Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
6
Harry Potter und der Gefangene von Askaban [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

62%/10

Grafik

Gut

Sound

Ausreichend

Lanzeitspaß

Ausreichend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Kurze Storyübersicht

Nach dem „Stein der Weisen“ und der „Kammer des Schreckens“ kommt nun der dritte Harry-Potter Film mit dem Titel „Der Gefangene von Askaban“ in die deutschen Kinos. Seit dem 3. Juni 2004 begeistert er die Muggle in Deutschland und zieht sie in seinen Bann. Alle Anti-Kinogänger, die den Film noch nicht gesehen haben, sollten jetzt also besonders gut aufpassen.

Die Sommerferien des Zauberschülers Harry Potter nähern sich ihrem Ende und er weiß ganz genau, dass er noch viel zu tun hat. Nach einem Streit mit seiner Gastfamilie flüchtet er in den berüchtigten Bus der ausgesetzten Zauberer, mit dem er in den „Tropfenden Kessel“, dem Treffpunkt für alle Hogwartslehrlinge, flüchtet. Nach einem kurzen Aufenthalt geht es auch schon in den Zug zum nächsten Schuljahr von Hermine, Ron und Harry, doch hierbei müssen sie Schreckliches erfahren. Ein sagenumwobener Verbrecher ist aus Askaban, zu vergleichen mit dem Knast Alcatraz, geflohen und seid dem streichen die Wächter, welche den Namen „Dementoren“ tragen durch das Schulgelände, um Gesetzesbrecher „Sirius Black“ wieder in das Gefängnisses zurückzubringen.

Verbugte Abenteuer á la Tomb Raider

Nachdem ihr die ersten Filmszenen in der In-Game Grafik betrachten durftet, gelangt ihr sofort in das Geschehen der ganzen Geschichte und werdet durch leichte Kämpfe zunächst in das Spiel eingewiesen. Als kleiner Gehilfe steht euch, wie im Film, euer treuer Freund Ron zur Verfügung, der euch einige Zauber beibringt und vorführt. Natürlich spielt auch Hermine im Spiel eine große Rolle, denn die drei Freunde sind, wie auf der Leinwand, so auch im Spiel, fast immer zu dritt unterwegs. Wie im Film auch spielt Harrys Freund den Coolen, doch wenn es brenzlig wird, dann kneift er. Bei Hermine sieht es da schon etwas anders aus. Sie entwickelt sich im Spiel, so wie ihr Leinwandvorbild, aus der kleinen Möchtegern-Magierin wird eine entschlossene Zauberschülerin.

Das Spielprinzip von „Der Gefangene von Askaban“ ist simpel gestaltet, doch hält immer noch einige Tücken für den Spieler bereit. Neben den Jump’n’Run Einlagen bringen Kistenschiebereien und andere Rätseleinlagen Auflockerung in das Zauberer-Leben. Die verschieden aneinander gereihten Abenteuer, die in Schultage unterteilt sind, mögen für Jungendliche über 12 Jahren einfach zu lösen sein, doch wenn sich ein sechsjähriger Konsolero an das Spiel wagt, können schon einmal Frusttränen fließen. Kinderleicht ist der Titel nicht, man muss sich durch Labyrinthe kämpfen und wissen, in welche Richtung man bestimmte Kisten ziehen bzw. schieben muss. Das kann jüngere Spieler eventuell überfordern. Schade ist auch, dass sich Electronic Arts und die Kinoproduktion nicht auf eine gemeinsame Altersgrenze einigen konnten, denn somit bleibt es Spielern unter 12 Jahre verwehrt, das Spiel mit dem Kinoabenteuer vergleichen zu können.

Alle Missionen, die ihr an verschiedenen Tagen erledigen müsst, könnt ihr nur mit Gruppenarbeit bestehen, denn es ist euch möglich, zwischen den Charakteren zu wechseln, um die unterschiedlichen Stärken der Helden zu nutzen. So braucht ihr beispielsweise alle eure Freunde, um einen großen Stein an eine andere Position zu versetzen. Da dieser zu schwer ist, schafft es euer Hauptcharakter nämlich nicht allein.

Natürlich besteht das Spiel nicht nur aus Schiebereien von Kisten und dem Einsammeln von Gegenständen, sondern beinhaltet auch die ein’ oder andere Kampfszene, in der Harry und seine Freunde an ihre zauber-technischen Grenzen getrieben werden. Hierbei wird euch es euch ermöglicht, euren Zauberstab mit maximal zwei Zaubern zu belegen, die ihr im Duell gegen die bösen Mächte des Spiels anwenden könnt. Leider erweist sich der Großteil aller Magiesprüche als Elementar- oder Schutzzauber aus. Neben diesen mageren Zaubersprüchen gibt es nicht einmal eine Alternative wie einen Nahkampfangriff.

Im Übrigen ist die simple Steuerung des Jump ’n’ Run Titels erwähnenswert, welche mit den Analog-Sticks ausgeführt wird. Einer der beiden dient wie bei den meisten Spiele der Xbox als Steuerung und der andere als Kameraführung.

Grafik – Naja , Sound – okay , Synchronisation = MIST

Jeder Harry Potter-Konsolero wünscht sich natürlich, dass man die Helden aus den Filmen auch im Spiel als diese erkennen kann. Leider wurde das im dritten Teil der Spiel-Serie nur bedingt umgesetzt, Harry ähnelt weder dem Leinwandcharakter, noch den Beschreibungen der Buchvorlagen. Er sieht eher aus wie ein kleiner schüchterner Streber, den Mut für die vielfältigen Abenteuer würde man ihm nicht zuschreiben. Hermine und Ron hingegen sind besser angepasst worden. Ganz allgemein gesehen, kann man die Grafik von Harry Potter und der Gefangene von Askaban nur als mittelmäßig bezeichnen, denn das Spiel protzt in keinerlei Hinsicht mit optischen Effekten, ausgefeilten Texturen oder reichhaltigen Details. An manchen Stellen eures Abenteuers, gilt es Türen und Truhen zu öffnen, die zugrundeliegenden Animationen allerdings lassen Realismus vermissen. Zu unecht wirken die Aktionen der Heroen. Da sind wir von EA eigentlich einen höheren grafischen Standard gewöhnt.

In Sachen Sound gibt das Spiel des Zauberlehrlings auch nicht viel her. Neben der leisen Hintergrundmusik aus dem Film hört man nur das ständig gleich Geräusch euer Zauber oder Aktionen, wie das oben genannte Öffnen von Türen. In den Ladesequenzen gibt es leider auch kein Extra, denn diese sind nur mit der gleichen Musik bestückt, wie sie im Spielmodus erscheint.

Fazit

Im Grossen und Ganzen kann man sagen, dass der dritte Teil der Harry Potter-Spielserie trotz optischer Defizite packend ist, zumindest für einige Zeit. Die Langzeitmotivation ist leider recht gering, die teils frustigen Abenteuer des Zauberers können spielerisch auf lange Sicht nicht überzeugen, denn das Gameplay wirkt steril und langweilig. Der Großteil aller Käufer verlangt natürlich ein Spiel, welches sie dauerhaft am Fernseher festhält. Dies kann der Gefangene von Askaban leider nicht bieten. Neben den vorhanden grafischen Patzern, welche sich vor allem im Mittelteil des Spiel häufen, bringt das Spiel ein eher ärmliches Soundpaket mit, welches nur einige Zauber sowie Aktionen akustisch unterstützt, Dramatik und Spannung aber nicht erzeugen kann. Die Zauber sind leider ebenso abwechslungsarm gestaltet und bieten nur Elementar- sowie Schutzfunktionen. Immerhin, Kameraführung sowie Steuerung harmonieren prächtig miteinander. Potter-Fans werden sich mit dem Titel eventuell anfreunden können, andere Spieler sind bei Genrevertretern der gehobenen Güteklasse A besser aufgehoben.

Harry Potter und der Gefangene von Askaban [PC , Justgamers]

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