Gesamtwertung80%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Spielkonzept des Aufbau-Strategiespiels Impossible Creatures ist einfach und zugleich raffiniert: Aus mehr als 50 verschiedenen Kreaturen kann der Spieler seine animalen Einheiten klonen und die besten Fähigkeiten der Protagonisten miteinander kombinieren. Anschließend die Armee verbessern und den Feind und sein Lager über den Haufen rennen. Auf diese Weise sind mehr als 40.000 (!) Kombinationen möglich.
Nachdem Ihr die Installation abgeschlossen habt, startet Impossible Creatures. Leider gibt es beim Spielstart kein Intro, lediglich die Schriftzüge des Publishers und der Spieleschmiede Relic werden eingeblendet. Anschließend gelangt ihr ins Hauptmenü, von wo aus ihr entweder in die Kampagne, ins Endlosspiel oder ins Multiplayerspiel gelangt. Zusätzlich gibt es dort ein Optionsmenü und einen Armeeeditor. Für das freie Spiel benötigt Ihr zwar nicht unbedingt eine individuell erschaffene Streitmacht, weil Ihr aus schon vorgegebenen wählen könnt, um einen Schnellstart zu gewährleisten, trotzdem ist es sinnvoll. Denn nach einigen Partien werden die vorgefertigten nicht nur langweilig, sondern man hat den Dreh auch raus, sich eine effiziente Armee zu kreieren. In dem Editor wählt Ihr eine der über 50 Rassen aus, die in verschiedene Kategorien wie Wassereinheit oder Flugeinheit unterteilt sind. Ihr seht zu dem jeweiligen Tier nicht nur die Produktionskosten aufgelistet, sondern auch die Fähigkeiten, die wiederum in Angriffsschaden, Widerstandskraft, Gesundheit, Sichtradius und Schnelligkeit unterteilt sind. Zusätzlich haben manche Kombinationen Bonusfähigkeiten wie Immunität (gegen spezielle Angriffe), Eingraben (unsichtbar für die meisten Gegner) oder Barrieren zerstören. Wenn Ihr euch für ein Tier entschieden habt, legt Ihr Euch noch auf ein zweites fest, danach seht Ihr Eure Mutation. Nun kann man entscheiden, wessen Rumpf, Kopf oder Vorderbeine die erschaffene Kreatur tragen soll, je nach Änderung sinken oder steigen einzelne Fähigkeiten. Einen Namen dürft Ihr Eurer Einheit natürlich auch noch geben und ein Bild zu erstellen, das im Baumenü später angezeigt wird, empfiehlt sich ebenfalls.
Kampagne sorgt für längere MotivationIn der Kampagne schlüpft man in die Rolle des bekannten Kriegsberichterstatters Rex Chance, der im Jahre 1937 von seinem vor Jahren verschollenen Vater auf eine mysteriöse Insel im Pazifik eingeladen wird. Aber entgegen seiner Erwartungen kommt es nicht zu dem erhofften Wiedersehen, denn er erfährt, dass sein Vater für den reichen Geschäftsmann Upton Julius forscht. Dieser züchtet sich seine Streitmacht, um dem drohenden Krieg in Europa Einhalt zu gebieten. Zu allem Überfluss ist der Herr Papa auch noch verschleppt worden. Zusammen mit der bezaubernden Wissenschaftlerin Lucy Willing macht sich Rex auf die Suche nach seinem Vater. Was er aber auf der Insel vorfindet, lässt das Blut in den Adern gefrieren: Die Untergebenen von Julius sammeln Genproben von den beheimateten Tieren, um sie mittels der Sigma-Technologie mit anderen Genen verschmelzen zu lassen, denn auf diese Weise kommen die skurrilsten und fürchterlichsten Geschöpfe zu Stande, die die Erde je bevölkerten.
Die Story der Kampagne klingt abgedroschen und viel zu dick aufgetragen, mindert aber den Spielspaß auf keinen Fall. Dazu ist es einfach zu lustig. Wo sieht man schon Elefanten, die von mickrigen Hummerscheren getragen werden? Nirgends, außer in Impossible Creatures.
Entgegen meiner Befürchtungen, die Einheiten könnten sich nur minimal voneinander unterscheiden und dadurch schnell zur Nebensache werden, macht Impossible Creatures auch nach vielen Partien noch Spaß. Das liegt zum einen an dem gut ausbalancierten Grad zwischen Ressourcenmanagement und Kampfgeschehen und zum anderen an der taktischen Vielseitigkeit, die die Kreaturen mit sich bringen. Das Ressourcen sammeln beschränkt sich zum Glück auf zwei unterschiedliche Rohstoffe, nämlich Kohle und Elektrizität. Dazu kommt, dass in der Kampagne noch Genproben von den zu kreuzenden Tieren benötigt werden. Der Schwerpunkt ist ganz klar auf den Kampf ausgerichtet. Das zeigen alleine schon die Produktionskosten und zeit. Die Einheiten kosten nicht wirklich viel und stehen in sehr schnell bereit. Mit zusätzlichen Forschungen könnt Ihr die Fertigkeiten eurer Geschöpfe aufmotzen- sowohl erhöhte Anzahl an Lebenspunkten, als auch mehr Widerstandskraft und erhöhte Durchschlagskraft lassen sich für jede verfügbare Kreatur erforschen. Ansonsten ist die Anzahl an Gebäuden doch eher bescheiden ausgefallen. Neben drei verschiedenen Gebäuden, in denen Kreaturen (je eins für Wasser-, Flug- und Bodeneinheiten) genetisch verändert werden können, sprich erschaffen werden, gibt es eine Zentrale, drei Bauten, die Rohstoffe fördern bzw. an denen welche abgegeben werden können und einen Wachturm samt Barrieren. Die Gebäude sehen passend zu dem Rest des Spiels abgedreht und futuristisch aus, leider wirken sie auch etwas kantig. Genauso die Landschaft, die weder besonders abwechslungsreich ist, noch größere Auswirkungen auf das Interagieren der Einheiten (bergab geht es nicht schneller) hat. Ein Schmankerl sind dagegen die Einheiten selber, alle wirken trotz des extrem niedrigen Grad an Realität auf ihre Art anziehend und bedrohlich. Ihre Bewegungen sind auch sehr löblich.
Nachdem Ihr genügend Ressourcen in euer Lager geschleppt habt und die wichtigen Gebäude errichtet habt, könnt Ihr Euch, wie in anderen Spielen aus diesem Genre auch, in eurer Forschungsstufe (vergleichbar mit Epochen in Age of Empires) weiterentwickeln. Dadurch stehen euch nicht nur weitere Bauwerke zur Verfügung, sondern auch eine Reihe neuer Tiere. Dieser ganze Kreislauf (Rohstoffe abbauen -> Gebäude bauen -> Kreaturen erschaffen -> Kreaturen upgraden) nimmt einige Zeit in Anspruch, danach startet das Spielgeschehen aber erst richtig: Es geht darum dem Gegner einen brutalen Besuch abzustatten, um seine Tierversuche zu unterbinden. Die illustre Gruppe seltsamster Arten macht sich auf den Weg zu dem Kontrahenten, die einen in der Luft, die anderen zu Fuß. Am feindlichen Lager angekommen empfiehlt es sich weit herauszuzoomen, da man sonst garantiert den Überblick verliert. Auch so ist es nicht ganz einfach, dem Treiben zu folgen, da das einzigste Erkennungszeichen eine farbliche Schattierung auf der Einheit ist und bei einem Gemetzel, in dem 50 und mehr Ungeheuer verwickelt sind, gerät die Sache schnell aus den Fugen und ein Eingreifen ist nur noch bedingt möglich.
Schlachten mit bis zu 6 Spielern über Internet und LANWer die Kampagne durchgespielt hat und einige Kämpfe im Spieler gegen Computer Modus hinter sich gebracht hat, der wird nicht zu Unrecht nach weiteren Möglichkeiten suchen. Und bei Impossible Creatures wird er auch fündig, denn der Mehrspielermodus kann über das weite Internet ausgetragen werden und auch bei LAN's macht das Spiel ein gutes Bild. Sechs Spieler sind maximal möglich, 22 Karten stehen als Territorium bereit. Anders als bei Age of Empires ist es nicht möglich, lange zu warten. Wer zuerst zu schlägt hat einen entscheidenden Vorteil. Dadurch entfällt auf jeden Fall das taktische Geplänkel, auch ist es unmöglich sich einzubauen. Dafür sind die Kreaturen nämlich viel zu mächtig, was auch gut so ist.Sound und Steuerung sind gut gelöst
Ein Wort noch zu der Steuerung. Mit der Maus lässt sich alles handlen, geübte Spieler kommen genauso auf ihre Kosten wie absolute Newbies. Da das ganze frei dreh- und zoombar ist, bleibt es bis auf's Kampgeschehen auch schön übersichtlich. Der Sound ist auch passabel, er ist passend und stört auch nach mehreren Spielstunden nicht. Zudem wirken die Geräusche bei Treffern oder Verletzungen der Tiere sehr authentisch.
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