Herr der Ringe: Rückkehr des Königs

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Herr der Ringe: Rückkehr des Königs [PC , looki.de]

Gesamtwertung

82%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Herr der Ringe: Rückkehr des Königs

Die Abenteuer von Gimli, Aragon, Gandalf & Co. gehen weiter! Nach der Schlacht um Helms Klamm und der Zerstörung von Isengard richten unsere Helden ihre Blicke wieder Richtung Mordor. Was wird Sauron unternehmen, um sich des Einen Ringes zu ermächtigen? Wird er seine Horden entfesseln und sie gegen die freie Welt in Marsch versetzen? Werden es Frodo und Sam schaffen, zusammen mit Gollum nach Mordor zu gehen, um den Einen Ring in die Flammen des Schicksalsberges zu werfen? Fragen über Fragen…

HdR – Die Rückkehr des Königs beginnt dort, wo der Kinofilm HdR – Die Zwei Türme endete: Mit der Vertreibung der Uruk-Hais von und aus Helm’s Klamm. Als Gandalf ist es nunmehr unsere vorrangige Aufgabe, die schier endlos erscheinende Horde übellauniger Orks und Uruk-Hais mittels Schwert und dem Blitze verschießenden Zauberstab mal so gehörig Respekt einzuflössen. Diese als Tutorial verstandene Mission weist nebenbei noch ein wenig in die Feinheiten der Steuerung ein. Man vermöbelt also ein paar Gegner, klettert nach einem Hilferuf von Legolas eine Leiter zur Wehrmauer hoch, verhaut weiterhin übellaunige Feinde und klettert die Mauer irgendwann wieder runter, um mittels einiger Katapulte einer mit Explosiv-Material vorrückenden Ork- und Uruk-Hai-Truppe ein Tag zu versauen. Klar, dass der Weg von der Mauer bis hin zu den Katapulten mit Gegnern gespickt ist, die man erst einmal ein wenig vertrimmen muss.

Ist die Gefahr irgendwann nach einer wüsten Metzelei und einer prachtvollen Explosion dann abgewendet worden, endet auch schon die Mission durch einen erstaunlich flüssigen Übergang aus Spielgrafik hin zu den aus den Kinofilmen entliehenen Filmausschnitten. Nach dieser ersten Mission steht es dem Spieler übrigens frei, wessen Weg man schwertschwingenderweise begleiten will, denn der Missionsverlauf teilt sich fortan in drei Wege auf. Auf der einen Seite helfen wir als Gandalf den Ents bei der Säuberung von Isengard und anschliessend der Verteidigung von Minas Tirith.

Auf dem zweiten Handlungsstrang begleiten wir Aragon, den Elben Legolas und den Zwergen Gilmi auf den Weg hinunter in die Reiche der Toten, um dort den König der Toten zu unterwerfen, damit uns dieser seine untoten Armeen für den Kampf gegen Sauron überlässt. Anschließend metzelt man sich noch ein wenig über die Pelennorfelder, um sich letztendlich vollends auf den Sturm von Mordor vorzubereiten. Auf dem dritten und letzten Pfad knüppeln wir uns zusammen mit Sam, Frodo und Gollum noch durch die gondorianische Stadt Osgiliath, sich dabei immer schön vor den Nazgûl versteckend!

Ist die Flucht aus der umkämpften Stadt geglückt, treffen wir alsbald auf Kranka, die Riesenspinne, die scheinbar ein wenig Appetit auf ein paar saftige Hobbits verspürt. Ist diese Gefahr gebannt, mäht man sich mittels scharfen Schwertes im Turm von Cirith Ungol durch schier endlose Ork-Massen. Man merkt schon, Diplomatie ist bei HdR – Die Rückkehr des Königs nicht wirklich von Nöten. Formvollendetes Gegner-Verhauen will und muss gelernt sein! Zu diesem Zwecke gibt es für jeden gemeuchelten Feind Erfahrungspunkte, die, sofern die Mission beendet wurde und eben diese Erfahrungspunkte zusammengezählt wurden, für besondere Schlag- und Angriffskombinationen aber auch für mehr Lebensenergie oder Kampf-Stärke investiert werden können. Im Grunde läuft das Ganze wie bei einem auf Sparflamme köchelndem Rollenspiel ab: Viele tote Gegner = Erfahrungs-Punkte. Viele Punkte = Levelaufstieg. Levelaufstieg = neue, auswählbare Fähigkeiten.

Um den metzelfreudigen Spieler zusätzlichen Anreiz zu bieten, werden ab und an im Missionsauswahl-Menü Videos freigeschaltet, in denen die Schauspieler aus den Filmen über ihre Spiele-Alter-Egos sinnieren und werbeträchtig ihre Figuren und das ganze Spiel an sich anpreisen. Aber man erfährt auch einiges Interessantes: So wurden extra alle Darsteller ins Tonstudio eingeladen, um mit ihnen die Extra-Dialoge des Spiels aufzunehmen. Das bedeutet: In der englischen Version des Spiels spricht beispielsweise tatsächlich Christopher Lee die Rolle des Sarumans! Was man nicht im Video sieht, dafür aber jederzeit beim Spielen hört: Für die deutschsprachige Fassung hat EA die deutschen Synchronsprecher der Kinofilme angeheuert. Lobenswert, denn so wird das Filmerlebnis, das durch die Film-Zwischensequenzen schon einen recht hohen Level besitzt, noch einmal gesteigert.

Im Grunde genommen laufen die Missionen alle nach dem gleichen Schema ab: Alles, was nach Ork, Spinne, Haradrim – die arabisch wirkenden Gesellen mit ihren riesigen Oliphanten - oder Uruk-Hai aussieht oder diesen entfernt ähnelt, darf/muss/soll gemetzelt werden. Und es gibt viele Orks, Spinnen, Haradrim und Uruk-Hais in HdR – Die Rückkehr des Königs. Das gesamte Spiel ist komplett nur aufs Kämpfen ausgelegt, Rätsel-Einlagen sucht man leider vergebens. Und genau hier liegt der größte Schwachpunkt von HdR – Die Rückkehr des Königs. Außer sich durch Gegnerhorden zu schnetzeln gibt es nichts wirklich Abwechslungsreiches! Ok, hier und da variieren die Gegnertypen und ab und zu darf man in der Rolle von Gandalf bei der Belagerung von Osgiliath die Sturmleitern der Orks umschubsen, um die Eroberung der Stadtmauer und damit auch der Stadt zu verhindern… Speziell in Sachen Schwierigkeitsgrad und Speicherpunktsetzung – so genannte „Kontrollpunkte“ - erkennt man die Konsolenherkunft von HdR – Die Rückkehr des Königs.

Da das Spiel, wie bereits hinlänglich erwähnt, nur aufs Kämpfen abzielt, sind entsprechend viele Gegnermassen präsent. Teilweise so viel, dass die Übersicht komplett verloren geht, was naturgemäß verheerend enden kann, da man erstaunlich schnell sterben kann. Wer jetzt denkt „Dann mach ich einen Quicksave“, darf schon mal mit dem Weinen anfangen, es gibt nämlich keine Quicksave-Funktionen. Stattdessen gibt es automatische Speicherpunkte die teilweise extrem weit von einander weg liegen. Das steigert den Schwierigkeitsgrad scheinbar gewollt in einigen Level ins Bodenlose. Und wehe, man sitzt gerade an einer Mission, hat schon zwei Speicherpunkte gefunden und muss plötzlich da Spiel beenden. Dann sind alle Bemühungen futsch, denn echte Speicherstände können erst nach Beenden der gesamten Mission erstellt werden. Keine praktische Lösung für PC-Nutzer.

Wer es immer noch nicht weiß: HdR – Die Rückkehr des Königs ist ein Kampfspiel, was bedeutet, dass die Steuerung ein besonderes Augenmerk verdient. So werden einige der Angriffskombinationen nur durch komplizierte Maus- und Tastaturkombinationen ausgelöst, die ein gewisses Maß an Fingerakrobatik fordern. Gamepad-Nutzer dürfen sich hingegen die schwieligen Hände reiben, denn nur mit diesem Steuergerät ist das Spiel ohne Fingerverknotung steuerbar. Der Filmlizenz sei’s gedankt: Orte wie Osgiliath, das Reich der Toten oder Minas Tirith wirken auf dem Monitor ähnlich beeindruckend wie auf der Kinoleinwand. Auch die Charaktere und Feindesmassen genießen die enge optische Verwandtschaft zu den Film-Vorbildern. Gandalf schwingt beeindruckend das Schwert Glamring, Frodo fuchtelt mit dem blau glühenden Stich den Orks ein wenig vor der Nase herum und auch der Rest der kämpfenden Meute wissen ihre Waffen visuell beeindruckend einzusetzen. Ok, hier und da wirken die Bewegungsabläufe ein wenig hölzern, aber das bricht der mehr als überzeugenden grafischen Präsentation keinen Zacken aus der Krone.

Fazit

„Ich mag es, ich hasse es, ich liebe es, ich verachte es, ich liebe es wieder, ich schmeiß es gleich aus dem Fenster“ – so oder so ähnlich kann man meine Einstellungen zu HdR – Die Rückkehr des Königs während meines Spielens am besten zusammenfassen. Es ist unglaublich, wie sehr sich bei diesem Titel die Emotionen hochschaukeln lassen. Ist man beispielsweise an einer besonders unfairen Stelle, möchte man am liebsten die Designer mit dem Gamepad durch die Wand klopfen, hat man aber endlich die Mission geschafft, fühlt man sich wie der glücklichste Mensch der Welt… bis man dann eine weitere Mission startet. Der bescheidenen Speicherpunkt-Setzung und dem am Schluss horrenden Schwierigkeitsgrad sei dank.

Herr der Ringe: Rückkehr des Königs [PC , looki.de]

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