Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ein Mix aus Rollenspielelementen und Strategiespiel mit einer Fantasy-Story á la Herr der Ringe. Das klingt im ersten Moment für Fans der beiden Genres durchaus verlockend. Ob diese Mischung bei Heroes of Annihilated Empires, dem neuesten Spiel von GSC Gameworld, aufgegangen ist, verrät Euch unser Review.
Frodo, Sam und Elhant...
Heroes of Annihilated Empires erzählt vom Krieg zwischen dem Waldvolk und den Legionen der Untoten. Die Hauptperson des Einzelspielermodus ist der junge Elf Elhant, der dem Waldvolk zum Sieg verhelfen soll. Doch schon bald wird klar, dass nicht nur die Untoten nach dem Leben der Elfen der trachten, sondern zum Beispiel auch die für ihre Blutrünstigkeit bekannten Orks.
Bis hierhin eine ganz normale Fantasy-Story - könnte man meinen. Doch einem bereits ausgezeichneten Newcomer-Autoren wie Ilya Novak traut man doch sicherlich mehr zu.
Grob gesagt ist das Spiel eine Mischung aus Rollenspiel und Echtzeitstrategie. Der Held, der Euch durch die Story begleitet, wird nicht durch einen anderen ersetzt und darf auch nicht sterben, sonst ist die Mission verloren. Besser wäre: Den Held dank gesammelten Erfahrungswerten stärker, resistenter und gewandter werden lassen. Das funktioniert dank cleverem Levelsystem erstaunlich gut.
Unterschiede machen sich aber vor allem erst dann richtig bemerkbar, wenn Elhant erste Zauber erlernt und effizient einsetzt. Damit unsere Spielfigur trotz stählerner Brust auch in kritischen Moment Unterstützung erhält, zieht er mit kleineren Einheiten in den Krieg.
Hier kommen die Strategieelemente zum Einsatz. Wie in anderen Genrevertretern wird nach und nach eine Basis errichtet, Schwert- und Speerkämpfer werden in separaten Kasernen ausgebildet. Die Währungsmittel sind hier Ressourcen, die oft von Arbeitern erst abgebaut werden müssen, bevor sie dem Spieler von Nutzen sind. So vergrößert man mit der Zeit immer mehr seine Armee, deren Erfahrungswerte im Kampf ausgebaut werden können.
Gebt ihnen eins auf die Glocke!
Richtige Massenschlachten á la Rome: Total War gibt es zwar nicht, dennoch können sich die Gefechte gegen Dutzende von Feinden durchaus sehen lassen, vor allem, weil man vielfältige Möglichkeiten hat, im Kampf die Oberhand zu gewinnen. Entweder man tötet zuerst den Anführer, um danach die moralisch angeschlagenen Untereinheiten platt zu machen, oder man benutzt die Holzhammermethode und stürmt einfach durch die Mitte, was jedoch nur in den seltensten Fällen gelingt, da die künstliche Intelligenz der Gegner nicht ohne ist.
Leider verliert man vor allem zu Beginn in den üppig gestalteten Bildschirmen ab und zu die Kontrolle. Lasse ich nun erst meine Truppen vorrücken oder meinen Helden eine Spezialfähigkeit auf die angreifenden Feinde anwenden? Oder sollten wir uns doch lieber zur Basis zurückziehen? Da man es alle Nase lang mit neuen Gefahren zu tun hat, sollte man seine Entscheidungen fix treffen, da man sonst schneller seine Einheiten sterben sieht, als man Ups! sagen kann. Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad der Missionen aber auch für Anfänger noch recht human, da die Lernkurve recht steil ist.
Grafisch kann Heroes of Annihilated Empires überzeugen: Seien es die farbfreudigen Landschaften oder das abwechslungsreiche Design der Einheiten, an Liebe zum Detail wurde nicht gespart. Hinzu kommt, dass das Aussehen der Umgebungen dank Terramorphing variabel ist. Je nachdem, welches Volk sich wo niederlässt, lassen sich deutliche Handschriften der Herkunft erkennen. So wird zum Beispiel aus einer lebendigen Graslandschaft durch Basisbau ganz schnell eine karge Eiswüste.
Besonders cool sieht es beispielsweise aus, wenn ein Eispfeil eine ganze Schneise zwischen eine Gegnerarmee schlägt.
Und auch wenn kleinere Einheiten lediglich als zweidimensionale Sprites über die Karte wandern, harmonieren sie perfekt mit den 3D-Helden. Des Weiteren wurde auch mit effektvollen Fantasy-Zaubern nicht gegeizt.
Einziger Wermutstropfen: Mit dem Zoom wurde äußerst knauserig umgegangen, man kann die Kamera lediglich drehen und von der isometrischen Perspektive zu einer flacheren Darstellung wechseln.
Beim Sound haben sich die Entwickler Mühe gegeben: An wichtigen Punkten im Spiel kommen gut gewählte deutsche Synchronsprecher zum Einsatz, die glücklicherweise nicht zum Overacting neigen, wie manch andere Sprecher, die sonst im ach so heroischen Fantasy-Universum die Atmosphäre mehr kaputt machen, als sie aufrechtzuerhalten. Auch die Effekte wirken mehr als rund und der epische Soundtrack passt wie das Schwert in die Orkbrust.
Glücklicherweise haben sich die
Entwickler nicht nur um den Einzelspielerpart hervorragend gekümmert, auch der Mehrspielermodus kann überzeugen. Neben dem Offline-Skirmishmodus wie in Dawn of War dürft Ihr Eure Gefechte auch auf das Internet oder ins Netzwerk verlegen.
Im Gegensatz zum Singleplayermodus habt Ihr hier die Wahl aus vier verschiedenen Völkern, bei deren Balancing man genau darauf geachtet hat, dass keines unter ihnen zu kurz kommt. Lediglich die Anzahl der Karten hätte man ruhig noch erhöhen können, aber vielleicht gibt es ja bald die ersten Mappacks aus der Community oder seitens der Entwickler. Wir würden uns jedenfalls freuen.