Harbinger

Review
Plattform
PC
Vertrieb
DreamCatcher Interactive
Entwickler
Silverback Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
12
Harbinger [PC , looki.de]

Gesamtwertung

48%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Gut

Harbinger

Mit Diablo ging es damals so richtig los in der Action-Rollenspiel-Szene. Das süchtig machende Hack’n’Slay-Prinzip sowie die an das Sammelkartenprinzip erinnernde, ständig währende Itemsucherei konnten stundenlang an den Rechner fesseln und begeistern so Manchen bis heute. Viele Ableger gab es seit damals, einige gute, sowie viele, viele miserable, wie zum Beispiel Satanica. Zu welchen kann sich Harbinger zählen? Lest es in unserem Review nach!

Seit der Entstehung von Action-Rollenspielen versuchen zahlreiche Titel, den Genrethron zu erklimmen, welcher wohl immer noch stur von Diablo 2 besetzt und nicht freigegeben wird. Harbinger versucht ebenfalls sein Glück – allerdings eher schlecht als recht. Das Szenario ist jedoch ein anderes: Statt durch eine stimmungsvolle Fantasiewelt schlachtet sich der Spieler dieses Mal durch ein riesiges Sklavenschiff, welches eine Art eigene Infrastruktur besitzt.

Anfangs entscheidet ihr euch für einen von drei Helden: Ein Mensch, der sich mit Gewehren zur Wehr setzt, der so genannte Gladiator, welcher riesige Schwerter verwendet und die Culibine, welche wohl noch am ehesten mit der aus Diablo bekannten Assasine zu vergleichen ist. Jeder der Charaktere kann nur bestimmte Gegenstände verwenden, die anderen, welche man während seiner Abenteuer findet, sind nutzlos und können verkauft werden.

Eure Aufgabe ist es anfangs, ein paar kleinere Quests für Torvus zu lösen, eine Art Händler auf dem Sklavenschiff. Dabei unterscheiden sich die Aufgaben übrigens zwischen den drei Klassen. Im Endeffekt kommt es aber immer auf das Gleiche heraus: Einen Sektor leerschnetzeln, Items sammeln, nächste Mission abholen.

Zwar ist Diablo im Prinzip nicht viel anders, der Klassiker macht aber im Gegensatz zu Harbinger Spaß. Jede der angesprochenen Charakterklassen hat eine bestimmte Itemgattung, was nur er benutzen kann.

Beim Menschen sind dies Minen, der Gladiator verwendet Kameras, die man frei steuern kann, während die Culibine mit Granaten um sich wirft. Leider ist jede dieser Extrafunktionen nur von begrenztem Nutzen, weshalb man auch dadurch nicht mehr Spaß an dem Spiel hat.

Also macht man sich auf den Weg, um die Levels gegnerfrei zu schießen und zu schlachten. Das erweist sich jedoch nicht gerade als einfach: Der Schwierigkeitsgrad ist gesalzen hoch, die Gegner entziehen einem rasant die Lebensenergie. Hat man im Fernkampf noch Chancen, den Feinden Herr zu werden, kratzt man mit Nahkampfwaffen schon nach den ersten paar Gegnern ab. Hier hätte ein bisschen besseres Balancing durchaus nicht geschadet.

Die meisten Gegner sind übrigens Roboter, man trifft jedoch auch auf käferähnliche Wesen, die dem Protagonisten ans Leder wollen. Jeder Gegner hat verschiedene Schwachpunkte, sprich: Ist gegen eine andere Waffengattung empfindlich. Viele eurer Waffen könnt ihr nämlich umstellen, um so zum Beispiel Plasma- oder Elektrizitätsangriffe abzugeben. Eine interessante Möglichkeit bietet sich durch die Upgradekapazität eurer Waffen.

So kann man in die Schießprügel, Schwerter und Powerhandschuhe die verschiedensten Boni einbauen, um beispielsweise vorher genannten Plasmaangriff einzubauen oder die Waffe stärker zu machen. Das ist eines der wenigen netten Gimmicks von Harbinger. Von Zeit zu Zeit könnt ihr euren Charakter ein Level aufwerten, wodurch er stärker, ausdauernder und gefährlicher wird. Besonders viel Einfluss könnt ihr hier allerdings nicht nehmen, außerdem steckt man die meisten Punkte sowieso in die Lebensenergie. Sonst kann man sich in späteren Levels auch gleich begraben lassen.

Die Levels sind mehr als nur trist. Die Erbauer des Raumschiffs scheinen Wert darauf gelegt zu haben, nichts im Weg herumstehen zu lassen, weshalb man auch den Eindruck hat, durch eine öde und leere Welt zu laufen. Hier und da trifft man mal auf einen Reaktor, der einem durch die austretende Radioaktivität ein bisschen Energie entzieht, oder man findet einige Kisten, deren Inhalt in die eigenen Taschen wandert. Viel ändern an der miesen Präsentation kann auch der Sound nicht.

Neben ein paar Standard-„Laser“-Geräuschen und ein bisschen Sprachausgabe am Anfang des Spieles ist nicht viel zu hören. Die Qualität des Introvideos lässt ebenfalls zu wünschen übrig, mal abgesehen davon, dass es überhaupt nicht zum Spiel zu passen scheint.

Größtes Manko des Science-Fiction-Spiels ist wohl der fehlende Multiplayermodus. So kann man sich noch nicht einmal mit Freunden in die Schlacht gegen die das Raumschiff bevölkernden Bösewichtern stürzen – aber nach ein paar Minuten in der fiktiven Welt von Harbinger muss man sich auch fragen: Wer will das schon?

Fazit

Die Grafik ist mies, der Sound steht dem in nichts nach und Story sowie Umsetzung sind mehr als schwach. Gut, einen Pluspunkt muss man Harbinger trotzdem geben, denn metzeln, Charakter hochwerten und Items sammeln macht einfach süchtig. Trotzdem habe ich solche Elemente selten so schlecht in ein Spiel eingebaut gesehen wie bei Harbinger. Tipp: Lieber nach einer Budgetversion von Diablo Ausschau halten und die kaufen. Da verschwendet man seine freie Zeit um einiges sinnvoller.

Harbinger [PC , looki.de]

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