Gesamtwertung72%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Swing Entertainment hat mit GunGriffon Blaze eines der ersten Spiele für die Playstation 2 noch einmal frisch aufgelegt und möchte das Mech-Actiongame potentiellen Interessenten nun durch die hauseigene HotPrice-Reihe und einen damit verbundenen attraktiven Preis schmackhaft machen. Ob diese Taktik aufgeht oder ob sich Gun Griffon Blaze endgültig in den PS2-Ruhestand begeben sollte, klären wir in unserem Review.
Auch wenn es der Name kaum vermuten lässt, ist GunGriffon Blaze nicht das erste, sondern bereits der dritte Ableger der Mechserie von Entwickler Game Arts. Da die ersten beiden Teile nur auf dem Sega Saturn erschienen sind, ist die GunGriffon Saga vielleicht nicht ganz so populär wie z.B. Gundam oder Mechwarrior. Nachdem die Serie auf der PSone also nicht zum Vorschein kam, konnten die Entwickler mit GunGriffon Blaze vor über zwei Jahren einen der ersten Titel für die Playstation 2 präsentieren, welcher damals die Hardwarepower der neuesten Generation demonstrieren sollte.
Apocalypse Now
In naher Zukunft steuert der Spieler einen der letzen Überlebenden einer Elitekampftruppe, denn fast die gesamte Menschheit ist durch einen nuklearen Krieg ausgelöscht worden. Als Vertreter der westlichen Allianz ist es eure Aufgabe, die wenigen Überlebenden zu schützen und euch mit den imposanten High MAC III Mecheinheiten in den Kampf gegen die Verfechter einer neuen Weltordnung zu stürzen... Soviel zur leicht wirren und quasi kaum existenten Storyline, die wie vom Genre gewohnt mal wieder nur zur Ausschmückung des Gameplay dient und nicht mehr als eine Rahmenhandlung darstellt.
Dies ist aber nicht weiter von Bedeutung, denn der Spieler wird ziemlich schnell in die postapokalyptische Welt entlassen und in den Krieg mit feindlichen Einheiten geschickt, ohne erst ein ausführliches Briefing oder massenweise Instruktionen über sich ergehen lassen zu müssen.
Bevor sich der Spieler in eines der insgesamt 8 Levels begeben kann, ist er aber gezwungen, sich vor Spielbeginn einen eigenen Charakter zu erschaffen. Über äußerliche Attribute wie dem Aussehen oder der Intelligenz kann man hier ziemlich viel einstellen, ohne dass sich die Wahl auf das Spielgeschehen auswirken wird. Und da man aufgrund der Egoperspektive seine Spielfigur sowieso nicht zu Gesicht bekommt, hätte man diesen abgewandelten Create-A-Player Modus getrost weglassen und dem Spieler einiges an Zeit ersparen können.
Doch seis drum. Denn hat der Spieler die anfänglichen Schwierigkeiten endlich gemeistert und befindet sich nun im eigentlichen Spiel, bleibt einem ohnehin nur wenig Zeit, sich über das zuvor Geschehene aufzuregen. Entgegen bekannter Serien wie der vom PC her beliebten Mechwarrior-Reihe verfolgen die Entwickler hier einen anderen Typus von Spiel. Bei GunGriffon Blaze geht es nicht um riesige, träge und kompliziert zu steuerende Giganten, sondern vielmehr um agile, wendige und unkomplizierte Einheiten, so dass hier viel Wert auf Schnelligkeit und Reaktion gelegt wird. Dies wird dem Spieler schnell deutlich, denn kaum hat eine Mission begonnen, befindet man sich mitten in hitzigen Kämpfen, die nur wenig Spielraum für Taktik oder Überlegungen lassen. Dies tut dem Spiel aber merklich gut, denn durch das verhältnismäßig einfache und unkomplizierte Gameplay kommt der Spielspaß viel schneller zum Vorschein als bei manch anderen Vertretern des Genres.
Von der Missionsvielfalt bietet GunGriffon Blaze jedoch nur wenig Abwechslung, denn über altbekannte Search&Destroy oder Eskortmissionen ist nur sehr wenig Innovatives vorhanden. Wenigstens stimmt der Umfang der einzelnen Szenarios, denn auch wenn die ersten Gebiete noch relativ schnell abgeschlossen sind, erfordern die späteren Missionen einiges an Geduld, Ausdauer und Geschick. Daher muss man für einige der letzten Level gut eine Stunde oder mehr aufbringen, um sie erfolgreich zu meistern. Dies ist aber auch gut so, denn mit nur 6 Basis- sowie 2 Bonusmissionen gestaltet sich der Umfang von GunGriffon Blaze leider sehr bescheiden, und Replaywert ist aufgrund fehlender Abwechslung oder Bonusmodi eigentlich kaum vorhanden. Lediglich die Möglichkeit, seinen Mechroboter durch Sammeln diverser Kisten in den Levels nach erfolgreichem Abschluss einer Mission etwas zu modifizieren, könnte den ein oder anderen Spieler etwas länger an den Controller fesseln, denn so könnte man die eigentlich gleiche Mission durch eine andere Ausrüstung taktisch etwas anders gestalten als beim ersten Durchspielen. Wer jetzt aber einen Vergleich mit Armored Core zieht, sei gewarnt denn die Modifikationsmöglichkeiten beschränken sich lediglich auf eine geringe Auswahl von Waffen oder anderer nützlicher Gegenstände, wodurch keineswegs eine annähernde Komplexität wie bei Armored Core gegeben ist.
Scheinbar schon, denn GunGriffon Blaze merkt man die First Generation-Zugehörigkeit deutlich an. Was beim Start der Playstation 2 noch als halbwegs revolutionär galt, ist heutzutage auf technischer Ebene höchstens noch kalter Kaffee.
Daher verwundert es auch nicht, dass GunGriffon Blaze mit heutigen Produkten keineswegs mehr konkurrieren kann, auch wenn beide für die gleiche Spieleplattform konzipiert wurden.
Angefangen bei leicht verwaschenen und unscharfen Texturen, polygonarmen Einheiten oder scheinbar leblosen Hintergründen, revolutionär ist die technische Seite von GunGriffon Blaze heute keineswegs mehr. eine einigermaßen authentische Kriegsatmosphäre vermitteln.
Wenigstens findet das Spielgeschehen die ganze Zeit über in flüssigen 60fps statt, so dass das Gameplay wenigstens nicht unter nervigen Slowdowns zu leiden hat. Auch die zuvor hochgelobte Analogsteuerung kann niemanden mehr vom Hocker reißen, denn überzeugend ist sie durch unpräzises Abtasten und mangelnder Feinfühligkeit auch nicht unbedingt.
Wenigstens hat der Sound von GunGriffon Blaze seine guten Seiten, denn sowohl die Hintergrundmelodien als auch die Geräusche während eines Kampfes können
GunGriffon Blaze im Test.
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