Ghost Recon: Advanced Warfighter

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Red Storm Entertainment
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Ghost Recon: Advanced Warfighter [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

88%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Ghost Recon: Advanced Warfighter

Vier Freunde sollt Ihr sein

Die Story von Ghost Recon: Advanced Warfighter ist simpel und schnell erzählt: Im Jahre 2013 zetteln der mexikanische General Ontiveros und sein Sohn einen Putsch an und bringen ganz Mexico City unter ihre Gewalt. Klar, dass diplomatische Mittel hier total fehl am Platze sind, da diese Leute keine andere Sprache verstehen als Waffengewalt. Und so werden wir als Anführer der so genannten Ghosts, der besten Spezialeinheit die die USA zu bieten haben, nach Mexico City geschickt, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen.

Schon die Jahreszahl zeigt, dass wir uns mit allerlei Hightech-Equipment vertraut machen dürfen. Das so genannte Crosscom stellt zum Beispiel ein Monokel dar, welches jeder unserer Teammitglieder mit sich trägt. Dieses erfasst Feinde, Wegpunkte und die Himmelsrichtung und speichert die gesammelten Informationen. Soll heißen, erblickt einer unserer Ghosts einen Gegner, den die anderen Teammitglieder noch nicht gesehen haben, wird dieser vom Crosscom erfasst, mit einem roten Karo umrandet und stellt nun auch für alle anderen ein gut sichtbares Ziel dar.

Ein weiteres Schmankerl sollte übrigens der zweite Teil des Crosscom darstellen, ein kleiner Bildschirm in der oberen linken Ecke Eures Sichtfeldes. Durch diesen seht Ihr was Eure Ghosts sehen, jedoch nur durch Gitterlinien dargestellt, was vollkommen nutzlos ist. Zoomt Ihr diesen Screen heran, nimmt dieser den vollen Bildschirm ein und Ihr seht nun in Echtzeit durch die Helmkamera, was leider genauso so nützlich wie ein Kropf ist, da die Kamera nicht bewegt werden kann, Ihr also quasi an die Blickrichtung Eures Teammitgliedes gebunden seid. Appropos Team: Meistens seid Ihr zu viert in den urbanen Gebieten unterwegs. Als Führer der Truppe dürft Ihr natürlich auch Befehle erteilen. Die Namen Eurer Ghosts findet Ihr am linken Bildschirmrand.

Per Maussteuerung wählt Ihr dann einen, zwei oder alle drei Ghosts aus und gelangt über einen weiteren Klick in die Befehlleiste. Neben den üblichen Kommandos wie Folgen oder dem Bilden einer neuen Formationen findet Ihr auch noch den Angriffs- oder Verteidigungsbefehl in dieser Leiste.

Hast du einen an der Waffel?

Leider gehen Euren Ghosts die Befehle manchmal am Allerwertesten vorbei. So kommt es vor, dass Ihr in der Klemme steckt und Eure Mitglieder den Feind ablenken sollen. Den Befehl habt Ihr gegeben, doch wo bleiben Eure Pappenheimer? Entweder kommen sie dem Kommando gar nicht nach, oder stehen mehrere Meter entfernt von ihrem eigentlichen Ziel, obwohl sie durch ein kurzes 'Ich bin da!' signalisieren, schon am Ziel zu sein. Solche groben KI-Schnitzer kommen leider zu häufig vor und trüben den Eindruck der ansonsten gelungenen künstlichen Intelligenz.

Besser folgen Eure Kollegen schon den Befehlen, die Ihr mithilfe einer taktischen Übersichtskarte erteilen könnt. Denn hier könnt Ihr exakt festlegen, welcher Ghost welchen Weg einschlägt und was er machen soll. Flankenangriffe und sonstige anspruchsvolle Manöver werden somit zum Klacks.

Man kann über die Übersichtskarte als typischer Shooter-Fan denken was man will: Fest steht, dass sie zwar den ansonsten fixen Spielablauf das ein oder andere Mal unterbricht, jedoch wesentlich mehr hilft als ein bloßes Vorstürmen. Falls Eure Ghosts mal ins Gras beißen, solltet Ihr nicht gleich in Panik ausbrechen, denn die KI-Begleiter stehen in der nächsten Mission wieder zur Verfügung.

In den insgesamt elf Levels des Spiels bekommt Ihr es mit allerlei unterschiedlichen Missionszielen zu tun, die oft die ein oder andere Überraschung für Euch parat haben. In einer Mission sollt Ihr zum Beispiel die amerikanische Botschaft erreichen, um den Vizepräsidenten aus dem Bienennest zu evakuieren.

Wir erblicken aus knapp 100 Metern die Botschaft, scharen unser Team um uns und wollen gerade vor Erleichterung Luft holen, als durch Panzerbeschuss das ganze Gebäude in sich zusammenbricht. Wir hechten uns wegen fliegender Trümmer in Sicherheit. Solche bösen Fallen werden Euch in den Missionen oft gestellt.

Einzelgänger und Möchtegern-Rambos kommen in Ghost Recon 3 maximal zwei Straßenecken weit, spätestens dann hat man schon mehr als eine Kugel im virtuellen Kopf. Dafür sorgen vor allem die zielgenauen Feinde sowie die verwinkelten Levels, die für eine derart dichte Atmosphäre sorgen, dass man diese in dicke Scheiben schneiden könnte.

Hinter jeder Ecke könnten Soldaten, Geschütze oder gar Panzer sein. In der klaustrophobischen Enge von Mexico City muss man wirklich mit allem rechnen, vor allem aber mit einem baldigen Tod, wenn man nicht vorsichtig genug an die Missionen herangeht.

Ja komm, such, such!

Ein wichtiges Utensil dürfte die fliegende Sucherdrohne darstellen, die Euch in manchen der Levels zur Verfügung steht. Hier könnt Ihr auch das Crosscom richtig sinnvoll einsetzen. Ihr befehligt die unbemannte Drohne in irgendeine Richtung und könnt durch die Erkenntnisse und natürlich die Kamera der Drohne Gegner schon vorher ausmachen und die Lage des Gebietes sondieren.

Doch Vorsicht: Die Drohne bekommt nicht jeden Feind vor die Linse, also solltet Ihr dennoch auf jeden Eurer Schritte aufpassen. Nur schade, dass Ihr in den teils komplexen Aufträgen nicht frei speichern dürft, sondern auf Checkpoints angewiesen seid, die das für Euch übernehmen. Ghost Recon 3 wird somit des Öfteren zum Apfel aus Granit, in den man beißen muss. LAN- und Online-Zocker dürfen sich über den gelungenen Mehrspielermodus freuen: dieser bietet neben dem Belagerungs- auch den kooperativen Modus. Ersteren hat man schon öfters in anderen Shootern gesehen, aber der Koop-Modus ist das wirkliche Highlight.

Auf mehreren Maps tritt man wie im Singleplayerpart als Team gegen Rebellen an und muss verschiedene Missionsziele erfüllen. Einer der Ghosts ist der Anführer des flotten Vierers und genau dieser kann Befehle erteilen und Taktiken ausarbeiten, darf jedoch unter keinen Umständen sterben, denn ansonsten ist die gesamte Mission verloren.

Grafisch kommt die PC-Version von Ghost Recon: Advanced Warfighter zwar nicht ganz an die opulente Xbox 360-Fassung heran, dennoch muss es sich keineswegs vor aktuellen Shootern verstecken. Schon alleine der Fallschirmabsprung in der ersten Mission sorgt für offene Kinnladen. Dazu kommen detaillierte Texturen, eine lebendig wirkende Umgebung und flüssig wirkende Animationen. Und zu guter Letzt wären da noch die Effekte, vor allem bei Explosionen: nie war es schöner, Panzer in die Luft zu jagen oder Gegnermassen mit dem Granatenwerfer über den Jordan zu schicken.

Auch beim Sound haben sich die Entwickler redlich Mühe gegeben. Neben dem ausgezeichneten Soundtrack haben sich auch die Effekte ein besonderes Lob verdient. Die Waffen klingen allesamt sehr realistisch, Surroundsystem-Besitzer dürfen sich zudem über wuchtige Klänge freuen, sobald der Raketenwerfer zum Einsatz kommt.

Fazit

Ich bin verzaubert! Der Grund hört auf den Namen Ghost Recon: Advanced Warfighter und bietet neben einem umfangreichen und spannenden Einzelspieler- auch einen spaßigen Mehrspielermodus. Weitere Glanzleistungen: eine wunderschöne Grafik, fetter Sound und eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Zudem fesseln die Einsätze dank ihrer Kniffligkeit immer wieder an den Bildschirm.

Demgegenüber stehen jedoch gravierende Schwächen bei der künstlichen Intelligenz Eurer Mitstreiter und ein - durch Checkpoints bedingter - alles andere als einfacher Einzelspielermodus, der gerade Anfängern die Schweißperlen ins Gesicht treiben dürfte. Schade auch, dass Voice-over-IP im Mehrspielermodus nicht unterstützt wird. Ansonsten ist Ghost Recon 3 das absolute Non-plus-Ultra der Taktik-Shooter auf dem PC.

Ghost Recon: Advanced Warfighter [PC , Justgamers]

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