Gesamtwertung70%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Nazis und andere Schurken haben Geschäftlich in Tibet zu tun... während des Krieges. Klar, dass das nur Ärger bedeuten kann. Und da Colonel Grom eh noch ein ernstes Gespräch mit den selbsternannten Herrenmenschen zu führen hat, mischen wir uns mit ein und sagen Euch, ob Grom... Terror in Tibet ein Spiel für die lauschigen Wintermonate ist.
Auf des Messers Schneide
Die Nazis waren schon immer schurkische Gesellen und daher verwundert es nicht, das die üblen Wichten nicht nur in Europa für mächtig Furore sorgen, sondern auch in dem eher bedächtig wirkenden Himalaja Staat Tibet. Dort sollen nämlich einer Sage nach die zwölf Wunderwaffen des Königs Arjuna verborgen sein. Klar, dass die Sauerkraut-Liebhaber alles daransetzen, sich dieser möglicherweise kriegsentscheidenden Utensilien habhaft zu werden.
Doch es gibt nur einen Helden, der dem Treiben der Herren etwas entgegenzusetzen vermag Grom, Colonel Grom, der sowieso noch ein Hühnchen mit ihnen zu rupfen hat. Während in Europa und im Pazifik noch immer der Krieg tobt, glaubte Grom und Pjetr, letzterer Schmuggler und nun bester Freund des Helden, hier in der Abgeschiedenheit der Berge, vor den Auswüchsen des Krieges verschont werden zu können.
Doch da irrten die Herren, die, nach nicht sonderlich erfolgreicher Verteidigung ihrer polnischen Heimat ein Exil in Tibet fanden, nun wieder mit dem Eisernen Kreuz der Wehrmacht konfrontiert werden, das kaum übersehbar auf der Heckflosse eines recht großen Zeppelins prangt. Da die beiden aber alleine kaum was gegen die Nazis ausrichten können, heißt es nun, schnell die englische Garnison zu benachrichtigen und danach dem deutschen Pack die Pläne kräftig durchkreuzen.
Der Weg dorthin ist aber weit und gefährlich und so verwundert es kaum, dass vagabundierende Wegelagerer dem Heldentrupp aufzuhalten gedenkt. Und damit herzlich willkommen im Tutorial. Schon hier fällt auf, dass Grom kein Adventure im Stil der alten Indiana-Jones-Titel ist, sondern vielmehr eine strategische Komponente besitzt, in der man sich an Gegner heranschleichen und diese ggf. auch aus dem Leben in den pixeligen Tod verfrachten kann.
Hat man das kurze und überspringbare Tutorial aber erst einmal überstanden, beginnt der wahre Kampf gegen die Feinde der Freiheit Grundsätzlich lässt sich Grom grob in zwei Spielfunktionen unterteilen. Dem klassischen Hin-und-Her-Lauf-Adventure-Part und dem bereits erwähnten Kampf-Part.
In letzterem entscheidet sich leider, ob man im Spiel vorankommt oder nicht, wenn der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe stetig ansteigt, während Rätseleinlagen im direkten Vergleich weniger im Anspruch steigen. Um den Deutschen oder anderen uns feindlich gesonnen Personen gehörig einen modischen Scheitel zu ziehen, verfügen Grom und seine bis zu fünf steuerbaren Kompanions über allerlei Bewegungsmodi und Waffenarsenale.
Jeder einzelne Spielcharakter verfügt über sein eigenes Inventar und Waffenarsenal, aus dem sie auch während des Kampfes frei wählen können und folgen den über eine Art Kreis-Menu festgelegten Verhaltensregeln im Kampf. So können beispielsweise die Fernkämpfer mit ihren Gewehren im Anschlag bäuchlings im Himalaja-Staub liegen und alles unter Feuer legen, was daherkommt, während die Nahkämpfer machetenschwingend und granatenwerfend angestürmt kommen.
Sogar die Wahl, ob aktiv oder passiv gekämpft werden soll, also Angriff oder Verteidigung, kann gewählt werden.
Leider hat die dünne Luft in den Bergen dem einem oder anderen etwas zu sehr aufs Gehirn geschlagen, denn teilweise stellen sich die eigenen Kämpfer quasi selbst ein Bein, beispielsweise, wenn ein Charakter die Schusslinie eines anderen kreuzt, kann letzterer nicht mehr schießen, macht aber auch keine Anstalten, seine Position zu ändern.
Fatal, wenn während der Kämpfe der Spieler die Übersicht verliert und als Endresultat neben einigen Feinden auch eigene Charaktere blutend alle Viere von sich strecken, was oftmals einem Neuladen eines hoffentlich recht aktuellen Spielstandes nach sich zieht. So kämpft und metzelt sich Grom und seine bucklige Freundschaft durch das Tibet-Tal, vom Gedanken getrieben, dem Deutschen oder anderen Miesepetern gehörig eins aufs Fressbrett zu geben.
So kommt man langsam herum in Tibet und erfüllt für einige Leutchen nebenher auch einige klassische Rollenspiel-Abenteuer wie Bringe X nach Y.
Aufgelockert wird alles durch den teilweise schreiend komischen Humor der Macher. Wenn man beispielsweise einige Tibetaner in einer Stadt dabei beobachtet, wie sie Filmeraten unter zu Hilfenahme von Pantomime spielen, kann ein gelegentliches Grölen schon mal vorkommen.
Ebenfalls drollig sind die kleinen eingestreuten Mini-Spielchen, die nicht nur die Reaktion des Spielers testen, sondern auch klingende Münzen für Grom bedeuten. So hat man beispielsweise das Vergnügen, sich bis zu fünf Minuten von einem Einheimischen mit Messern bewerfen zu lassen. Sollte man in dieser Zeit nur dreimal getroffen worden sein, streicht man den Gewinn ein, wenn nicht tja, dann geht ein Medipack drauf, um die Wunden zu heilen.
Die Steuerung von Grom ist durchwachsen. Zwar kann man mit wenigen Mausklicks alle wichtigen Aktionen durchführen, aber teilweise ploppt das wichtige Verhaltensmenu recht gemächlich auf, zu langsam jedenfalls, um schnell auf gegebene Situationen reagieren zu können.
Richtig nervig ist aber die Wegfindungs- bzw. die Wir-folgen-Cheffe-Routine. Fast alle mitlaufenden Charaktere sind einzeln steuerbar, nur eine einzige, dafür ungemein wichtige Figur, ist nur passiv steuerbar, sprich, sie trottet hinterher und schaut dabei immer blöd aus der Wäsche: DAS YAK!
Man muss GENAU vor dem Vieh stehen, damit es reagiert und ggf. eine 180°-Wende vollführt. Ist man zu schnell, bleibt das dusselige Tier einfach stehen und scheint sich die Gegend anzuschauen. Speziell in Ortschaften kann es vorkommen, dass es an einer Hauserecke stehen bleibt und selig darauf wartet, wieder abgeholt zu werden. Klingt vielleicht nicht so schlimm, wenn man das aber regelmäßig machen soll, nervt es gewaltig.
Sind die zweidimensionalen Hintergrundgrafiken noch einigermaßen hübsch zu nennen, glaubt man bei den Figuren selber eine um sich greifende Wasserkopf-Epidemie zu diagnostizieren. Die Köpfe sind fast größer als der Torso.. aber hey, wer weiß schon, was die das so geraucht haben und was im dortigen Wasser ist und außerdem kann man so besser die teilweise lustigen Gesichtsausdrücke erkennen. Im Allgemeinen sind die Animationen recht gut gelungen und es macht irgendwie Spaß, den Jungs beim Wasserkopf-Spazieren-Tragen zu beobachten. Praktischerweise kann man das Sichtfenster herauszoomen, sodass man dann über eine Art Karte verfügt.
Es lässt sich ein Trend in Deutschland vernehmen denn die Leistungen der Synchronstudios nimmt gewaltig zu. Hatte man früher das Gefühl, die Stimmen der Protagonisten seien kurz nach dem Massenbesäufnis von den besonders Besoffenen aufgenommen worden, gibt es heutzutage immer mehr professionelle Sprecher. Auch Grom kann damit glänzen, wirklich hervorragende und zu den Charakteren passende Sprecher gefunden zu haben. Selbst der orchestrale Soundtrack passt sich wunderbar ein und nervt nicht nach kurzer Zeit.
Grom... Terror in Tibet im Test.
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