Highland Warriors
In den Spuren von William Wallace...
Soft Enterprise Games hat extra für das dieser Woche erschienende Echtzeit-Strategiespiel Highland Warriors eine eigene Engine entwickelt. Umso größer natürlich die Erwartungen der Gamer, die schon in zwei Demos das Spiel auf Tauglichkeit prüfen durften.
Ihr spielt in der Zeit des schottischen Unabhängigkeitskrieges gegen England. Damals führte William Wallace ein schottisches Heer gegen Edward den Ersten siegreich in die Schlacht. Nach der Installation startet ein dreiminütiges Intro, das sprachlich sehr stimmig ist und die Pracht der ATLAS Engine unterstreicht. Anschließend landet ihr im Hauptmenü und könnt neben den üblichen Einstellungen und Credits entweder in den Einzelspielermodus oder in den Mehrspielermodus wechseln. Als erstes empfiehlt es sich den Einzelspielermodus zu wählen, um in der Tutorial Kampagne die Grundsteuerung zu erlernen. Neben Kampagne könnt Ihr auch eine Endlosspiel beginnen.
Es gibt insgesamt fünf Kampagnen einschließlich des Tutorials, die allesamt acht Missionen beinhalten. In jeder spielt man mit einer der vier Parteien, den Engländern, einem von zwei schottischen bzw. einem irischen Clan und erlebt einen gewissen, historisch orientierten Zeitraum des jeweiligen Volkes. Eure Aufgaben bestehen dann zumeist darin, eine Siedlung aufzubauen und danach eine bestimmte Anzahl Krieger zu rekrutieren, die wiederum gegen Feinde in die Schlacht ziehen müssen.
Die Grafik fällt als erstes auf
Wenn ihr Euch dann für eine Mission entschieden habt, fällt Euch zunächst die schicke Grafik auf. Die Polygonmenschen wirken äußerst detailliert und authentisch, die Gebäude sind auch stilvoll gestaltet und die in der Umgebung umherlaufenden Tiere erstrahlen auch von ihrer besten Seite. Erwähnenswert die Echtzeitschatten, so wirft die rotierende Mühle realistische Schatten. Was aber ins Auge fällt, ist die miese Landschaftsgestaltung. Diese wirkt matt und steril, unscharf und verschwommen. Hügel und sich leicht im Wind bewegende Bäume zieren das weite Feld. Hier hätte den Entwicklern etwas mehr Kreativität gut getan, da sich alle Umgebungen in einer Hinsicht ähneln. Positiv, das sich das Terrain aufs Spiel auswirkt, so sind herablaufende Einheiten schneller. Ansonsten ist an der Grafik aber erst mal nichts auszusetzen. Besonders zu gefallen weiß das stufenlose dreh- und schwenkbare Terrain. So behaltet Ihr stets den Überblick, auch wenn eure Einheiten hinter Wäldern stehen sollten. Außerdem ist es möglich auf Augenhöhe mit den Einheiten zu gehen und bis auf einen Steinwurf heran zu zoomen. Schade nur, dass vor allem die Arbeiter bei ihren täglichen Aufgaben eintönig und abgehackt rüberkommen, was auch damit zusammenhängt, dass ihre Gesichter nicht animiert sind. Im Kampf sieht das ganz anderes aus, plötzlich sprühen eure Soldaten nur so vor Esprit und Kampfeslust. Da werden Schwerter gezogen, Äxte geschwungen und Pfeile durch die Luft geschossen.
Es spielt sich wie fast alle Echtzeit-Strategiespiele
Wenn Ihr Euch eine Weile an der Grafik satt gesehen habt, beginnt die ganz alltägliche Arbeit eines Stammesoberhauptes. In eurem Haupthaus erschafft ihr Arbeiter, die nicht nur zum Bau neuer Gebäude dienen, sondern auch den Abbau der wichtigen Ressourcen sichern. Neben Nahrung, die beispielsweise beim Abbau von Getreide oder Schlachten von Tieren produziert wird, gibt es Stein, Erz, Holz und Gold. Steine bekommt Ihr, indem die Untergebenen Steinvorkommen mit der Spitzhacke bearbeiten, Erz durch den Abbau von Mienen, Holz im benachbarten Wäldchen und Gold durch Steuerabgaben. Wenn Ihr genug angesammelt habt, gilt es euer Dorf auszubauen. Neben zivilen Gebäudekomplexen wie Hütten, in denen euer Volk unterkommt, Mühlen oder Sägewerken, die als Anlaufstelle für Rohstoffe wichtig sind, könnt ihr auch militärische Institutionen errichten. Darunter fallen einerseits Kasernen oder Ställe, aus denen ihr Soldaten bezieht, andererseits auch Palisadenwälle oder Türme, die angreifenden Truppen das Leben erschweren. Im Laufe des Spiels wird immer mehr freigeschaltet; dies richtet sich entweder nach dem Missionsziel, oder aber nach dem Fortschritt eurer Kultur. Rechts und links auf dem Monitor sind die Buttons angeordnet, die kaum noch Fragen aufwerfen dürften. Die einen dienen zum Aufspüren untätiger Personen, die anderen wiederum zeigen die Formation der Einheiten an. Zudem gibt es eine Übersichtskarte, die Rohstoffvorkommen und gegebenenfalls feindliche Gebäude aufzeigt.
Übersichtliches Kampfsystem sorgt für Spielspaß
Nach einiger Zeit habt ihr die grundlegendende Infrastruktur bestehend aus Unterkünften für Arbeiter und einem stattlichen Kapital gelegt und es geht daran dem Nachbarn Besuche abzustatten, um mal nachzuschauen, wie es mit seinen Rohstoffen beschaffen ist. In den Militärgebäuden habt Ihr in der zurückliegenden Zeit eifrig neue, kräftige Krieger ausgebildet und diese brennen förmlich darauf, ihre neuerlernten Fähigkeiten im Kampf unter Beweis zu stellen. Ihr könnt, nachdem Ihr zum Beispiel einen Bogenschützen erschaffen habt, diesen weiterschulen, Ihr könnt ihn upgraden, so dass er widerstandsfähiger wird und genauer schießt. Upgraden könnt ihr grundsätzlich alle Einheiten, also auch Holzfäller oder Mienenarbeiter. Außerdem sammeln eure Soldaten im Kampf Erfahrungspunkte an, die ihnen Vorteile verschaffen. Ihr könnt noch zusätzlich Helden erschaffen, die mit ihren magischen Fähigkeiten die Armee unterstützen. So haben sie wie bei
Warcraft 3 Zaubersprüche, die Auswirkung auf die naheliegenden Truppen haben. Diese lassen eure Männer dann unter anderem schneller regenerieren oder schaden den gegnerischen Einheiten. Diejenigen, die davon betroffen sind, werden im Spiel rot unterlegt. Nun müsste die Streitmacht für eine Schlag gegen die hinterhältigen Engländer oder die wilden Schotten gewappnet sein. Das Kampfsystem weist keine Neurungen zu den Genrekonkurrenten auf, denn mit Rechtsklick werden die Leute befehligt. Wenn ein Feind ins Blickfeld kommt ändert sich der Kursor in einen Speer. Des weiteren habt Ihr, wie schon angesprochen, die Möglichkeit, die Ausrichtung eurer Soldaten zu ändern. Ob Ihr dann in einer geschlossenen Formation oder doch einer ovalen Truppenanordnung ins Gefecht gehen wollt, ist letztendlich euch überlassen. Ist es dann soweit und die Kontrahenten prallen aufeinander, sieht dies schon beeindruckend aus. Was nervt, ist das ausgesprochen einfallslose Zubodensinken der ermordeten Einheiten, die einen Moment warten und dann nach vorne plumpsen. Aber dies ist mit Sicherheit eine Randnotiz. Die verzögerte Reaktionszeit der Personen kann man dagegen nicht als Lappalie abstempeln. Zum einen ist es störend, wenn erst eine halbe Sekunde vergeht bis die Leute auf eine Anweisung reagieren, zum anderen kann dies das Kampfgeschehen negativ beeinflussen.
Nun stellt sich die Frage, was nach den Kampagnen, die der Spieler relativ schnell bewältigt hat, für Motivation sorgen soll. Im Singleplayer bietet sich lediglich noch das Endlosspiel an, was jedoch schnell langweilig wird. Die ersten Male machen sicher noch Spaß, zumal sich die vier Völker ziemlich stark voneinander unterscheiden. Nicht nur das Aussehen ist unterschiedlich, auch die Einheiten und die Fähigkeiten sind nicht identisch. So stellen die Langbogenschützen der Engländer eine große Gefahr da, auf Seiten der Schotten können dagegen die schweren Axtkrieger wahre Wunder bewirken. Aufgrund der geringen Anzahl an Parteien und Unausgewogenheit der Karten schleicht sich schnell Unmut ein. Zwar gab es in Age of Mythology auch nur drei Rassen, doch dort waren sie viel ausgewogener, komplexer und ausgefeilter. Hier kommen die verschiedenen Fähigkeiten nicht allzu deutlich zur Geltung. Durch den integrierten Karteneditor kann der Spieler sich seine eigene Landschaft kreieren. Es gibt auch nicht viel was dagegen spricht, nur bezweifle ich, dass selbst der größte Hobbyarchitekt mehr als eine handvoll Maps gestalten will. Dafür gibt es nämlich einfach zu wenige Goodies, die man in der Map verankern könnte.
Multiplayermodus
Also ruht nach einigen Spielstunden die ganze Hoffnung auf den Mehrspielermodus. Hier könnt zwischen einer Partie im LAN oder einer Austragung über das Internet wählen. 8 Spieler sind dabei das Ende der Fahnenstange.
Fazit
Alles in allem komme ich zu dem Fazit, dass
Highland Warriors nicht ganz das verspricht, was durch den Hype, der im Vorfeld um das Spiel gemacht wurde besonders um die Engine - , zu erwarten war. Es ist eben in allen Belangen schon so oder so ähnlich mal dagewesen, also nicht revolutionär. Ein
Warcraft 3 oder
Age of Mythology muss sich ebenfalls nicht vor der so hochgelobten Grafik von
Highland Warriors verstecken. Trotzdem ein überdurchschnittlich gutes Echtzeitstrategiespiel, das uns Soft Eterprise Games da präsentiert. Das liegt vor allem an der Benutzerfreundlichkeit und dem geschickten Kampfsystem. Auch die einleitenden Zwischensequenzen untermauern den Status eines überdurchschnittlichen Spiels.
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