Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Seit Harry Potter das literarische Licht der Welt erblickt hat, verkauft sich alles was mit dem kleinen Burschen zu tun hat wie warme Semmeln. Neben den Kinofilmen, mischt auch die Spiele-Industrie kräftig mit, die schon einige Games
rund um das Harry Potter Universum veröffentlicht hat.
Nun hat Electronic Arts mit Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft auch den Zauberer-Volkssport Nummer eins aus Joanne K. Rowlings Romanen
auf unsere PCs gebracht. Was man bisher nur in den Büchern laß oder auf der Kinoleinwand bestaunte, kann der Spieler jetzt hautnah selber erleben. Und dieses Erlebnis sollte man sich nicht entgehen lassen.
Quidditch ist eigentlich eine Mischung aus Basketball, American Football und Eishockey, angereichert mit einer riesigen Portion Phantasie. Auf einem Spielfeld, welches ungefähr die Größe eines Fußballplatzes hat, stehen sich zwei Teams mit jeweils sieben Spielern gegenüber. Drei Jäger, zwei Treiber, ein Sucher und ein Hüter versuchen die vier Bälle des Spiels möglichst geschickt zu spielen und somit das gegnerische Team zu besiegen.
Beim Quidditch kann man auf zwei verschiedene Arten punkten: Einer der drei Jäger wirft den sogenannten Quaffel durch eines der drei Torringe und ergattert somit 10 Punkte für seine Mannschaft, oder der Sucher fängt den goldenen Schnatz, womit
er das Spiel beendet und 150 Punkte auf dem Konto seines Team landen.
Die Treiber und der Hüter haben eher taktische Aufgaben: Die beiden Treiber spielen mit ihren Schlägern zwei sogenannte Klatscher und versuchen diese beiden Bälle, die ständig über das Spielfeld rasen, auf den ballführenden Gegner zu schlagen.
Die Aufgabe des Hüters ist, wie der Name schon erahnen lässt, die drei Torringe zu bewachen und somit das Punkten durch die gegnerischen Jäger zu verhindern.
Da das Ganze auf fliegenden Besen statt findet und ansonsten keine Regeln vorhanden sind, ist es temporeicher und körperbetonter als jeder Muggel-Sport es
je sein könnte.
Unsere Reise beginnt, wie könnte es anders sein, in Hogwarts. Auf dem Spielfeld der berühmten Schule für Zauberei bringen uns Harry, Draco und ihre Freunde alles bei, was der moderne Sportler über das Quidditch wissen muss. Je nach Vorliebe
entscheiden wir uns für eines der vier Häuser Gryffindor, Slytherin, Ravenclaw oder Hufflepuff um mit dessen Team den Hogwarts Quidditch-Pokal zu ergattern und somit die Weltmeisterschaft frei zu schalten, die es zu gewinnen gilt.
Während des Quidditch Pokals lernt der Spieler alles über den Sport und die Steuerung in den Haus-Herausforderungen. Diese kleinen Spiele fungieren als Tutorials und zeigen den Umgang mit Steuerung und Gameplay auf eine sehr einfache Art und Weise.
Hintergrund des ganzen Spiels ist ein Karten System. Für erfolgreiche Spiele, absolvierte Tutorials und gewonnene Turniere erhält man Quidditch-Karten. Hat man eine gewisse Anzahl dieser Karten gesammelt, schalten sich automatisch neue Spezialmanöver, Rennbesen oder Nationalteams frei, die das ohnehin sehr spaßige Spiel noch interessanter machen und somit für einen hohen Wiederspielwert sorgen.
Ein gelungenes Feature sind die Teamangriffe: Hat man genügend Karten und somit die Teamangriffe freigespielt, kann man in einem Match fulminante Manöver ausführen, die in kleinen Filmsequenzen abgespielt werden. Diese Teamangriffe (jede Mannschaft im Spiel hat seinen einzigartigen Angriff!) bringen meist 20 oder 30 Punkte, sehen verdammt gut aus und lassen das Herz jedes Spielers höher schlagen.
Herzstück von Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft ist der Turniermodus. Hier wird der Weltmeister des Quidditch Sports aus zehn Nationen ermittelt. Im Gegensatz zum ersten Teil des Spiels, steigt hier der Schwierigkeitsgrad merklich
an. Die ohnehin schon recht gute KI ist besser und das gesamte Spiel noch eine ganze Ecke rasanter und spannender. Hohe Siege wie ein 410 zu 0, die man anfangs noch recht einfach erzielt, sind in den höheren Schwierigkeitsgraden nur sehr
selten möglich. Hier braucht man alle Erfahrungen die man im ersten Teil des Spiels gesammelt hat, um eine Chance gegen die anderen Nationalteams zu haben. Passkombinationen
und erfolgreiche Volleyschüsse müssen exakt geplant werden, um zu gelingen.
Die Integration der verschiedenen Bälle und Spielerpositionen ist den Entwicklern sehr gut gelungen. In einem Match steuert man grundsätzlich den ballführenden Spieler, also einen der drei Jäger, um ordentlich Tore zu sammeln. Während des
Spiels erhält man von Zeit zu Zeit weitere Aktionen wie Spezialattacken, Ausweichmanöver oder einen Klatscherangriff. In diesen kleinen Sequenzen kommen dann die anderen
Spieler des Teams zur Geltung wie der Hüter oder die beiden Treiber.
Da beim Quidditch das Spiel erst dann endet, wenn der Sucher den goldenen Schnatz gefangen hat, mussten sich die Leute von Electronic Arts hier etwas einfallen lassen, um die Spieldauer zu begrenzen:
Jedes Team verfügt während des Spiels über eine Goldene Schnatz Leiste. Diese wird durch jeweils eine Hälfte des Goldenen Schnatz am oberen Bildschirmrand dargestellt.
Spezialbewegungen, Pässe und Ausweichmanöver füllen die Leiste für das agierende Team. Treffen sich die beiden Hälften, beginnt die Jagd nach dem Goldenen Schnatz.
In diesem finalen Abschnitt jedes Quidditch Matches jagen die beiden Sucher den kleinen Ball und versuchen diesen zu fangen.
Das Team, welches seine Goldene Schnatz Leiste weiter ausgefüllt hat, ist hier klar im Vorteil: Die Leistungen der Teams werden bei der Jagd auf den Goldenen Schnatz in Form einer Turbofunktion berücksichtigt. Der erfolgreiche Sucher beendet das Spiel und gewinnt 150 Punkte für seine Mannschaft. Die Jagd nach dem Goldenen Schnatz ist wahrlich der absolute Höhepunkt eines jeden Matches.
Mit atemberaubender Geschwindigkeit jagt man den kleinen Ball durch das ganze Stadion und versucht seinen Gegner zu behindern. Da kann man sich einen lauten Siegesschrei nicht verkneifen wenn man den Goldenen Schnatz tatsächlich gefangen hat, da dies oftmals die entscheidenden Punkte bringt. Das bedeutet Adrenalin pur für jeden Zocker!
Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft präsentiert sich einfach hervorragend! Die gute Grafik sprüht vor tollen Effekten die das ganze Spielfeld in unzählige Farben tauchen.
Ein absolutes Highlight sind auch die wunderschönen Stadien. Jedes Stadion hat einen eigenen, dem Land angepassten Charakter und geizt nicht mit Details und schönen Texturen. Auch die restlichen Modelle sind hübsch anzusehen und klasse
animiert. Einzig und allein die Publikumskulisse erinnert stark an FIFA 2000: unscharfe Bilder die sich nach links und rechts bewegen und nur sehr wage Konturen erkennen lassen. Dieser Wehrmutstropfen wird allerdings durch die vielen Sequenzen
in In-Game Grafik wieder wett gemacht: Jede Spezialaktion und jeder Torjubel präsentiert sich in einer stimmungsvollen Sequenz wobei die Teamangriffe in spektakulären Movies gezeigt werden. Etwas derartiges findet sich derzeit nicht in anderen Spielen.
Bei der Grafik und Präsentation wurde also insgesamt ganze Arbeit geleistet!Der Sound in Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft ist, wie nahezu alles andere auch, einfach gut. Herumrasende Besen hinterlassen einen Jet-ähnlichen Sound, die Bälle hämmern mit wuchtigen Klängen in die Tore und Fangesänge feiern
die Teams. Ähnlich stimmungsvoll geht es wohl nur bei FIFA 2004 zu! Auch die Kommentatoren und Sprecher liefern einen guten Job ab. Der Kommentar wird nicht langweilig und wirkt nicht aufgesetzt. Leider konnte man nicht die originalen Synchronstimmen
der Filmcharaktere verpflichten, was allerdings, aufgrund der guten Leistung der zu hörenden Sprecher, nicht weiter ins Gewicht fällt.
Bis hierhin könnte man meinen Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft sei nahezu brillant ! Leider meint man das nur, bis der Versuch mit Tastatur zu
spielen kläglich scheitert.
Auch dieses Game hat das Problem vieler Spiele die von Konsolen auf den PC transportiert wurden: Ein vernünftiges Spielen ist nur mit einem Gamepad möglich! Die Tastatursteuerung reagiert eher unpräzise und auch die zum Spielen nötigen Buttons sind auf einem Gamepad wesentlich besser angeordnet, da es bei dem schnellen Gameplay auf der Tastatur einfach zu oft zu Tippfehlern kommt. Wie die Entwickler sich dann zwei Spieler an einer Tastatur vorgestellt haben wird daher wohl deren Geheimnis bleiben.
Ist man aber stolzer Besitzer eines guten Gamepads, lässt sich Harry Potter: Quidditch Weltmeisterschaft problemlos und gut steuern.
Außer der Tastatursteuerung sticht auch der Mehrspielermodus negativ ins Auge, da er quasi nicht vorhanden ist. Wie hatten wir uns im Vorfeld auf spannende Internet- oder LAN-Matches gefreut! Leider ist nur ein Spiel an einem Rechner mit maximal
zwei Personen möglich. Ein richtiger Multiplayer-Modus hätte das Spiel wohl auch online zu einem Dauerbrenner werden lassen.
Leider haben die Entwickler hier eine große Chance verpasst und sich keine Zeit für einen guten Mehrspielermodus genommen. Spiele gegen Freunde am eigenen PC machen trotz alledem Spaß, solange man einen zweiten Controller besitzt.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Harry Potter Quidditch Weltmeisterschaft im Test.
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