Gesamtwertung78%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Industriegigant konnte mit seinem durchdachten Spielprinzip, das Wirtschaftssimulationen auch Anfänger nah bringen kann, letztes Jahr überzeugen. Wehrmutstropfen war, dass das Spiel faktisch im Jahr 1980 endete. Die danach kommenden Transportmittel, Produkte etc. liefert jetzt das Addon '1980-2020'. Was es taugt, sagen wir Euch...
Überraschungseier und Videorekorder
Nahtlos fügt das Addon in den Endlosmissionen sämtliche an die Jahre 1980-2020 angepaßten Produkte ein. Sämtliche Produkte kommen komplett mit Erklärung, der zur Herstellung notwendigen Produktionskette, sowie der entsprechenden Nachfrage in den Kaufhäuser, die sich natürlich an der Größe der Stadt, sowie dem Verkaufspreis orientiert. Hinzugekommen ist auch das Schmuckgeschäft, um die neuen Produkte der Schmuckindustrie, die u.a. jetzt aus Gold oder Silber bestehen, abzusetzen. Die Produkte sind teilweise recht schwer zu produzieren und benötigen große Industriekomplexe.
So werden z.B. für die zahlreichen Elektronikprodukte immer wieder elektronische Bauteile und somit Kupfer gebraucht: Für eine mittlere Stadt müssen da schon schon zahlreiche Züge ständig Rohmaterial heranbringen. Da helfen auch die neuen Hochgeschwindigkeitszüge, die auf eigenen Trassen fahren müssen, wenig.
Der durchdachte Aufbau ist noch wichtiger geworden. Geschickter Aufbau von Rohstoffindustrien, die erst an anderen Stellen zu den Endprodukten zusammengebaut werden, ist nötig. Gerade wenn man bereits 1900 zu spielen beginnt, wird die Menge Fabriken dermaßen groß, dass alte Industriezweige abgerissen werden sollten, um sinnvoll noch die Produkte im Jahr 2000 herstellen zu können. Leider wurde an der Übersicht wenig geändert. In einem mittleren Unternehmen fahren - nach zwei Jahrzehnten Geschäftstätigkeit, bereits derart viele Fahrzeuge und sind derart viele Lager und Fabriken beteiligt, deren Produktionsmenge ständig angepaßt werden muss, dass es schnell in Stress ausartet, wenn man sich nicht auf wenige Industriezweige konzentriert.
Hinzugekommen sind auch die Überseehäfen, die vor allem zum Import von Kakao, Kaffee und Tee benutzt werden können, deren Endprodukte im neuen Kaffeehaus vertickt werden müssen. Periodisch liefern diese Häfen zwar auch andere Produkte oder nehmen bestimmte Waren an, da diese sich aber laufendändern, ist eine verläßliche Planung kaum möglich und das Ganze für das sehr labile Wirtschaftssystem von Industriegigant 2 wenig geeignet. Sinnvoll kombinieren kann man diese Häfen jedoch mit dem neuen Transportmittel, dem Hubschrauber. Dieser vereint die Vorteile von Flugzeug und LKW, wobei der größte davon ist, dass er keine Transportwege braucht, damit kaum Staus entstehen können und diese somit sehr flexibel eingesetzt werden können. Ingesamt sind die vielen Neuerungen, auch in altbewährten Industriezweigen, sehr sinnvoll integriert, beinhalten bekannte Produkte und vermitteln damit einen noch besseren Charm, als Kurbeltelefone.
Die 20 Missionen in den drei neuen Kampagnen wurden besser, als im Hauptprogramm, umgesetzt. So müssen diverse Missionen für Aliens erledigt werden oder in anderen witzigen Szenarios Aufträge erledigt werden, die sogar Produkte beinhalten, die nicht im Endlosspiel vorhanden sind. So reizt, trotz der zahlreichen neuen Endlosmissionen, das Spielen der Kampagnen trotzdem. Auch wenn für Profis diese Kampagnen nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen werden, zeigt es doch, dass die Entwickler, zumindestens hier, aus den Fehlern im Hauptprogramm etwas gelernt haben.
Leider kaum. Die Grafik ist immer noch recht öde, wenn natürlich für die neuen Produkte, Transportmittel (neue Züge, LKW's, Flugzeuge, Schiffe etc) und Industrien auch entsprechende Grafiken vorhanden sind. Gleiches gilt für die Sounds und die Hintergrundmusik. Geändert hat sich leider sehr wenig. Das gilt auch für das Gameplay. Außer wenigen sinnvollen Verbesserungen bei Lagern, sind immer noch die gleichen Probleme vorhanden.
Noch immer kann man keine Kredite aufnehmen, muss man zum Geschäfte zu bauen ganze Häuserblocks abreißen, geht mit großen Mengen an Produkten schnell die Übersicht verloren und haben auch die neuen achtspurigen Bahnhöfe nur zwei Einfahrten. Auch die Welt von Industriegigant 2 ist immer noch platt, wodurch keine Tunnel vorhanden sind, die Welt aber auch, trotz umherfahrender Autos, recht trist und langweilig aussieht. Die Städte sind nur 'Mittel zum Zweck', denn ein Charme oder gar ein Wuselfaktor entsteht nur schwer.
Industriegigant 2: 1980-2020 im Test.
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