Gesamtwertung46%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Spiele mit historischem Inhalt erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Egal ob der Zweite Weltkrieg, das Mittelalter oder die Antike. Jede Epoche wird mit diversen Titel abgedeckt. Ganz vorne mit dabei war und ist das römische Weltreich. Der History Channel, bekannt für seine Geschichtsdokumentationen, veröffentlicht seit einiger Zeit eigene Spiele und beschäftigt sich in seinem neusten Teil Great Battles of Rome mit der römischen Blütezeit. Ob jedoch historisch besonders akkurate Titel auch für den nötigen Spielspaß sorgen?
Ein langer Weg liegt vor euch
Sich mit dem römischen Imperium zu befassen, ist für jeden Spieleentwickler sicherlich eine Herausforderung. Bedenkt man, wie viele Errungenschaften von den Römern stammen, wie umfassend das römische Staatswesen war, wie wechselhaft die Regierungsformen und wie ausgeklügelt die militärischen Taktiken, fragt man sich als Laie, wie dies alles virtuell unter einen Hut zu bringen ist. Da ein Weltreich wie Rom auch auf dem PC nur in Teilen darzustellen ist, versuchen die diversen Titeln sich lediglich an unterschiedlichen Aspekten.
Great Battles of Rome behandelt, wie der Name bereits verrät, den militärischen Aspekt der römischen Vorherrschaft. Weil jedoch die überwiegende Zahl der Spiele-Produzenten nicht aus Historikern besteht, haben sich die Verantwortlichen von Black Bean den History Channel zur Unterstützung zur Hilfe geholt, um einen historisch möglichst authentischen Titel abzuliefern. Dass die Entwickler dabei auch die Spannung und den Spielspaß nicht außer acht lassen wollen, merkt man bereits am stimmigen Intro. Gleiches gilt auch für sämtliche Zwischensequenzen des Spiels, welche auf dem umfangreichen Doku-Material des History Channels basieren. Rund 50 Minuten Filmausschnitte, wurden zur Verfügung gestellt.
Nach dem ansprechenden Intro, beginnt ihr zunächst einmal mit dem Tutorial, um euch mit Great Battles of Rome besser vertraut zu machen. Auf der Übersichtskarte werden die Einheitenverbände durch einzelne Figuren dargestellt. Die Figuren müsst ihr nun mit taktischer Finesse einsetzen. Anschließend erteilt ihr eurem Militärapparat verschiedene Order.
Habt ihr diesen Teil absolviert, wechselt das Geschehen von der taktischen Übersichtskarte hin zur 3D-Ansicht. Ihr dürft wahlweise euren Einheiten zusehen, wie sie die von euch gegebenen Kommandos ausführen, oder selbst Hand anlegen. Doch Vorsicht: Dies geht nur dann, wenn ihr ausreichend Befehlspunkte besitzt! Während ihr eure ersten Feldversuche noch mit simpler Überrenn-Taktik bewältigen könnt, zieht der Schwierigkeitsgrad im späteren Verlauf des Spiels an. Kniffelig sind die Aufgaben, die es unter Zeitdruck zu bewältigen gilt.
Doch eher langweilig
Habt ihr eine Schlacht gewonnen, heißt dies natürlich noch lange nicht, dass ihr auch den Krieg gewonnen habt. Vielmehr geht es direkt in den nächsten Kampf. Zwischendurch können die Soldaten geheilt werden, neue Rüstungen bekommen und in ihren Fähigkeiten verbessert werden.
Wahlweise stehen euch defensive oder offensive Fähigkeiten zur Verfügung. Ist euer Staatssäckel prall gefüllt, erwerbt ihr zusätzliche Einheiten, von denen es rund zwanzig unterschiedliche Arten mit Stärken und Schwächen gibt.
Die Einheiten sind dringend von Nöten, werden euch doch immerhin über 100 historisch nachempfundene Schlachten geboten, welche die Römer gegen ihre Feinde schlugen. Doch während das Spielprinzip an sich in Teilen überzeugen kann, wird man hinsichtlich der Grafik wirklich enttäuscht. Diese ist nämlich so spektakulär, wie eine Butterfahrt mit Heino. Langeweile inklusive. Warum es die Entwickler nicht ansatzweise geschafft haben, einen optisch anspruchsvollen Titel im Stile eines Rome: Total War zu erschaffen, ist uns ein vollkommenes Rätsel. Gleiches gilt im Übrigen auch für den Multiplayer. Lediglich gegen einen weiteren Mitspieler im LAN dürft ihr antreten. Dies ist in der heutigen Zeit geradezu eine Frechheit, bedenkt man, mit welchen Möglichkeiten die Mitbewerber ihre Käufer zufrieden stellen.