GTR - Fia GT Racing Game

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
-
GTR - Fia GT Racing Game [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

GTR - Fia GT Racing Game

Schneller, cooler, lauter! Nein, wir berichten heute nicht von den neuesten CPU Kühlern, sondern von einem der wohl innovativsten Rennspiele dieses Jahrtausends! Denn wer bislang nur Michael Schuhmachers Kart Racing gewohnt war, muss sich nun wohl erst einmal in ärztliche Behandlung begeben, denn GTR – Fia GT Racing Game ist mehr als nur eine Herausforderung fürs Wochenende.

Wer kennt das nicht? An einem schönen Sonntagnachmittag fahrt ihr mit eurem VW 2er Golf gemächlich 105km/h auf der Landstraße und plötzlich taucht ein helles Blitzen im Rückspiegel auf. Nein die Rede ist nicht von einem Gewitter, sondern vom allgemein bekannten Drängler. Ihr bleibt jedoch völlig cool, denn ihr wisst, er hat gegen euch keine Chance. Doch das liegt nicht daran, dass ihr mehr PS als euer Hintermann habt, sondern einfach daran, dass ihr gestern noch den ersten Platz bei GTR – Fia GT Racing Game belegt habt. Aber jetzt mal Hand aufs Herz, wer GTR auf der höchsten Realismusstufe ohne Probleme immer mit dem ersten Platz in der Tasche beendet, kann sich den Umweg übers Kartfahren zum Einstieg in den Motorsport getrost sparen. GTR ist sozusagen das IL2 Sturmovik der Rennsimulationen. Mehr Realismus findet ihr einfach nirgends.

Rennspaß ohne Umwege

Nachdem ihr euren bevorzugten Realismusmodus, der sich übrigens von blutiger Anfänger bis knallharter Profi stufenlos einstellen lässt, gewählt habt, geht es eigentlich auch schon direkt los. Durch geschickte Menüführung wählt ihr blitzschnell euer Rennteam und selbst verständlich einer der vielen PS Boliden. Wie der Spielname schon erahnen lässt, beschränkt sich der Fuhrpark auf die Wagen der FIA GT Serie. Doch dies sind nicht gerade wenige, so dürft ihr zwischen 50 verschiedenen Wagen wählen, jeder mit anderen Vor- und Nachteilen und natürlich einem einzigartigen Fahrgefühl. Denn jedes Automodell wurde dank originaler Telemetriedaten perfekt ins Spiel umgesetzt. Deshalb würde es auch den Rahmen dieses Reviews deutlich sprengen, auf alle Unterschiede der 50 verschiedenen Wagen einzugehen. Umso einfacher präsentiert sich dafür die Menüführung. Denn diese navigiert euch ohne Umwege durch die wichtigsten Reiter und katapultiert euch durch wenige Klicks direkt auf die Strecke.

Doch selbstverständlich wird nicht gleich losgerast, denn zuerst gibt es wie in Echt auch einige Trainings und Qualifikationsrunden. Diese laufen in Echtzeit ab, können jedoch auch beschleunigt oder ganz übersprungen werden. Jedoch sollten ungeduldige doch lieber ein bisschen mehr Zeit mitbringen, denn wer sich mit der Strecke nicht vertraut macht, und seine Wagendetails dementsprechend ungenügend anpasst, kommt nur mit viel Glück überhaupt am Ende des Rennens im Ziel an. Durch die sogenannte MOTAC Analyse Software habt ihr jederzeit im Rennen die Möglichkeit, in Echtzeit berechnete Daten über euer Fahrzeug zu erhalten. Durch einfachen Druck der Leertaste schaltet das virtuelle LCD Display zwischen hilfreichen Informationen, wie aktueller Drehzahl, Reifen- und Bremstemperatur und der aktuellen Bestzeit um.

Je nachdem wie die Werte sind, könnt ihr dann die Einstellungen an eurem Wagen, sei es das Differenzial, die Bremskraft oder der Winkel, in dem die Reifen zur Fahrbahn stehen, einstellen. Allerdings ist hier keine KFZ Ausbildung notwendig, denn das hilfreiche Handbuch erklärt dem motivierten Spieler alles was er wissen möchte und bringt einem die Welt des Motorsports auch wirklich ernsthaft näher.

Die Xenon Lichter im Nacken

Die Konkurrenz schläft natürlich nicht und verhält sich je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger penetrant. Richtig heiß zur Sache geht es aber erst in den richtigen Rennen, in denen euch der Gegner schon einmal die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn treibt. Kurz gesagt, die KI ist einfach klasse. So werden nicht nur die gegnerischen Boxenstopps und die unterschiedlichen Wagenstrategien perfekt von der KI ausgeführt, nein manchmal könnte man sogar meinen, man wäre aus Versehen in eine Multiplayer Partie gerutscht. Aggressives Überholen und freundliches Platz machen nach einer Überrundung sind da nur zwei der tollen Features, die die KI-Mitfahrer so menschlich wirken lassen. Generell kann man also sagen, dass es SimBin nicht nur gelungen ist, die Fahphysik der Wagen perfekt in das Spiel zu integrieren, sondern auch die KI-Fahrer äußerst realistisch wirken zu lassen. Realistisch jedoch natürlich nur im Sinne, wie sie sich auf der Rennstrecke verhalten, eine Story wie man sie beispielsweise von DTM Race Driver her kennt, gibt es natürlich nicht.

Profis unter sich

GTR bietet einiges mehr, als normale Multiplayermodi beinhalten. So dürft ihr euch ganz klar auf allen Rennstrecken online gegen andere Motorsport Fans messen, aber auch auf eine Datenbank zurückgreifen, in der ihr eure eigenen Fahrzeugeinstellungen online speichern könnt. Die sind dann selbstverständlich in Multiplayer- und Singleplayerpartien jederzeit verfügbar. Der Spaß soll aber natürlich nicht zu kurz kommen. Darum findet ihr in der eigenen Lobby jederzeit andere Rennfahrer und könnt diese in mehreren Einzelrennen herausfordern. Als kleines Bonbon sozusagen könnt ihr jederzeit über ein Quickchat Menü kleine Funksprüche an eure Gegner senden und diese beispielsweise über euren aktuellen Wagenzustand informieren. Das Hauptaugenmerk von GTR ist jedoch ganz klar auf den gerichtet, denn Einzelrennen alleine sind wohl etwas mager für einen Multiplayer Modus. Ein paar innovative Spielmodi hätten gerade im Bereich der Rennsimulationen wahre Wunder bewirkt.

Ordentlich was unter der Haube

Viele Simulationsfans kennen das Problem. Da versucht ein Entwickler ein Spiel so realistisch wie nur möglich zu gestalten und vergisst dabei völlig die Grafik. Doch seit so herausragenden Simulationen wie IL2 Sturmovik könnte man eigentlich meinen, dass dies der Vergangenheit angehört. GTR ist in dieser Hinsicht leider jedoch ein wenig eigen. So wirken die Modelle der Wagen äußerst realistisch und detailgenau, die Fahrbahn jedoch einen Tick zu steril. Landschaft PopUps kommen zum Glück nur im seltensten Fall vor und wenn überhaupt nur auf sehr langen Streckenabschnitten. Eher ist man von der doch recht großen Weitsicht und der sogar noch in weiter Entfernung herrschenden Detailverliebtheit äußerst angetan. Getrübt wird der Spaß jedoch von den sehr mager gestalteten Wettereffekten. Diese wirken sich zwar wunderschön auf die Fahrphysik aus, sind aber so gut wie gar nicht zu erkennen. Bei heftigen Regenschauern plätschert es leider nur ein wenig und von Spiegelungen auf der Straße lässt sich nur träumen. Dafür ist das Wettersystem jedoch äußerst flexible, so kann ein Regenschauer auch gerne mal im Verlauf des Rennens zu einem blauen Himmel umschlagen. Zum Sound braucht man denke ich nicht viel zu sagen, denn wenn der Entwickler Realismus verspricht, dann hält er das auch. Im Fall von GTR bedeutet das hohes Motorgejaule und eine schöne Rückmeldung des Turbos bei jeder Betätigung der Gangschaltung. Motorsportfans kommen im Angesicht einer tollen Soundkulisse wirklich voll und ganz auf ihre Kosten und zwar so, dass das alleinige Zuhören schon Spaß genug bieten kann.

Fazit

GTR gehört ganz klar zur Königsklasse der bislang erhältlichen Rennsimulationen. Zumindest Realismusfanatiker kommen voll und ganz auf ihre Kosten. Wer mehr auf Action steht, sollte sich wohl lieber in Richtung Need for Speed: Underground 2 orientieren, denn der Arcade Modus wirkt eher wie eine Carrera Bahn anstatt wie ein echtes Rennspiel. Aber wer dennoch ein Fable für realistische Spiele hat, kann sich ruhig mal mit GTR auseinander setzen. Es ist wirklich die erste Simulation mit hohem Realismusgrad, bei dem ich sagen kann, dass der Einstieg wirklich leicht fällt. Wie gesagt sollte ein gewisses Interesse jedoch vorhanden sein, denn pure Action gibt es eben nicht. Ein Kritikpunkt der dem Titel auch die fehlenden 5% zur Spitzenwertung vermiest hat, ist die etwas betagte Technik. Zwar wirkt alles so realistisch wie nie, zeigt aber hier und da einiges an Verbesserungsmöglichkeiten. Ein sehr großes Plus gibt es jedoch für die Originalkopien der virtuellen Cockpits. Interessenten können also mit GTR wirklich nichts falsch machen.

GTR - Fia GT Racing Game [PC , Justgamers]

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