Gesamtwertung59%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Hard to be a God lässt Euch in die Haut eines namenlosen, verdeckt operienden Spions schlüpfen. Der wurde so will es die Buchvorlage in das Reich Arkanar gelotst, um den mysteriösen Geschehnissen, die in der mittelalterlich anmutenden Welt vor sich gehen, auf die Spur zu kommen. Gleich vorweg: Die Story mag als dicker Aufhänger des Spiels gelten, denn immerhin basiert HtbG ja auf einem gefeiertem Roman, der sogar bereits verfilmt wurde aber: müssen es denn immer nur öde Texttafeln sein? Hier wurde dem potenziellen Pluspunkt, dank Vorlage gleich eine gescheite Geschichte zu kassieren, mächtig Wind aus dem Segeln genommen. Mich hat es jedenfalls nicht gejuckt trotz etlicher Wendungen und Überraschungen klicke ich gelangweilt eine Textbox nach der anderen ins virtuelle Nirvana.
Hausgemachtes...
Der Rest ist ein Hack'n'Slay-Rollenspiel wie es Achtung, Wortwitz! - im Buche steht: Auch in Hard to be a God metzeln wir uns nach altbekannter Manier die man zur Genüge aus großartigen Vertretern wie Diablo, Sacred oder Titan Quest und eher durchschnittlichen bis miesen Genre-Verwandten wie Mage Knight: Apocalypse oder The Chosen kennt durch die übrigens nicht-lineare Storyline mit ganzen vier unterschiedlichen Enden.
Dicker Wermutstropfen: HtbG hat keinen Mehrspielermodus zu bieten nach der Kampagne ist also Schluss. Auch nicht gerade toll: Die Quests lassen nicht selten Spannungsarmut vermissen.
Ob wir nur ein paar Diebe abmurksen, einen Geächteten eskortieren oder uns dank eines notwendigen Schamanenrituals höllischen Dämonen stellen und so Geheimnisse far beyond imagination aufdecken nur selten sticht ein Auftrag aus der breiten Palette an To-Do's heraus, der es mit Biegen und Brechen aus dem gut besetzten Genre-Einerlei schafft.
Aber dann ist da ja die lebendig wirkende und tatsächlich auf Anhieb sympathische Spielwelt: Nicht nur hat sie einen Tag- und Nachtwechsel die Uhrzeit ist ständig neben Eurer Minimap zu sehen zu bieten, nein, auch die Szenerien sind nur so gefüllt mit mehr oder minder wichtigen NPCs.
Vom kleinen Jungen über den armen Bettler, den gemeinen Dieb, stählernen Gardisten oder die ranghohe Leibwachen: Arkanar strotzt nur so mit einem Pottpurri aus Vertretern unterschiedlicher sozialer Stellungen und Gesinnungen. Schnell blickt man jedoch durch die glänzende Fassade der vorgegaukelten Lebendigkeit: Ob nun 2 Uhr nachts oder 2 Uhr nachmittags die computergesteuerten Charaktere (und Tiere) watscheln vorgebene Pfade ab und sonst ist nicht viel los.
Nur per Map und Ingame-markierte Figuren interagieren mit Euch, meist sind diese Questgeber oder Teil einer selbigen. Die Markierungen nehmen dabei lästige Such- und Laufarbeit ab Einsteiger wirds freuen, Profis kritisieren den fehlenden Anspruch.
Apropos: Anspruchsvoll wird es, sobald Ihr Eure Klinge aus der Scheide zieht und einen Feind erledigen wollt. Statt wie üblich Gegner über Blickausrichtung zu markieren, ihn zu fixieren, dabei tänzelnd um ihn herum zu parieren und zuzuhauen, belässt es HtbG beim einfachen Markieren. Hiermit leistet sich das Spiel einen mitunter verhängnisvollen Fehler: Während das freie Kampfsystem bei einem Kontrahenten noch ganz vernünftig funktioniert, scheitert es schon ab zwei Feinden kläglich. So drischt Ihr schon fast ziellos auf die Gegner ein, Taktik sucht man dabei abgesehen vom Timing beim Blocken und Angreifen natürlich vergebens. Schlimmer noch: Oft fallen die übrigens nicht gerade schlauen - Feinde einfach in den Rücken der Figur und mangels vernünftiger Ausrichtung büßt man dabei Lebenspunkte noch und nöcher ein.
Nüchtern gesehen eigentlich unverständlich, da die Steuerung des Helden per WSAD- bzw.
Pfeiltasten eine willkommene Alternative zum nervigen Dauergeklicke anderer Genrevertreter ist - das Kameraverhalten wird dabei logisch über die Maus geregelt.
Kleider machen Leute...
Übersichtlich auch die Aufteilung und Aufmachung des Interfaces, dass neben dem recht einfach zu gebrauchenden Inventars beim ersten Reiter zudem noch ein eher anspruchloses Skillsystem auf dem nächsten Reiter und last but not least noch ein Journal über Haupt- und Nebenquests bietet Letzteres ruft Euch im Notfall Details über ausstehende oder bereits erledigte Aufträge ins Gedächtnis.
Selbige sind übrigens abgesehen vom Geistertraum, jenes Level hatte es in sich
Keine Schwierigkeit für all diejenigen, die mindestens schon einmal ein actionorientiertes Rollenspiel gespielt haben. Stärkere Waffen und Rüstungen sowie Heilmittel findet Ihr wie gewohnt bei den Leichnamen erledigter Schergen oder gegen Bares bei den zahlreich vertretenen Händlern. Habt Ihr mal keine Lust die teils langen Wege per pedes zurückzulegen, könnt Ihr Euch gegen viel Geld auch ein Pferd kaufen. Wie im echten Leben gilt aber auch hier: Mehr Geld, bessere Ware. Nett: An einigen Stellen des Spiels ist es vonnöten, dass Ihr Eure Kleider wechselt nebenbei wechselt Ihr nach außen auch die Gesinnung. Soll heißen: Schuhe, Kopfbedeckung, Panzerung, Hemd und Umhang machen as Euch zum Beispiel einen Mönch, einen Dieb, ein Mitglied der königlichen FRA oder gar einen Don höchstpersönlich. Das hat zuweilen auch seinen spielerischen Zweck: Ergreift Ihr in Bettlerkleidung beim hiesigen Don Anspruch auf den Thron, lässt der Euch kurzerhand abmurksen. Ein Unglücksrabe, wer dabei nicht kurz zuvor gespeichert hat Umziehen also, sonst werdet Ihr aufs Neue um die Ecke gebracht.
So lebendig die Spielwelt auch im ersten Moment wirken mag: Sie bleibt stets auf einem dezent guten bis akzeptablem Niveau, doch echte Hungucker fehlen leider in Arkanar. Abgesehen von einigen hübsch in Szene gesetzten Sümpfen merkt man dem Reich seine königliche Einöde leider etwas zu oft an. Immerhin sind die Animationen ganz okay echte Spezialeffekte sind leider so selten wie das Amen bei Satanisten.
Gut: Die buckelig-öden Texttafeln wurden vertont. Schlecht: Die meisten Sprecher machen ihren Job nicht allzu gut - und das noch in Englisch. Eine unterhaltsame zugegeben manchmal etwas eintönige Fantasymelodie und stimmige Soundeffekte zerren den Karren aber wieder aus dem Dreck.
Hard to be a God im Test.
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