Gesamtwertung83%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Strategiefans, die sich schon unzählige Nächte wegen des Spitzentitels Rome: Total War um die Ohren gehauen haben, werden sicherlich schon mit Freude das ähnlich gestrickte Imperial Glory in Empfang nehmen. Anstatt in der Zeit des Römischen Reiches gehts nun im napoleonischen Zeitalter ans Eingemachte. Wie sich das Strategenfutter in unserem Test geschlagen hat, erfahrt Ihr hier.
Findige Strategen werden sich natürlich gleich auf den Kampagnenmodus stürzen. Als erstes will das Spiel von Euch wissen, welche Partei Ihr wählen wollt. Zur Auswahl stehen etliche europäische Länder wie Frankreich, Spanien, Österreich und Deutschland. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Produktionsgeschwindigkeit, Weiterentwicklungspotenzen und verschiedenen Attributen der Heere. Habt Ihr Eure Wahl getroffen, landet Ihr auch schon auf der etwas öde gestalteten Übersichtskarte. Diese zeigt Euch, bei welchen umliegenden Ländern Ihr ein Stein im Brett habt und mit welchen man lieber keine Tasse Kaffe trinken sollte.
Mithilfe einer im Stil Eures jeweiligen Staates gestalteten Figur könnt Ihr durch Verrücken bestimmen, in welche Gebiete Ihr einfallen wollt. Natürlich haben die Spanier etwas dagegen wenn wir als Franzosen in deren Territorium einmarschen. Sturköpfen bleibt da nur eine einzige Möglichkeit: Krieg! Entscheidet Ihr Euch dafür, gehts auch schon ab ins virtuelle Gefecht, welches ähnlich wie in Rome: Total War - in einer hübschen 3D-Grafik dargestellt wird. Doch dazu später mehr.
Strategiefüchse, die sich schon in Rome gut zurechtfanden, werden auch in Imperial Glory schnell die richtigen Entscheidungen treffen.
Die Übersicht geht dank der willigen Kamera nie flöten und auch die Bedienung der Echtzeitgefechte die eine kurze Eingewöhnung erfordern geht mit der Zeit kinderleicht vonstatten. Sind erstmal einige Schlachten gewonnen, fängt die Spaßkurve stetig an zu steigen.
Imperial Glory (11 Bilder)
Grafisch besticht Imperial Glory durch weitläufige und recht detaillierte Areale in den Echtzeitgefechten. Die Einheiten sind zwar etwas eckig geraten, können angesichts der moderaten Systemvoraussetzungen aber zufriedenstellen. Auch die Animationen sind den Entwicklern gelungen. Und wenns kracht, dann aber richtig, denn die Effekte sind wirklich super. Beispielsweise sieht es einfach nur cool aus, wenn Dutzende von Soldaten mit ihren Gewehren schießen und sich eine große Rauchwolke um die Einheiten bildet.
Auch akustisch fühlt man sich als Schlachtenherr auf der richtigen Seite: schon im Hauptmenü ertönt ein stimmiger Soundtrack, der genau zum Spiel passt. In den Gefechten ist neben Wettereffekten, Kampfgeschrei und Explosionen so ziemlich alles zu hören, was man für ein Mittendrin-Gefühl braucht. Ab und zu werden Schlachten auch von einem soliden Sprecher kommentiert, der Euch über die Gewinntendenz Eurer Einheiten informiert.
Wie in Rome, so gibts auch in Imperial Glory einen netten Mehrspielerzusatz, der eigentlich die Lebensdauer des Spiels verlängern sollte. Hier jedoch klappt das nicht so ganz, wie sich die Entwickler das vielleicht gedacht haben. Die Multiplayergefechte wirken in ihrer Einfachheit zu uninspiriert und nicht fesselnd genug. Nach längerer Zeit geht dem anfänglichen Charme ziemlich schnell die Puste aus. Wer jedoch drei weitere Kriegsgeneräle sein Eigen nennen kann, dürfte für einige Stunden mit den Historische Schlacht-, Seeschlacht- und Landschlacht-Modi durchaus gut bedient sein. An den Multiplayermodus von Rome kommt dieser jedoch nicht ran.
Jedoch gibts noch die nicht ganz unwesentlichen Kritikpunkte wie eine zuweilen unrealistisch anmutende künstliche Intelligenz sowie einen vom Spielspaß her etwas verpeilten Mehrspielermodus. Zumindest ersteres Problem könnte man ja mit einem Patch beheben. Alles in allem kann ich allen Hobby-Strategen dennoch eine klare Kaufempfehlung aussprechen.