Hidden Stroke 2
Seit Sudden Strike 2 waren alle Strategiespiele lasch? Selbst Blitzkrieg oder Afrika Korps vs. Desert Rats haben auf euch nur wie ein Narkotikum gewirkt? Dann dürft ihr jetzt eure müden Augen wieder aufmachen, denn endlich könnt ihr den 2. Weltkrieg auf anspruchsvolle Weise bestreiten. Denn kein geringerer, als Genre-Geheimtipp Hidden Stroke 2 will die Krone der Kriegs- und Strategiespiele an sich reißen.
Krieg mal Anders
Wer sich diesen Artikel durchliest wird mit Sicherheit schon die eine oder andere Erfahrung mit Strategiespielen, die die 2. Weltkriegsthematik behandeln, gemacht haben. Dennoch wird den meisten von euch der Name
Hidden Stroke 2 äußerst spanisch vorkommen. Dies liegt jedoch nicht an einem schlechten PR Management oder zu wenig Fans, sondern einfach daran, dass bis dato nur die richtigen Sudden Strike 2 Fans wussten, worum es sich bei diesem Spiel handelt. Wie ihr vielleicht schon anhand der Bilder merkt, ist
Hidden Stroke 2 grafisch dem großen Bruder
Sudden Strike sehr ähnlich. Das liegt kurz und knapp gesagt einfach daran, dass es
Sudden Strike ist. Denn eigentlich ist
Hidden Stroke 2 nichts anderes, als eine immense Verbesserung der vielen bekannten 2. Weltkriegssimulation. Übrig geblieben sind jedoch nur die Grafik und einige Einheiten, alles andere wurde von den Entwicklern komplett überarbeitet.
So sind nicht nur alle Kampagnen neu, sondern es sind auch noch jede Menge bislang noch nicht veröffentlichte Einzelmissionen dazugekommen. Hinzu kommt ein total neues Schadenssystem und die insgesamt 80 verschiedenen und neuen Boden- und Lufteinheiten. Selbst zur See darf, dank des Addons, endlich richtig gekämpft werden.
Historisch korrekt
Genau wie im großen Vorbild, wird auch in der großen Modsehr viel Wert auf Authentizität gelegt. Wie bereits gewohnt, ist jeder Kriegsschauplatz original getreu nachgestellt und alle Einheiten sind so vorhanden, wie sie es auch anno dazumal in der Schlacht waren.
Hidden Stroke 2 bemüht sich jedoch viel mehr, die Schlachten nachzustellen, die man bislang in noch keinem Strategiespiel finden konnte. So dürft ihr ab sofort auf Seiten der Japaner auch den asiatischen Raum unsicher machen. Aber selbstverständlich kommt ihr auch in Europa und Afrika hinreichend zum Zug. Insgesamt wurde jedem der sechs Länder eine Kampagne zugeteilt. Wem es also auf Amerikanischer Seite zu langweilig wird, der fängt einfach erst einmal die Kampagne Großbritanniens, Deutschlands, Japans oder der Sowjet-Union an.
Alle Kampagnen laufen jedoch größtenteils unabhängig voneinander ab. Dafür sind diese jedoch äußerst realitätsnah und benutzen schon einmal die einen oder anderen Fakten aus der Realität. In der deutschen Kampagne spielt ihr zudem als Major, der auch immer auf dem Schlachtfeld dabei ist und überleben muss. Habt ihr es zur nächsten Mission geschafft, wird er befördert. Spielerische Vorteile hat dies jedoch nicht. Gleich geblieben sind zudem auch immer die Missionsziele. So wurden die Schauplätze zwar stark angepasst und ihr könnt euch jetzt beispielsweise auch in Heuhaufen verstecken, aber nichtsdestotrotz geht es immer nur darum, den Gegner von einer bestimmten Stelle zu Verdrängen oder einen Angriff abzuwehren. Nur in ganz wenigen Missionen erhaltet ihr echte Spezialaufträge, wie z.B. einen gigantischen Panzerkampf auf offenem Gebiet. Langweilig wird es jedoch nicht, denn die Kämpfe finden alle auf neu designten und meistens sehr abwechslungsreichen Karten statt.
Der strategischen Herausforderung hat das Ganze jedenfalls nicht geschadet. Noch immer hilft es nichts, alle Einheiten aufs Missionsziel zu schicken. Nur durch geschickte Truppenbewegungen und nur dann, wenn die verschiedensten Fähigkeiten der verschiedenen Truppentypen richtig genutzt wird, erreicht ihr einen Sieg.
Materialschlacht
Die Masse an verschiedenen Einheiten ist schier erschlagendZu den ohnehin schon sechs Fraktionen kommen noch einige Parteien, die zwar keine eigene Kampagne haben, jedoch euch im Spiel immer wieder über den Weg laufen werden. So trefft ihr des Öfteren auch auf schwedische, französische, polnische oder auch italienische Einheiten. Alle Länder haben dabei eine unterschiedliche Anzahl an verschiedenen Einheiten. Klarer Gewinner dabei sind die Amerikaner. Denn die können mit einer immensen Schar an Infanterie und Kettenfahrzeugen aufwarten, aber auch die anderen Länder sind nicht zu unterschätzen. Insgesamt konzentriert sich das Spiel jedoch sehr stark auf die neu hinzugekommen Panzer. So sind erstmals auch richtig großkalibrige, rollende, russische Festungen dabei und auch bei allen anderen Fraktionen sind immer mindestens fünf neue Panzer hinzugekommen. Wie auch zuvor beherrschen diese das Spielfeld, sofern sie in großer Anzahl vorhanden sind. Sollten sie das nicht sein, übernimmt die Infanterie den größten Teil der Arbeit. Hierbei ist es hilfreich, dass es von nun an auch möglich ist, schwere Waffen in Gebäuden zu stationieren. So könnt ihr feindliche Panzer nun auch von Gebäuden aus mit dem Mörsersoldaten unter Beschuss nehmen. Neu hinzugekommen sind bei der Infanterie leider nur wenige Soldatentypen. Sehr interessant ist jedoch der neue Artillerie-Späher. Diese Spezialeinheit kann, dank Fernglas, sehr weit sehen und so schon früh Ziele für die Artillerie ausmachen. Mit einem Mausklick könnt ihr zudem einen Artillerieschlag auf das gewünschte Ziel ausüben, unabhängig davon ob sich überhaupt eine Artillerie auf dem Schlachtfeld befindet.
Bei den ballistischen Geschützen, hat es auch einiges an Zuwachs gegeben. So gibt es ab sofort stationäre, große Mörser und nicht zuletzt auch endlich richtig große Artilleriegeschütze, die mehrere Kilometer Reichweite besitzen. Da diese Waffen sehr stark sind und gut und gerne 10m breite Granattrichter in den Boden rammen können, kommen diese nur sehr selten in den Missionen zum Einsatz.
Wer dagegen ohnehin viel lieber mal in die Luft abheben möchte, hat in Hidden Stroke 2 nun noch viel mehr Möglichkeiten mit den Flugzeugen zu agieren. Diese können nun nämlich auch Munition an einer bestimmten Stelle der Karte absetzen. Manche der neuen Flugzeuge besitzen zudem jetzt noch stärkere Bomben. Richtig neu wird es jedoch erst im Wasser. Denn ab sofort bestimmen Schlachtschiffe das blaue Nass. Diese Ungetüme dienen zwar eher zum Küstenbeschuss, in der ein oder anderen Mission müsst ihr so ein Monster jedoch auch schon mal mit den neuen U-Booten angreifen, die nun perfekt Torpedoeinschläge simulieren. Die K.I. kommt übrigens mit allen neuen Einheiten hervorragend zu Recht und benutzt diese auch sehr effektiv gegen euch. Nur wirklich die ganz Harten unter uns sollten den Schwierigkeitsgrad auf Schwer stellen.
Massenschlacht
Ganz neu und erfrischend überarbeitet ist dagegen der Multiplayer-Modus. Zwar sind die Spielmodi dieselben, jedoch ist es nun viel einfacher andere Spieler zu finden, da man nun endlich auch nach offenen Spielen suchen kann, ohne deren IP herauszufinden zu müssen. Selbstverständlich steht aber auch die alte Methode noch zur Verfügung. Die Schlachten an sich gestalten sich aber im Endeffekt nicht viel anders, als wir es schon von
Sudden Strike 2 gewohnt sind. Dennoch macht es Spaß, sich auf den neuen Karten und mit neuen Einheiten gegen Freunde zu messen. Eine Revolution sollte man jedoch nicht erwarten.
Zeitgenössische Grafik
Auch grafisch kann der Titel nicht mehr viel, aus der schon längst angestaubten
Sudden Strike 2 Engine rausholen. Die neuen Objekte und Einheiten sind zwar allesamt sehr schön modelliert und texturiert, aber das ändert nichts an den abgehackten Animationen und den leider sehr pixeligen Soldaten. Dafür kann der Sound einiges wieder gut machen. Sehr viel Wert wurde dabei auf den Realitätsgrad der Samples gelegt. So klingt ein Tigerpanzer eben auch wie ein Tigerpanzer und Soldaten schreien in ihrer jeweiligen Landessprache. Dabei wird zwar sehr viel auf die Originalsounds aus
Sudden Strike 2 zurückgegriffen, der Atmosphäre kommt dies aber nur zu Gute.
Fazit
Hidden Stroke 2 ist ein Muss für alle
Sudden Strike Fans. Noch nie gab es soviel Nachschub an guten Missionen und neuen Einheiten. Hinzu kommt der zwar immer noch altmodische, aber dafür nun viel einfacher gestaltete Multiplayer-Modus und das zu einem Spitzenpreis der wohl nicht mehr zu überbieten ist.
Es sei aber dazu auch gesagt, dass
Hidden Stroke 2 das Genre nicht neu erfindet und stark auf Altbewährtes setzt. Wem das jedoch egal ist, der muss sich das Spiel einfach kaufen. Denn jeder der sich nach
Sudden Strike 2 eine Verbesserung gewünscht hat, wird diese mit Sicherheit in
Hidden Stroke 2 wieder finden. Langweilig wird es jedenfalls nicht!
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