Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Nachdem ihr euren bevorzugten Realismusmodus, der sich übrigens von blutiger Anfänger bis knallharter Profi stufenlos einstellen lässt, gewählt habt, geht es eigentlich auch schon direkt los. Durch geschickte Menüführung wählt ihr blitzschnell euer Rennteam und selbst verständlich einer der vielen PS Boliden. Wie der Spielname schon erahnen lässt, beschränkt sich der Fuhrpark auf die Wagen der FIA GT Serie. Doch dies sind nicht gerade wenige, so dürft ihr zwischen 50 verschiedenen Wagen wählen, jeder mit anderen Vor- und Nachteilen und natürlich einem einzigartigen Fahrgefühl. Denn jedes Automodell wurde dank originaler Telemetriedaten perfekt ins Spiel umgesetzt. Deshalb würde es auch den Rahmen dieses Reviews deutlich sprengen, auf alle Unterschiede der 50 verschiedenen Wagen einzugehen. Umso einfacher präsentiert sich dafür die Menüführung. Denn diese navigiert euch ohne Umwege durch die wichtigsten Reiter und katapultiert euch durch wenige Klicks direkt auf die Strecke.
Doch selbstverständlich wird nicht gleich losgerast, denn zuerst gibt es wie in Echt auch einige Trainings und Qualifikationsrunden. Diese laufen in Echtzeit ab, können jedoch auch beschleunigt oder ganz übersprungen werden. Jedoch sollten ungeduldige doch lieber ein bisschen mehr Zeit mitbringen, denn wer sich mit der Strecke nicht vertraut macht, und seine Wagendetails dementsprechend ungenügend anpasst, kommt nur mit viel Glück überhaupt am Ende des Rennens im Ziel an. Durch die sogenannte MOTAC Analyse Software habt ihr jederzeit im Rennen die Möglichkeit, in Echtzeit berechnete Daten über euer Fahrzeug zu erhalten. Durch einfachen Druck der Leertaste schaltet das virtuelle LCD Display zwischen hilfreichen Informationen, wie aktueller Drehzahl, Reifen- und Bremstemperatur und der aktuellen Bestzeit um.
Je nachdem wie die Werte sind, könnt ihr dann die Einstellungen an eurem Wagen, sei es das Differenzial, die Bremskraft oder der Winkel, in dem die Reifen zur Fahrbahn stehen, einstellen. Allerdings ist hier keine KFZ Ausbildung notwendig, denn das hilfreiche Handbuch erklärt dem motivierten Spieler alles was er wissen möchte und bringt einem die Welt des Motorsports auch wirklich ernsthaft näher.
Die Konkurrenz schläft natürlich nicht und verhält sich je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger penetrant. Richtig heiß zur Sache geht es aber erst in den richtigen Rennen, in denen euch der Gegner schon einmal die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn treibt. Kurz gesagt, die KI ist einfach klasse. So werden nicht nur die gegnerischen Boxenstopps und die unterschiedlichen Wagenstrategien perfekt von der KI ausgeführt, nein manchmal könnte man sogar meinen, man wäre aus Versehen in eine Multiplayer Partie gerutscht. Aggressives Überholen und freundliches Platz machen nach einer Überrundung sind da nur zwei der tollen Features, die die KI-Mitfahrer so menschlich wirken lassen. Generell kann man also sagen, dass es SimBin nicht nur gelungen ist, die Fahphysik der Wagen perfekt in das Spiel zu integrieren, sondern auch die KI-Fahrer äußerst realistisch wirken zu lassen. Realistisch jedoch natürlich nur im Sinne, wie sie sich auf der Rennstrecke verhalten, eine Story wie man sie beispielsweise von DTM Race Driver her kennt, gibt es natürlich nicht.
GTR bietet einiges mehr, als normale Multiplayermodi beinhalten. So dürft ihr euch ganz klar auf allen Rennstrecken online gegen andere Motorsport Fans messen, aber auch auf eine Datenbank zurückgreifen, in der ihr eure eigenen Fahrzeugeinstellungen online speichern könnt. Die sind dann selbstverständlich in Multiplayer- und Singleplayerpartien jederzeit verfügbar. Der Spaß soll aber natürlich nicht zu kurz kommen.
Darum findet ihr in der eigenen Lobby jederzeit andere Rennfahrer und könnt diese in mehreren Einzelrennen herausfordern. Als kleines Bonbon sozusagen könnt ihr jederzeit über ein Quickchat Menü kleine Funksprüche an eure Gegner senden und diese beispielsweise über euren aktuellen Wagenzustand informieren. Das Hauptaugenmerk von GTR ist jedoch ganz klar auf den gerichtet, denn Einzelrennen alleine sind wohl etwas mager für einen Multiplayer Modus. Ein paar innovative Spielmodi hätten gerade im Bereich der Rennsimulationen wahre Wunder bewirkt.
Viele Simulationsfans kennen das Problem. Da versucht ein Entwickler ein Spiel so realistisch wie nur möglich zu gestalten und vergisst dabei völlig die Grafik. Doch seit so herausragenden Simulationen wie IL2 Sturmovik könnte man eigentlich meinen, dass dies der Vergangenheit angehört. GTR ist in dieser Hinsicht leider jedoch ein wenig eigen. So wirken die Modelle der Wagen äußerst realistisch und detailgenau, die Fahrbahn jedoch einen Tick zu steril. Landschaft PopUps kommen zum Glück nur im seltensten Fall vor und wenn überhaupt nur auf sehr langen Streckenabschnitten. Eher ist man von der doch recht großen Weitsicht und der sogar noch in weiter Entfernung herrschenden Detailverliebtheit äußerst angetan. Getrübt wird der Spaß jedoch von den sehr mager gestalteten Wettereffekten. Diese wirken sich zwar wunderschön auf die Fahrphysik aus, sind aber so gut wie gar nicht zu erkennen. Bei heftigen Regenschauern plätschert es leider nur ein wenig und von Spiegelungen auf der Straße lässt sich nur träumen. Dafür ist das Wettersystem jedoch äußerst flexible, so kann ein Regenschauer auch gerne mal im Verlauf des Rennens zu einem blauen Himmel umschlagen. Zum Sound braucht man denke ich nicht viel zu sagen, denn wenn der Entwickler Realismus verspricht, dann hält er das auch. Im Fall von GTR bedeutet das hohes Motorgejaule und eine schöne Rückmeldung des Turbos bei jeder Betätigung der Gangschaltung. Motorsportfans kommen im Angesicht einer tollen Soundkulisse wirklich voll und ganz auf ihre Kosten und zwar so, dass das alleinige Zuhören schon Spaß genug bieten kann.
Aber wer dennoch ein Fable für realistische Spiele hat, kann sich ruhig mal mit GTR auseinander setzen. Es ist wirklich die erste Simulation mit hohem Realismusgrad, bei dem ich sagen kann, dass der Einstieg wirklich leicht fällt. Wie gesagt sollte ein gewisses Interesse jedoch vorhanden sein, denn pure Action gibt es eben nicht.
Ein Kritikpunkt der dem Titel auch die fehlenden 5% zur Spitzenwertung vermiest hat, ist die etwas betagte Technik. Zwar wirkt alles so realistisch wie nie, zeigt aber hier und da einiges an Verbesserungsmöglichkeiten. Ein sehr großes Plus gibt es jedoch für die Originalkopien der virtuellen Cockpits. Interessenten können also mit GTR wirklich nichts falsch machen.
GTR - Fia GT Racing Game im Test.
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