Imperium Romanum

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Kalypso Media GmbH
Entwickler
Haemimont
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
6
Imperium Romanum [PC , looki.de]

Gesamtwertung

77%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Imperium Romanum

Wohl kaum ein anderes Genre ist so gut ausgestattet wie das der Städtebauspiele. Beginnend mit der legendären Ceasar-Reihe und Sim City über diverse andere historische Spiele, bis hin zu Kinder des Nils und Die Römer, ist vor allem im historischen Setting seit Jahren eine Menge los. Zu letzterem Titel, dem im vergangenen Jahr erschienenen Die Römer, ist nun der Nachfolger Imperium Romanum erschienen. Ob die Entwickler von Haemimont Games die Schwächen des Vorgängers ausmerzen und das Spiel dadurch verbessern konnten, erfahrt ihr in unserem Test.

Verwalter des Reiches

Das antike Rom war eine Weltmacht mit riesigem Ausmaß. Da der römische Kaiser nicht alles von der Hauptstadt aus regieren und verwalten konnte, hatte er zahlreiche Gouverneure, die das Reich stellvertretend verwalteten. Eine schwierige Aufgabe, die ihr in Imperium Romanum übernehmen müsst. Die Provinzen, die es dabei zu verwalten gibt, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Neben dem Aufbau der Provinzstädte, der Ankurbelung der Wirtschaft und der Abwehr äußerer Feinde, musste sich ein Verwalter auch mit inneren Problemen und Unruhen auseinander setzen. Doch bevor eure Provinz beziehungsweise eure Stadt zu einer blühenden Metropole aufsteigen kann, bedarf es einer Menge Arbeit und Schweiß.

Zunächst beginnt ihr mit einer Handvoll Wohnungen, in die eure ersten Siedler einziehen sowie einiger rudimentärer Gebäude, die eure Wirtschaft mit Rohstoffen versorgen.

Waren, die ihr nicht verbraucht oder nicht selbst produzieren könnt, müsst ihr Im-, oder Exportieren. Dazu wird ein Schiffskai oder eine Handelsstation errichtet, welche für euch den regen Handel übernimmt. Die Route mit der Region, die mit euch Handel betreiben soll, muss von euch eröffnet werden. Die Anzahl der jeweiligen Handelswege ist allerdings begrenzt. Interessanterweise wird euer Lager nie voll. Während ihr bei Titeln wie Kleopatra oder Caesar neue Lager bauen oder die bestehenden für ankommende Waren leeren musstet, kann unendlich viel Ware in eurem Lager aufgenommen werden.

Nach und nach werden die Anforderungen eurer Einwohner anspruchsvoller und damit der Bedarf an Luxusgütern. Auch für die Kultur, Unterhaltung und – natürlich – den Glauben müsst ihr Sorgen, damit es nicht zu Unruhen innerhalb eurer Stadtmauern kommt.

Apropos Mauern: Diese solltet ihr, vor allen in krisengebeutelten Regionen, möglichst früh ausbauen, damit ihr den Barbarenhorden mehr als nur das nackte Leben entgegensetzen könnt. Der gewiefte Stratege setzt zusätzlich auf eine starke Armee aus Legionären, Bogenschützen und Reiterei, die in Kasernen ausgebildet werden. Leider ist die Führung der Truppen ein wenig umständlich ausgefallen. Immer die die Standarte neu an den nächsten Zielpunkt zu stecken ist keine optimale Lösung vor allem dann, wenn die Legionäre an Objekten hängen bleiben.

Leider wurde auch nicht auf unterschiedliche Formationen geachtet, mit denen die Legionen verschiedene Taktiken ausspielen könnten, wie die legendäre Schildkröten-Formation. Dies ist vor allem deswegen so bedauerlich, da der Titel ansonsten durchaus mit historischer Authentizität aufwarten kann. Ein weiterer Schwachpunkt ist die magere KI eurer Truppen, die jedoch von der nahezu komplett nicht vorhandenen KI der Gegner noch übertroffen wird.

Was hab ich zu tun?

Was ihr in den diversen Szenarien zu tun hat, bekommt ihr auf Steintafeln zu lesen. Von denen können immer drei gleichzeitig aufgedeckt werden. Sollte euch eine Aufgabe zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu schwer erscheinen, könnt ihr euch erst einer anderen Aufgabe widmen. Habt ihr Ziele erledigt, gibt es unterschiedliche Belohnungen.

Da sich die Aufgaben in ihrer Schwierigkeit sehr voneinander unterscheiden und abwechslungsreich sind, bleibt die Motivation neue Aufgaben zu erfüllen hoch. Mal sollen Gebäude saniert werden, ein anderes Mal ein Dorf erobert werden oder ein Monument errichtet werden. Natürlich mit mehr oder minder erschwerten Voraussetzungen. Anstelle der Tafeln, die es im Übrigen nur in der Kampagne gibt, dürft ihr auch noch freie Szenarien spielen, die von euch selbst bestimmt werden. Angesiedelt sind die Settings in so berühmten antiken Ortschaften wie Rom oder auch Pompeji. Hier wird es besonders spannend, da die berühmte Stadt am Fuße des Vulkans Vesuv liegt.

Die unterschiedlichen Provinzstädte werden auch optisch ansprechend in Szene gesetzt. Das beginnt bei den hübsch modellierten Gebäude, über die Flora und Fauna und endet bei dem beliebten Wuselfaktor vergangener Zeiten, auch wenn dieser nicht ganz mit der Siedler-Reihe mithalten kann. Auch der Tag- und Nachtwechsel sowie unterschiedliche Wettereffekte wurden sehr gut umgesetzt. Sogar auf kleine Details, wie die Inszenierung der Spiele im Circus Maximus wurde wert gelegt. Von akustischer Seite bietet euch das Spiel typische Musik im Stile von Ceasar und Co. Die Geräuschkulisse hingegen kommt eher recht spärlich daher und die Samples wiederholen sich zu oft. Ein Pluspunkt sind die guten Synchronsprecher, die hier am Werk waren.

Fazit

Imperium Romanum ist ein optisch gelungenes Spiel, welches sich jedoch in erster Linie an Einsteiger richtet. Der Erfolg stellt sich schnell ein, die Gegner stellen keine große Herausforderung dar und die Missionen sind, trotz ihres Abwechslungsreichtums, recht leicht gehalten. Der Schwierigkeitsgrad ist leider nicht variabel gestaltbar. Und auch ein ordentlicher Multiplayer hätte dem Spiel wirklich gut getan.

Genreprofis dürften Klassiker wie Caesar und Kinder des Nils bevorzugen. Im Vergleich zum Vorgänger Die Römer ist Imperium Romanum jedoch allemal ein Gewinn.

Imperium Romanum [PC , looki.de]

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