Gesamtwertung79%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Knapp zweieinhalb Jahre nachdem der Master Chief seine Rückkehr in Halo 2 auf der damals noch aktuellen Xbox feierte, kommt nun der Nachfolger des Xbox-Zugpferdes, Halo, auch auf den PC. Ob Halo 2 mit den Neuerungen des Betriebssystems Vista beweisen kann und was die PC- von der Xbox-Version abhebt, erfahrt ihr in unserem Test.
Back in black
Was einst auf der Xbox als Vorzeige-Titel für Microsoft und Entwickler Bungie galt, soll also nun auch Besitzer von PCs mit Microsofts Vista überzeugen. Neben einer beeindruckenden Grafik, will man auch Besitzer PCs und Xbox 360 zusammenbringen, setzt auf die Vista-Features und einen umfassenden Multiplayer. Doch kann sich der Titel auch drei Jahre nach seiner Xbox-Premiere auch noch auf dem PC durchsetzen? Konnte Bungie die grafische Qualität, das Konsolenspiel seinerzeit besaß, auf einem modernen Vista-PC des Jahres 2007 verbessern? Zunächst einmal fällt ganz deutlich auf, dass die PC-Fassung ihre Wuzeln auf der Redmonder-Konsole hat. Nicht nur, dass ihr nun auch ein eigenes Xbox Live Profil für eure Multiplayer-Gefechte erstellen könnt, und dass es nun Live Silber- und Gold-Accounts gibt. Auch einige Menüs sind sowohl mit der Maus, als auch mittels Xbox 360-Controller selektierbar. Denn hier hält Microsoft den Spielern alle erdenklichen Optionen offen. Im Klartext heißt das: Ihr entscheidet, ob ihr mittels Tastatur und Maus oder Xbox 360-Controller den Master Chief steuern wollt. Habt ihr euren Master-Chief für eure Online-Spiele modifiziert (Farbe, Name und Optik lassen sich minimal verändern), so geht es direkt in die Online-Kämpfe oder in den Kampagnen-Modus des Singleplayer-Modus.
Hier erlebt ihr, falls ihr bereits die Xbox-Fassung kennt, ein Deja-Vu-Erlebnis, da es sich bei der Ausgabe für den PC um eine 1:1 Konvertierung inklusive aller bislang erschienenen Multiplayer-Maps handelt. Für diejenigen unter euch, die den Vorgänger nicht gespielt haben oder neu im Halo-Universum sind, hier eine kurze Zusammenfassung: Die Story von Halo 2 setzen unmittelbar nach dem Ende des Vorgängers ein. Der Master Chief, der Held des Spiels, ist zurück zu seiner Basis gekehrt, nachdem er eine entscheidende Schlacht gegen die Convenant, eine hässliche und absolut skrupellose Alien-Rasse, gewonnen hat. Doch anscheinend haben es die Gegner des Master Chief geschafft, in kürzester Zeit ihre Kräfte zu mobilisieren und setzen nun ihrerseits zum Gegenschlag an. Dieses Mal hat sich die feindliche Brut keinen Geringeren Zielpunkt als den Planeten Erde als ultimatives Ziel ausgesucht. Doch findet die große Schlacht nicht auf der Erde, sondern auf einem neuen Halo-Ringplaneten statt. Erstmals schlüpft ihr in Halo 2 nicht ausschließlich in die Haut des Master Chief, sondern auch seines Widersachers, Supreme Commander.
Dieser Covenant wird für die schwere Niederlage in der ersten Auseinandersetzung verantwortlich gemacht. Der große Rat der Aliens beschließt ihn zu Tode zu foltern. Doch im letzten Moment wird das Urteil gemildert und der Delinquent soll zusammen mit einem Convenant-Kommando einen Ketzer und dessen Verbündete unschädlich machen. So kommt es zu interessanten Wendungen innerhalb der epischen Story, da ihr die Handlung sowohl aus den Augen des Einen, als auch des Anderen nachvollziehen könnt.
Immer feste drauf!
Ein großes Plus in Sachen Atmosphäre gebührt auch den KI-Designern. Denn die Gegner, von denen es altbekannte und jede Menge neue gibt, kommen nun wesentlich glaubwürdiger rüber, als noch beim Vorgänger. So springen sie aus der Schußbahn, setzten ihre Stärken besser gegen euch und eure Truppenmitglieder ein und gehen in Deckung. Zwar gibt es nach wie vor die kleinen, stupiden und ziemlich nervigen Alien-Vertreter, welche regelrecht als Kanonenfutter dienen.
Doch gerade die fliegenden Einheiten und die größeren Convenant-Monster vertragen einiges mehr. Neben der Ego-Shooterei stehen euch jede Menge Fahrzeuge zur Verfügung, welche ihr ebenfalls zum Teil aus dem Vorgänger kennt. So gibt es ein Wiedersehen mit dem Jeep und diversen Schweberaumgleitern. Der Warthog lässt sich in der neuen Ausgabe wesentlich besser steuern und ist dank sehr guter Umsetzung auch mit Maus und Tastatur ausgezeichnet zu manövrieren. Erfreulich sind auch die neuen Trefferzonen der Fahrzeuge, das überarbeitete Physik- und Schadensmodell und die Option in sekundenschnelle zwischen Fahrersitz und Kanonen-Steuerung wechseln zu können.
Auch gut durchdacht ist die Tatsache, dass ihr nicht stundenlang nach Medipacks suchen müsst. Haben euch die Aliens im Visier und eure Energieleiste sinkt, werdet ihr über einen Signalton informiert. Dann heißt es Deckung suchen, um den Gesundheitsbalken wieder aufzuladen. Um euch zu verteidigen stehen auch zahlreiche neue Waffen zur Verfügung und der Master-Chief kann nun auch beidhändig schießen. Einzig bei den ganz großen Waffen ist dies nicht möglich. Da eure Gegner nach ihrem Ableben die Waffen nicht mitnehmen werden, befindet sich also Waffen- und Munitionsmaterial zur Genüge in den weitläufigen Levels, in denen ihr leider oftmals die Orientierung verlieren könnt, da sie sich zum Teil gleichen wie ein Ei dem Anderen.
Alien-Hatz mit Macken
Doch leider ist auch ein ehemaliger Xbox-Referenz-Titel wie Halo 2 nicht frei von Mängeln, die leider bis heute nicht ausgemerzt wurden. So ist die Grafik zwar sehr ansehnlich geworden und vor allem die Zwischensequenzen wissen zu gefallen.
Allerdings sind viele Texturen blass und wiederholen sich zu oft. Auch das Versprechen, nahezu kein Raum gleiche denen aus Halo, konnte von Seiten der Entwickler nicht eingehalten werden. Viele Gänge und Gebäude wurden zwar optisch aufgebessert, gleichen denen des Vorgängers jedoch immer noch. Der deutlichste Bruch entsteht im Vergleich des ersten Levels mit späteren Eindrücken des Spiels. Hier könnte man denken, dass Bungie mit zwei verschiedenen Grafik-Engins am Werk war. Gerade die Bäume zu Beginn des ersten Levels sehen aus wie lieblos aneinander geschnittene Tapeten. Und auch die plötzlich um aufpoppenden Gegenstände, die beim näheren Herankommen mehr Details erhalten, sowie minimale Frameeinbrüche, sollten eigentlich der Vergangenheit angehören. Wesentlich besser kommen die Charaktere und deren Animationen weg. Vor allem der Master-Chief und die fiesen Aliens glänzen mit ihren Rüstungen und ihrer Gestik.
Ähnliches gilt auch für den Sound des Spiels. Während vor allem der orchestrale Soundtrack und die fetten Bässe einiger Waffen überzeugen können, fällt die eine oder andere Synchronisation mehr als bescheiden aus. Nervenaufreibend sind die quiekenden Aliens, welche mit ihren Kommentaren den Spieler in den Wahnsinn treiben können. Leider wurde der Titel nicht lokalisiert. Dafür gibt es deutsche Untertitel, welche jedoch nicht die gesamte Sprachausgabe ins Deutsche übertragen. Daher empfehlen sich gute Englischkenntnisse, wenn ihr die Story bis ins kleinste Detail verfolgen und den teilweise recht gut inszenierten Humor nachvollziehen wollt.
Spaß mit Freunden
Neben der eigentlichen Kampagne kann Halo 2 ganz klar mit seinem hervorragenden Multiplayer-Modus punkten. So könnt ihr euch via System Link, Splitscreen, online und, auch das ist erstmals möglich, in Matches gegen Besitzer einer Xbox (360), messen. Je nach Spiel-Modi, treten in den diversen Matches bis zu 16 Spieler gegeneinander an. Mit dabei sind 1vs1-Duellen mit Varianten wie Deathmatch und Team-Varianten wie Capture the Flag, King of the Hill oder Oddball. Bis zum Verkaufsstart sollten die Server dann auch alle reibungslos laufen.