Gesamtwertung78%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Die Große Kampagne von Kinder des Nils ist in mehrere Szenarien unterteilt, die nach und nach freigeschaltet werden. Anfangs stehen drei zur Auswahl, jedes hat einen anderen Schwierigkeitsgrad. Nach einem Briefing, in dem alle Missionsziele erklärt werden, darf man sich ins alte Ägypten begeben. Optional darf man sich ein beliebiges Szenario aussuchen, um es sofort in Angriff nehmen zu können. Wem die insgesamt 20 mitgelieferten Missionen nicht reichen, kann sich im mitgelieferten Editor selbst neue basteln.
Ägyptische Kunst
Was gleich beim ersten Spielen ins Auge fällt ist die schöne und detailreiche Grafik. Hierbei haben sich die Entwickler wirklich Mühe gegeben, um Ägypten so schön und realitätsnah wie möglich erscheinen zu lassen. In großen Städten tummeln sich Hunderte, wenn nicht Tausende kleiner Untertanen, denen man nach Lust und Laune beim Verrichten der Arbeit zusehen kann. Dank der Zoomfunktion kann man so nah heranzoomen, dass man den Figuren ins Gesicht sehen kann, und sogar ab und zu einen Spaziergang durch die Straßen seiner Metropole machen kann. Leider sind die Schatten ins den großen Zoomstufen sehr verpixelt. Außerdem beansprucht es etwas Zeit sich an die komische Kamerasteuerung zu gewöhnen. Soundtechnisch gibt es auch nicht viel zu meckern. Während des Spielens dringt besinnliche Orientmusik aus den Lautsprechern. Manchmal streiten zwei Bürger auf offener Straße, oder plaudern einfach so vor sich hin. Diese Mono- und Dialoge sind teilweise humorvoll aufgebaut, und bieten gute Abwechslung zum tristen Aufbaualltag.
Mehrschichtige Bevölkerung
Der Aufbauteil des Spiels funktioniert ähnlich wie in Tropico 2. Nachdem man als erstes den Palast, die Residenz des Pharaos, aus dem Boden gestampft hat, müssen die ersten Häuser her. Nach dem Platzieren eines Gebäudes wird dieses von einem Bauarbeiter aufgebaut. Nachdem diese Leute die ersten Behausungen für Bauer bzw. Landwirte, die zu der untersten Bevölkerungsschicht zählen errichtet haben, kommen auch gleich die dazugehörigen Anwohner aus ihren primitiven Hütten, um sich fortan ihrer Arbeit zu widmen dem Bewirtschaften von Feldern. Diese werden möglichst nah am Fluss angelegt, weil hier der qualitativ beste Untergrund ist. Ob die Ernte gut oder schlecht ausfällt, entscheidet die jährliche Überschwemmung.
Ist genug Wasser über die Ufer getreten werden die Getreidesilos dieses Jahr randvoll. Manchmal kann es aber passieren, dass der Nil so heftig über die Ufer tritt, dass nah am Fluss errichtete Gebäude durch die Wassermassen zerstört werden.
Die zweite Schicht der Untertanen bilden die Diener. Diese sind dafür zuständig, höheren Bevölkerungsschichten beim Einkauf zu helfen, oder einfach den Haushalt zu schmeißen. Entweder dienen sie direkt im Anwesen des Pharaos oder bei adligen Familien, der dritten und höchste Schicht. Diese Familien führen ein luxuriöses Leben in prächtigen Häusern, die sie allen voran mit dem Anbau von Weizen oder beispielsweise Gemüse finanzieren.
Komplex aber interessant
Ihre täglichen Einkäufe erledigen die Anwohner in Geschäften, von denen es zwei Arten gibt eines für normale und eines für Luxuswaren. Letztere werden nur von der höchsten Bevölkerungsschicht genutzt. Zu den Luxusgütern zählen Schmuck, Parfüm oder Skulpturen. Die einfachen Produkte wie Matten oder Töpferwaren können sich auch sozial schwächere Familien leisten. Sollte es aber an Waren aller Art mangeln, dann demonstrieren die Leute auch schon mal vor dem Palast des Pharao, um Ihren Unmut über die Situation auszudrücken. Um die Produkte überhaupt herstellen zu können, brauchen die Ladeninhaber Ressourcen. Diese sind überall auf der Karte verteilt, und müssen von jedem einzeln abgebaut werden. Für die Herstellung von Leinen beispielsweise muss sich der Hersteller auf einen mehr oder weniger langen Marsch zum nächsten Flachsvorkommen machen.
Dieses Prinzip gilt auch für alle anderen Ressourcen im Spiel; Die wichtigsten sind Brot und Ziegeln. Brot ist das Grundnahrungsmittel und sollte in jedem Haus vorrätig sein, egal ob beim Adel oder in der Arbeiterklasse. Aus Ziegeln bestehen die meisten größeren Gebäude, deshalb sollte man immer eine bestimmte Anzahl auf Lager haben. Lehmvorkommen gibt es recht viele, und deshalb hat es ein Ziegelmacher nie weit zu seiner Ressource.
Außer essen haben die Bewohner auch noch andere Bedürfnisse. Eines davon ist beten. Wenn die Ernte gut ist, dann wollen sich die Menschen bei ihrer Gottheit auch bedanken. Dies tun sie in Tempeln. Bevor ein Tempel aber zum Beten geöffnet werden kann, muss dieser von einem Priester geweiht werden. Die Priester leben, ähnlich wie andere Regierungsbeamte in eigenen Häusern. Neben dem Weihen von Tempeln kümmert sich der Priester auch noch um die Medikamentenvergabe in Apotheken und um die Bildung in Schulen. Diese sind enorm wichtig für die Entwicklung des eigenen Reiches, denn ohne Schule gibt es keine gebildeten Bürger, die sich um die Verwaltung kümmern. Hierzu gehören z.B. Schreiber, die die Steuereinnahmen kontrollieren oder Aufseher, die auf Arbeiter aufpassen damit sie auch reichlich Steine abbauen. Und da auch Soldaten von gebildeten Vorgesetzen in die Schlacht geführt werden müssen, sollten sich auch künftige Kommandanten in Schulen fortbilden.
Nichts für Actionliebhaber
Nach so viel Mikromanagement stellt sich die Frage, wo denn bitte die Action bleibt. Wo ist der Gegner? An dieser Stelle werden Action-Strategen enttäuscht sein, denn es gibt in Kinder des Nils keine Kämpfe wie man sie aus anderen Spielen kennt. Auf der Karte ist der Spieler allein, es gibt keinen Feind mit dem er sich um Land streiten muss.
Wozu dann aber die Soldaten und Kommandanten. Ganz einfach, wenn man sich auf die Welt-Karte begibt (eine Übersichtskarte vom alten Ägypten bis hoch zum Mittelmeer) sieht man dort neben Händlern, bei denen man Waren verschiedenster Art einkaufen kann auch feindliche Forts die es zu bezwingen gilt.
Um aber einen Feldzug in solch entlegene Gegenden führen zu können, bedarf es einer großen Streitmacht und genügend Verpflegung um die hungrigen Mäuler auf dem Weg dorthin zu stopfen. Im Falle eines Sieges winkt einem ein Prestigegewinn.
Die Prestigeanzeige zeigt sozusagen die Berühmtheit und Anerkennung des Pharaos an. Je höher das Prestige, desto mehr gebildete Bürger können für einen arbeiten. Wenn sie allerdings sinkt, kommt es schlimmstenfalls dazu, dass die bisher vorhandenen gebildeten Bürger einfach einen anderen Beruf ergreifen oder wegziehen. Prestige erhält man beim Bauen von Monumenten wie Statuen verschiedener Götter oder Pyramiden. Diese können, falls genügend Ziegel vorhanden sind, äußerst große Ausmaße haben. Auch durch militärische Erfolge steigt die Annerkennung unter den Untertanen.
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Immortal Cities: Kinder des Nils im Test.
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