Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Seit jeher gibt es Engel und Teufel und ganz ehrlich, uns Zockern wird es langsam langweilig, streng genommen immer den gleichen Weltverbesserern zum Sieg zu verhelfen. Nein, das Böse hat doch auch was, was ziemlich cooles sogar. Was das mit dem Third-Person Shooter Infernal zu tun hat, lest Ihr am besten in unserem Review. Mögen die Köpfe rollen...
Saug mich aus...
Über die Story von Infernal haben wir uns zwar schon in der Preview geäußert, allen denjenigen, die den Artikel verpasst haben, seien nun jedoch die wichtigsten Eckpunkte erklärt. Ryan Lennox, seines Zeichens gefallener Engel mit einem starken Hang zu irdischen Sünden, hat endlich seinen letzten Auftrag für die göttliche Everlight-Agentur hinter sich und träumt nun von Sonne, Sand und leichtbekleideten na gut, lassen wir die Kleidung weg Frauen.
Doch mit der Everlight-Agentur ist es wie mit der Mafia: Einmal drin heißt auch einmal drin, eine frühzeitige Pension ist gleichbedeutend mit dem eigenen Tod. Einen Anschlag überlebt unser guter Ryan zwar, doch nun ist er allein auf sich gestellt gegen den Rest der göttlichen Bastarde. Das bekommt auch der Teufel höchstpersönlich mit und schließt mit Ryan einen Pakt: Schafft er ihm die Heiligenscheinträger vom Hals, ist ihm ein sündenreiches, irdisches Leben sicher.
Den Finger am Abzug...
Zur Verstärkung erhält unser Alter Ego auch noch infernale Mächte, denn so mordet es sich schließlich leichter. Unser Abenteuer beginnt in einer sehr atmosphärischen Bar mit dem Anschlag auf Ryan. Die ganze Szenerie ist stimmungsvoll ausgeleuchtet und protzt geradezu vor wunderschönen Lichtreflexen und natürlich auch zahlreichen Deckungsmöglichkeiten sowie massig Gegnern.
Rücken uns anfangs noch einfache Everlight-Streitkräfte zu Dutzenden auf den Leib, bekommen wir es später auch mit echten Spezialeinheiten der bright side of life zu tun. Deren göttliche Fähigkeiten stellen ein zunehmend größeres Hindernis für uns dar.
Manchmal muss man sich dann auch schon mal etwas einfallen lassen. Da hilft nur das Adlerauge für etwaige Hotspots des Levels, die uns beim Kampf helfen.
Action Jackson!
Deckungsmöglichkeiten gibt es, wie bereits gesagt, in jedem Abschnitt mehr als genug: So könnt Ihr Euch wie Solid Snake in seinen besten Zeiten an eine Ecke stellen und den Blick um selbige riskieren. Erspäht Ihr einen Gegner, dürft Ihr auch Eure Deckung kurzzeitig verlassen, um die Waffen sprechen zu lassen.
Hier fällt allerdings negativ auf, dass Ryan sich oft eine Sekunde zu lange Zeit lässt. Nicht selten haben wir da schon den ein oder anderen Treffer einkassiert. Das Gleiche könnt Ihr nach Möglichkeit natürlich auch geduckt an Vorsprüngen machen. Ansonsten steuert sich unser bekehrter Antiheld recht intuitiv und genau wie ein typischer Third-Person Shooter eben. Spastische Krämpfe an der Tastatur habt Ihr also nicht zu befürchten.
Doch irgendwann sieht auch der beste Kämpfer in brenzligen Momenten sein Leben an sich vorbei ziehen. In solchen Situationen helfen uns die anfangs erwähnten Spezialfähigkeiten. Neben einem Schadensverstärker leicht zu erkennen an Ryans brennendem Arm kommen uns auch noch die Teleportation sowie das Aussaugen von erledigten Feinden zugute.
Jung, teuflisch, sucht...
Hierbei streckt Ryan seinen rechten Arm aus und entzieht den Leichen verbleibenden Lebenssaft, Mana sowie etwaige Ausrüstung und auch Sicherheitskarten, ohne die Ihr an manchen Stellen nicht weiterkommen werdet. Es will also wirklich jeder Gegner erledigt werden.
Das eben erwähnte Mana dient zum Einsatz eben jener höllischen Spezialkräfte, ohne deren Hilfe Ihr aufgeschmissen seid. Die zusätzlich aktivierbare Höllensicht zeigt Euch zudem versteckte Health- und Manaquellen in der Umgebung an. Außerdem offenbaren sich somit auch versteckte Codes für Sicherheitstüren.
So ballern und morden wir uns schließlich von Level zu Level und werden hierbei immer wieder vor neue Aufgaben gestellt. Anspruchslose Actionfans, die nun fürchten, ihre grauen Zellen anstrengen zu müssen, können wir jedoch beruhigen: Infernal ist extrem linear und macht sich gar nicht erst die Mühe, knifflige Rätsel zu bieten. Stattdessen gibt es fliegende Gegner und explodierende Objekte satt.
Ryan, der Action-Opa!
Auf stylische Zeitlupenmoves wie in Total Overdose oder Max Payne wurde allerdings verzichtet. Somit wirkt die Action nicht gekünstelt, sondern kommt eher direkt daher. Deshalb ist Ryan auch recht ungelenkig, die Rolle vor- und rückwärts sowie Sprünge zur Seite hat aber auch er drauf, nur schießen kann er dabei nicht.
Das wäre uns aber angesichts der zuweilen regelrechten Gegnerströme mehr als lieb gewesen. Deren Intelligenz schwankt übrigens zwischen saudumm und clever. Es kann also passieren, dass Eure Feinde entweder blindlings wie lebensmüde Lemminge auf Euch zugestürmt kommen oder sich geschickt hinter Ecken und Vorsprüngen platzieren und aus der Deckung feuern.
Gut gefallen haben uns die abwechslungsreichen Szenarien, die Euch Infernal höchst eindrucksvoll auf den Bildschirm zaubert. Neben stimmungsvollen Clubs erwarten Euch unter anderem auch verschneite Bergdörfer und unterirdische Tempelanlagen. Besonders macht jedes Level vor allem die atmosphärische Lichtgebung, womit wir auch schon bei der technischen Seite des Spiels angelangt sind.
Augenkrebs? Nein, danke!
Es ist nahezu unglaublich, mit was die Entwickler von Infernal hier zuweilen protzen. In den düsteren Kerkern waren wir regelrecht dankbar für jeden einfallenden Lichtstrahl, der extrem realistisch wirkt. Auch umherwirbelnder Staub in der Luft wird gerade in dunklen Szenarien recht glaubwürdig herübergebracht.
Und da schmerzt es auch nicht, wenn die Animationen hier und da flüssiger hätten gestaltet werden können. Nicht nur die schicken Umgebungen, auch das famose Charakterdesign und die absolut genialen Effekte machen dieses Manko mehr als wett. Nach heißen Kämpfen liegt wirklich kein Stein mehr auf dem anderen.
Auch akustisch ist die Hölle förmlich zu spüren. Wie in jeder exzessiven Ballerorgie empfiehlt es sich auch bei Infernal eine Surroundanlage sein Eigen nennen zu können. Die Musikuntermalung ist mal ruhig, mal hektisch wie ein zappelnder Fisch und auch die deutsche Synchronisation könnte nicht besser zu den Figuren passen.
Vor allem Ryan wächst einem mit jedem lockeren Spruch mehr und mehr ans Herz. Die Soundeffekte erfüllen eine reichhaltige Palette und sind von toller Qualität, dabei wollen wir besonders die fetten Explosionen erwähnen, die es unseren Ohren angetan haben.
Noch eine Bemerkung zur deutschen Version von Infernal: Inhaltlich ist die hiesige mit der ungekürzten Fassung identisch. Ausgesaugte Leichen verschwinden also in beiden Versionen. Auch Blut wird exakt so dargestellt, wie es sein sollte. Was die deutsche von der englischen Fassung unterscheidet, betrifft glücklicherweise nur Details wie Zivilisten oder Tiere, die man nicht töten kann. Stören vermag dies aber überhaupt nicht.
Schattenseite zeigen sich nur bei den doch recht happigen Systemanforderungen so eine Grafikpracht hat schließlich ihren Preis -, den zuweilen sich ähnelnden Gegnern sowie starken Schwankungen in der künstlichen Intelligenz Eurer Widersacher. Das war's dann aber auch schon und somit sehe ich in Infernal zweifelsohne eines der Action-Highlights dieses Jahres.
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