Homeworld 2

Review
Plattform
PC
Vertrieb
-
Entwickler
-
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
12
Homeworld 2 [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

76%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Ausreichend

Bedienung

Gut

Homeworld 2

Das Volk der Hiigaraner, ihres Zeichens Bewohner des recht lebensfeindlichen Planeten Kharak, fanden vor Jahrhunderten in einem Wrack eines Raumschiffes einen so genannten Führungsstein, der nach seiner Aktivierung eine Karte der Galaxie zeigte. Das erstaunte die Hiigaraner doch sehr, denn ihre Mythen und Religion sprachen bislang immer davon, dass die wahre Heimat der Hiigaraner nicht Kharak sondern ein weit entfernter Planet sei. Und wie es der Zufall so wollte, fanden sie auch gleich noch einen Hypersprungantrieb. Also bauten sie ein paar Schiffe, luden alles ein, was nicht niet- und nagelfest war und düsten quer durch die Galaxie, um die wahre Heimat zu finden und wieder neu zu besiedeln. Jetzt, Jahrhunderte später, umfasst das Reich der Hiigaraner die halbe Galaxie, da sie als einziges Volk neben den friedlichen Bentusi über den bereits erwähnten Hypersprungantrieb verfügen.

Doch plötzlich tauchen überall Vaygr-Raumschiffe auf, die ebenfalls über die Hypersprungtechnologie verfügen und ein erbitterter Krieg ums Überleben entbrennt in den unendlichen Weiten des Alls. Wie schon beim Vorgängergespann Homeworld/Cataclysm wird die gesamte Story in schicken Schwarzweiß-Sequenzen fortgeführt, die eher an einen eine Art „Film-Noir“-Comic erinnern als an ein Weltraum-Epos, was aber der Spiel-Stimmung alleine durch den Stil in keinster Weise abträglich ist.

Wer Homewold und Catacylsm noch kennt, wird mit der Steuerung von Homeworld 2 wenig Probleme haben. Anfänger haben die Möglichkeit, die grundsätzliche Bedienung von Homeworld 2 im sehr umfangreichen Tutorial zu erlernen. Vom einfachen Raumschiffbau, dem Rohstoffsammeln, hin zur Zusammenstellung von Flotten und Formationen und dem Ausführen von Schlachten wird dem Spieler alles Notwendige beigebracht.

Um dem Gegner während der insgesamt 15 und teilweise extrem schweren Missionen Paroli bieten zu können, bedarf es selbstverständlich der Forschung und der Produktion. Jede Einheit kann nämlich über die Forschung erweitert und verbessert werden, ohne allerdings das ursprüngliche Design zu verlieren. Das sieht in etwa so aus: Aus einer normalen Korvette können Alternativ-Designs wie beispielsweise die Flak- oder Torpedo-Korvette erforscht und anschließend produziert werden, die Schild- und Feuerkraft verbessert und aus simplen Ressourcen-Sammlern hochwertvolle Reparatur-Einheiten gemacht werden. Selbst die Möglichkeit, eine Schiffsklasse zu bauen, muss erst erforscht werden. Die Erforschung von besseren Jägern, Fregatten oder Schlachtschiffen bedürfen nämlich der Installation von so genannten Komponenten, die ebenfalls erst erforscht werden müssen. Ein Forschen für die Forschung quasi.Für die Forschung und speziell für die anschließende Produktion der Schiffe werden Finanzmittel benötigt. Diese im Spiel RU genannten Ressourcen müssen nämlich teilweise während einer gigantischen Raumschlacht von Asteroiden abgebaut werden. Problem: Die Vaygr machen besonders gerne Jagt auf die Sammel-Schiffe, sodass der Schwierigkeitsgrad im Falle des Verlustes der Sammler bei Kampfhandlungen sprungartig anschnellt. Alleine schon deshalb, da der Bau eines Schiffes einiges an Zeit kostet und die Fluggeschwindigkeit der Sammler getrost als lahmarschig bezeichnet werden kann.

Elementarer Kern von Homeworld 2 sind Raumschlachten… große Raumschlachten! Zwar sind ist die Gesamtanzahl der Schiffe begrenzt, dennoch geht die Zahl der eigenen Schiffe in die Dutzenden. Allerdings sollte man sich um ein ausgewogenes Klein-, Mittel- und Großschiff-Verhältnis bemühen. Wer nur Jäger oder nur Korvetten eines einzigen Typus entscheidet, wird nicht wirklich glücklich, da die KI des Gegners erstaunlicherweise sehr pfiffig ist und fast immer zur richtigen – für den Spieler allerdings immer zur falschen! – Zeit einen umfassenden Gegenangriff beginnt.

Je nach Mission und Situation ist das Mitführen aller eigenen Schiffe in die nächste Mission von Vor- bzw von Nachteil, da die eigene Flotte zwar für Mission X noch ausreichte, für die nachfolgende Mission Y allerdings dem Feind gnadenlos unterlegen sind, vor allem deshalb, da der Gegner forschungstechnisch bereits weiter ist. Erschwerend hinzukommt, dass die eigene Forschung keinerlei Vorteile für bereits gebaute Schiffe bringt. So muss man theoretisch aber leider auch praktisch Teile der Flotte entweder im Kampf verheizen oder aber verschrotten und neu bauen. Da aber sowohl das Verschrotten als auch der Bau von Schiffen eine schier unendliche Zeit in Anspruch nimmt, muss man leider von vor der Beendigung einer Mission seine Flotte entsprechend vorbereiten. Doch leider funktioniert das nicht immer, so dass damit noch einmal der Schwierigkeitsgrad gehörig angezogen wird. Und noch schlimmer ist, dass Ressourcen eher rar gesät sind. Da Forschung und Bau massiv ins „Geld“ geht, darf man sich eigentlich kein Verlust durch gegnerischen Beschuss leisten.

Das größte Problem bei Weltraum-Echtzeitstrategie-Spielen wie Homeworld, Haegemonia oder O.R.B ist die Übersichtlichkeit. Während man bei den meisten normalen Echtzeittiteln gerade mal die Kamera schwenken, drehen und zoomen kann, kommt bei den Weltraum-Titeln eine weitere Perspektive hinzu: hoch und runter.

Wer die ganzen Warcraft- und Command&Conquer-ähnlichen Titel spielt, kennt das Chaos, wenn an zwei verschiedenen Orten ein Kampf ausbricht. Bei Homeworld 2 jedoch artet das Chaos bei zwei Schlachten an zwei Orten in gelegentlich heilloses Chaos aus, denn oft genug muss man örtlich weit entfernte Schlachten beäugen, die zu allem Übel auch noch in unterschiedlichen Höhenlagen stattfinden. Hektik und Konfusion purGrafisch ist Homeworld 2 jedoch jeden Makels erhaben. Die im wahrsten Sinne des Wortes wunderschöne Grafik lässt den Spieler in einen Farbenrausch aus verschiedensten Waffenfeuern, blendenden Sonnen und imposanten Explosionen tauchen. Allerdings schafft es Homeworld 2 es nicht, die grafische Brillianz von Haegemonia zu erreichen. Und auch akustisch muss Homeworld 2 in Vergleich zu Haegemonia zurückstecken. Zwar ist die Synchronisation gelungen und auch das Waffenfeuer und die Explosionen klingen nett, können es aber nicht mit der immer noch beeindruckenden Bombast-Beschallung von Haegemonia aufnehmen.

Fazit

Meine Güte, ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite ein tolles Spiel, das für die ersten drei Missionen zum Weiterspielen einlädt. Doch spätestens ab der vierten Mission bekommt man Hassgefühle, da der Schwierigkeitsgrad zu diesem Punkt schon extrem hoch liegt, nach der vierten Mission aber steigt sie unablässig weiter, was auch zu einem entsprechenden Wertungsabzug führt. Über die Hintergrundgeschichte kann man eigentlich auch nur den Kopf schütteln, da sie schlichtweg langweilig ist. Zum Glück jedoch ist sie sehr ansprechend verpackt, so dass man über die sinnfreie Story wenig Gedanken machen muß. Im Grunde kann man zusammenfassen, dass Homeworld 2 ein grafisch überarbeitetes Homeworld/Cataclysm mit unfairem Monster-Schwierigkeitsgrad und banaler Story ist.

Homeworld 2 [PC , Justgamers]

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