Gesamtwertung59%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Groß, grün, bärenstark und richtig mies drauf! Das ist Marvel`s Anti-Held 'The Hulk'. Im Kino prügelt sich der grüne Klotz durch sein erstes Leinwandabenteuer, was natürlich Grund genug für das eigene PC-Spiel ist. Ob ihr einen Anlass habt, grün vor Neid zu werden, verrät euch unsere Review...
Dr. Bruce Banner ist ein Wissenschaftler, der sich in einem geheimen Forschungslabor selbst einem Experiment mit radioaktiven Gammastrahlen aussetzt. Das Experiment geht gründlich in die Hose. Die Folge: sobald Banner sauer wird, verliert er die Kontrolle über seinen menschlichen Körper und verwandelt sich in das riesige grüne Monster 'Hulk' und legt nahezu alles in Schutt und Asche, was ihm in die Quere kommt. Nicht weiter verwunderlich, denn während sein Körper bei dieser temporären Mutation enorm gestärkt wird, schraubt sich sein IQ runter auf den Wert eines Kleinkindes. Ideale Voraussetzungen also für ein zünftiges Action-Spiel.
Heute hauen wir auf die Pauke
Obwohl der Hulk in seinem tiefsten grünen Inneren natürlich nur Gutes will, sieht ihn das Millitär als akute Bedrohung an. So kommt es, dass sich 'Hulk Banner' in 25 Level nicht nur diversen Pappnasen aus der Comic-Bösewichter-Abteilung stellen muss, sondern auch Soldaten verkloppt und Panzer schrottreif schlägt. Seid Ihr als Hulk unterwegs, können Euch Schüsse so schnell nichts anhaben. Um Euere - in der Regel massenhaft auftretenden - Gegner in die Flucht oder K.O. zu schlagen, könnt ihr zudem nahezu die gesamte Levelumgebung zerstören und zweckentfremden. So wird mal eben eine Wand zu Staub zerbröselt oder ein Auto flugs in eine Truppe nahender Soldaten geworfen. Panzergeschosse werden kurzerhand zum Absender zurückbefördert und mit Hilfe aufgestauter Gammastrahlen-Energie kann der Hulk sogar diverse Spezialattacken ausführen.
Anders als im Film ist Hulk aber im Spiel nicht sehr agil, was seine Bewegungen betrifft. Während er auf der Leinwand kilometerweit springen kann und spektakuläre Manöver vollführt, macht er im Spiel der Wortbedeutung seines Namens (Hulk: engl. für Klotz, Brocken) alle Ehre. Der Hulk steuer sich nämlich reichlich träge und schwerfällig, wobei die etwas konfuse Tastatursteuerung und die oftmals ungünstige Kameraführung ihr Übriges dazu tun, um es dem Spieler schwer zu machen. Um die Kontrolle wenigstens halbwegs zu behalten, ist ein Gamepad von Vorteil.
Zwei Spiele in einem?
Nun, ich denke das wäre etwas hoch gegriffen. Aber wenn Bruce Banner schon über eine solch gespaltene Persönlichkeit verfügt, sollte man doch auch beide Elemente irgendwie im Spiel unterbringen, nicht? Wenn also Dr. Banner zur Abwehslung mal einen halbwegs ruhigen Puls hat und sich nicht in ein grünes Riesenbaby verwandelt, schleicht der Spieler mit ihm durch geheime Forschungsanlagen.
Schleichen deswegen, weil der schmächtige Bruce in der direkten Konfrontation mit seinen Gegnern wohl immer den kürzeren zieht. Und die Verwandlung zum schlagkräftigen Hulk läst sich nunmal nicht kontrollieren.
Dafür kann Bruce in 'seinen' Spielabschnitten, einer Art 'Splinter Cell light', seine Gegner von hinten attackieren und leise außer Gefecht setzen. Wird der Alarm ausgelöst - verloren! Eine durchaus nette Abwechslung zu den auf die Dauer recht drögen Prügeleinlagen mit dem Hulkster!
Grafisch lehnt sich das Spiel nicht wirklich an den Film an, sondern kommt eher im Comic-Stil rüber. Vielleicht nicht unbedingt die schlechteste Idee, jeoch sieht man dem Spiel sehr an, dass es doch eher als Konsolenspiel gedacht war.
Die Grafik wirkt stellenweise grobkörnig und recht verwaschen, auch die Explosionseffekte hauen den Spieler nicht wirklich vom Hocker. Und das bereits erwähnte Steuerungs-Problem lässt vermuten, dass die Konsoleros eindeutig den besseren Stand haben. Vorgerenderte Zwischensequenzen erzählen den recht dünnen Plot weiter.
Anreiz für Fans: Vivendi hat auf die 3 CDs (!) noch so einiges an Zusatzmaterial gepackt. Dabei handelt es sich um Videos, Trailer und Backstage-Informationen zum Kinofilm und zum Hulk an sich, die Ihr im Spielverlauf alle nacheinander freischalten könnt. Das hätte uns auch beim Spider-Man-Spiel gefallen!
PC-Besitzer, die den Film gut fanden, dürfen auch bei Spiel getrost zugreifen, echte Hardcore-Zocker sollten aber kein Meisterstück erwarten. Ein Gamepad ist aber dringend zu empfehlen. Solltet ihr neben dem PC auch eine der NextGen-Konsolen besitzen, so rate ich euch eher, die Konsolenvariante zu kaufen. Auch wenn`s ein paar Euro mehr kostet - ihr werdet damit mehr Spaß haben als auf dem PC.
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