufzeit und einem enttäuschenden Schluss, der keinen Spieler wirklich befriedigen kann.

Geheimakte FBI: Die Kunst des Mordens [PC , looki.de]

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