GSR: German Street Racing

Review
Plattform
PC
Vertrieb
bhv Software
Entwickler
Team 6
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
GSR: German Street Racing [PC , looki.de]

Gesamtwertung

41%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

GSR: German Street Racing

Auf der beliebten Welle der Spiele, die sich mit illegalen Straßenrennen schmücken, schwimmt auf der Spitze ganz klar Need for Speed: Underground. Doch jeder Erfolg bringt auch Nachahmer mit sich, die versuchen die Lorbeeren für das erfolgreiche Konzept in oft nur leicht veränderter Form für sich einzuheimsen. So viel können wir schon jetzt sagen: GSR gehört eindeutig dazu! Warum das so ist, lest Ihr in unserem Review.

Vergesst es doch einfach...

Es kommt alles so vertraut vor: Man startet das Spiel, gelangt ins Hauptmenü und erblickt sogleich eine eindeutig getunte Edelkarosse, die wohl irgendwie „hipp“ sein soll. Moment mal, haben wir aus Versehen die Installations-CD von Need for Speed: Underground im Laufwerk? Mit prüfenden Augen analysieren wir das Laufwerk und nein, wir haben uns nicht geirrt. Da steht irgendwas mit German Street Racing oder so drauf.

Naja egal, der Name klingt schon abschreckend. Also nichts wie ab in den Karrieremodus, vorher noch kurz ein abgewracktes Stück Altmetall auf Rädern ausgewählt und ab ins erste Rennen! München dient also als Strecke, aha. Naja, da dürfen wir uns ja auf Sehenswürdigkeiten freuen.

Die Fahrphysik ist echt nicht von schlechten Eltern, sondern von grausamen. Mag sein, dass GSR auf Arcade ausgelegt ist, aber solche Karambolagen gibt’s sonst echt nur bei Matrix und da viel schöner. Und Leute, denkt ja nicht, dass ihr abhebt wie Michael J. Fox, wenn Ihr das im echten Leben nachmacht.

Okay, der erste Schock ist überwunden, ab zum nächsten. Was bitte schön verstehen die Entwickler unter einem Drift-Rennen? Scheinbar ein Wettrennen im Kreis, Punkte für’s Driften gibt es nicht. Das wär aber auf Strecken wie München auch unmöglich gewesen, also kann es ja nur halb so schlimm sein. Dass es noch absurder geht, beweisen die Drag-Rennen. Punkt A: Das ist ja sowas von geklaut und Punkt B: Simpler geht es echt nicht.

Wo im Jahre älteren Underground wegen der Geschwindigkeit gutes Timing und Reaktionsvermögen zählten, brauch man sich bei GSR keine Sorgen um den Sieg machen, vor allem deshalb, weil sich die hirnlosen KI-Gegner meistens selbst ins Abseits schießen.

Wenigstens das Tunen ist umfangreicher, als wir anfangs vermuteten, obwohl es natürlich nicht an sein offensichtliches Vorbild heran reicht. Ein weiterer positiver Aspekt ist auch das Schadensmodell, das ja mal richtig gut umgesetzt wurde, aber eben auch nicht sehr komplex ist. Also: Wenn schon berstende Scheiben und verbeulte Karosserien, dann aber richtig!

...so glaubt uns doch!

Für die Leute, die nach dem München-Level nicht schon schreiend die eigenen vier Wände verlassen haben, warten natürlich auch noch andere deutsche Städte wie Düsseldorf und Berlin – so hässlich sind die in Wirklichkeit gar nicht - auf ihre Erkundung. Das gestaltet sich unserer Erfahrung nach jedoch genauso unterhaltsam wie eine Partie Autobahn Raser: World Challenge unter Opiumeinfluss, nämlich so gut wie gar nicht, da einfach kein richtiges Fahr- und Geschwindigkeitsgefühl aufkommen mag. Die mangelhafte Steuerung und die katastrophale Fahrphysik tun da ihr Übriges.

Wer es ganz hart mag, kann sich ja mal den Mehrspielermodus ansehen, der Online- sowie LAN-Rennen unterstützt, zumindest theoretisch. Online-Matches kann man sowieso gleich vergessen, da man – wenn man Glück hat - sowieso keinen Server findet.

Grafisch ist GSR allenfalls nur Durchschnitt: Mögen das Design der Boliden und die guten Spiegelungen auf dem Lack noch recht ordentlich aussehen, verfliegt dieser Eindruck schnell, wenn man das erste Mal auf die Pisten losgelassen wird. Erstens wird wenig Abwechslung geboten, zweitens sind die Umgebungen ein Lacher. Vor allem die Häuserfassaden, die manchmal sogar als Streckenbegrenzung dienen, sind potthässlich.

Auch beim Sound verkommt das Spiel zum Rohrkrepierer. Einziger Lichtblick sind die akzeptablen Motorengeräusche sowie der gute Soundtrack, der Rest ist akustisch ähnlich spektakulär wie eine Partie Solitär – Oh man, I've got the rhyme! Die Effekte sind grob gesagt einfach nur unter aller Sau.

Fazit

Da ich sowieso schon viel zu viele Worte über German Street Racing verschwendet habe – Zeit ist ja schließlich Geld – fasse ich mich nun kurz: Für Leute, die gerne unrealistisch fliegende Autos sehen, die deshalb fliegen, weil man sie mit 20 km/h angerempelt hat und auf ein Fahrgefühl stehen, das nur von der unvergleichlichen Autobahn Raser-Serie übertroffen wird, denen sei GSR wärmstens ans Herz gelegt. Alle anderen – also 99% unserer Leser – sollten großen Abstand halten – und dabei versuchen, nicht abzuheben wie die Autos in diesem Spiel.

GSR: German Street Racing [PC , looki.de]

Ist der Artikel hilfreich? Dann bookmarken Sie ihn bei:

Hilfe?