Gesamtwertung77%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungAusreichend |
Man nehme: Einen Romanklassiker als Storyvorlage, einen amerikanischen Archäologen mit Lederhut und Peitsche fürs Spielprinzip, einige Filmproduktionen aus der gesamten Hollywoodgeschichte für den Stil und einen Entwickler mit viel Genreerfahrung für die Umsetzung heraus kommt ein beinahe herausragendes Adventure mit viel Humor und netten Rätseln. Leider gibt es in Frogwares neuestem Streich zu Jules Vernes Roman In 80 Tagen um die Welt zu viele sprichwörtliche Ecken und Kanten.
London 1899: Oliver Lavisheart ist ein etwas hitzköpfiger, junger Tunichtgut, der einfach nicht erwachsen werden will. Dem Verlangen seiner Eltern, er solle sich der Familientradition gemäß verhalten und heiraten, will der Abenteurer, der gerade aus Amerika zurückgekehrt ist, nicht nachgeben. Nachdem sein Onkel Matthew ihm von der schlechten Nachricht berichtete, kommt er mit einer ungewöhnlichen Bitte auf ihn zu, die ihn außerdem von der arrangierten Hochzeit freisprechen könnte: Matthew ist bei einigen Gläsern Scotch zuviel eine sehr riskante Wette eingegangen er soll binnen 80 Tagen beweisen, dass seine Erfindungen, für die er nie Patent angemeldet hat, von niemand anderes als ihm selber erfunden wurden. Wenn er das nicht schafft, verliert Onkel Matthew sein gesamtes Vermögen und seinen Titel als Ingenieur, was in seinem Alter undenkbar wäre.
Um der Familienpflicht zu entgehen und seinem Onkel zu helfen, seine Erfindungen wiederzufinden, macht er sich sofort auf den Weg nach Kairo der Stadt in der das größte Abenteuer seines Lebens beginnt, mit der Zeit als Gegenspieler.
In 80 Tagen um die Welt hat nicht nur zufällig denselben Namen wie Jules Vernes Roman, sondern macht auch mannigfaltige Anspielungen auf eben diese Geschichte. So ist unser größter Konkurrent in dem Spiel, die Hauptfigur des Buches Phileas Fogg, der zu der Zeit ebenfalls wegen einer Wette versucht, die Welt zu umrunden. Auf Olivers Reise durch die Großstädte Kairo, Bombay, Yokohama und San Francisco entdeckt der geneigte Spieler viele Hommagen und humoristische Verknüpfungen zum Klassiker des französischen Erfinders des Science-Fiction Romans, was dem Spiel einen nicht zu verachtenden Pluspunkt in der Charmenote verleiht.
Olivers Onkel Matthew versorgt den Abenteurer durch Botschaften, die er im Hotel hinterlegt, mit Informationen und Hinweisen, wie er weiter vorgehen sollte und an wen er sich zu wenden hat. Die Auftragsziele blinken dann links in Kurzform auf und werden auf der Minimap unmissverständlich gekennzeichnet. In den Aufträgen selber gilt es meist recht wenig anspruchsvolle Rätsel zu lösen, um einen bestimmten Gegenstand zu erhalten so muss man schon einmal eine indische Kuh mit einer, sich vorher freigespielten, fiesen Schlange erschrecken um in sein Hotel und so an neue Auftrage zu gelangen.
An einigen Stellen fällt uns immer wieder unangenehm auf, dass der Spieler nicht frei speichern kann, sondern sich auf die Großzügigkeit der Entwickler verlassen muss denn der hat die Checkpoints gesetzt. Etwas nervig ist es da, wenn man vor einer etwas kniffligeren Aufgabe steht und sich jedes Mal vor Wiederholen der gescheiterten Spielszene eine Einleitungssequenz anschauen muss, die man nicht manuell beenden kann. Der Charme des Buches, den dieses Spiel versprüht macht allerdings viele Ungereimtheiten wieder wett und die entdeckungswütige Abenteurerromantik lässt kleinere Fehler verzeihen.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
In 80 Tagen um die Welt im Test.
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