Gesamtwertung21%/10 |
GrafikUngenügend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßUngenügend SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungBefriedigend |
Konnte es noch schlimmer kommen? Das fragten wir uns während und nach dem Test von Iron Man für die Next-Generation-Konsolen. Der Titel konnte mit seinem altbackenen, abwechslungsarmen Gameplay und einigen Defiziten im Bereich Steuerung und Technik alles andere überzeugen. Und ja, es kann tatsächlich noch schlimmer kommen. Denn die Fassungen auf der PlayStation 3 und der Xbox 360 sind komplett andere als die Pendants auf dem PC, der PlayStation 2 oder dem Nintendo Wii. Wir nahmen für Euch die PC-Version unter die Lupe und kamen zu einer schockierenden Wertung. Aber seht am Besten selbst.
Eisen ohne Härte...
Die Current-Gen-Versionen bieten teils komplett andere Level mit anderen Aufträgen und Zwischensequenzen. Vor allem optisch bietet sich dem Käufer ein erschreckendes Bild: War schon die PS3-Version des Spiels außer den gelungenen Spiegelungen und Effekten nichts Weltbewegendes, fangen die Augen vor dem Rechner fast von alleine an zu weinen. Iron Man sieht hier aus wie ein Spiel von vor über zehn Jahren.
Kantige Figuren mit staksigen Animationen, unterirdisch billige Effekte und grauenhaft miese Umgebungen versauen den Eindruck des Spiels gehörig.
Schon das erste Level könnte thrashiger nicht sein: Zur an sich guten Melodie von Black Sabbaths Iron Man stampft sich der eiserne Recke wie ein Eisbrocken aus Mist durch detaillose, unterirdische Gänge der Marke Kindergarten kann es besser und schaltet mit einem billig in Szene gesetzten Flammenwerfer fast leblos wirkende Pappheinis aus, die sich komischerweise zuerst rot einfärben und dann komplett verschwinden? Zensur? Unvermögen der Entwickler? Wir wissen es nicht. Dann der ernüchternde Blick auf die Außenumgebungen: Heilige Scheiße, kann solch eine Umsetzung ernst gemeint sein?
Im zweiten Level erlernt Tony Stark wie schon auf PS3 die Kontrolle über seinen Iron Man-Anzug, vor allem in Bezug auf den Flugmodus und Waffensysteme.
Doch wo Sonys Next-Gen-Haube diese Mission noch bei Tageslicht präsentierte, und trotz Detailarmut mit grandiosen Wassereffekten und einer guten Weitsicht punkten konnte, verstummt alles, wenn man die gleiche Mission auf dem PC sieht. Hier bei Nacht, gänzlich ohne Details oder Effekte und mit einer zweifelsfrei grottigen Umgebung, die aus lieblos dahingeklatscht wirkenden Viereck-Häusern und ohne jede Spur von Lebendigkeit daher kommt.
Uns schauert es in diesen Sekunden bei dem Gedanken, unsere wertvolle Zeit noch länger mit diesem Machwerk zu verschwenden. Aber wir haben es tatsächlich getan nicht weil, wir besonders geil auf Schmerzen sind, sondern damit Ihr wisst, liebe User, welches Spiel Ihr auf jeden Fall meiden solltet. So schlecht wie Iron Man angefangen hat, ging es auch weiter. Als nächstes stand die Erlernung der Flugsteuerung auf dem Plan.
Alles am sprichwörtlichen Arsch...
Auweia, an sich mag die Maus/Tastatur-Steuerung ja nicht so übel sein wenn es aber darum geht, den Nachbrenner einzusetzen und mit Fullspeed Objekten auszuweichen oder einen halbwegs vernünftigen Kurs einzuschlagen, versagt das Programm an allen Ecken und Enden. Statt Iron Man im Afterburner-Modus mit der Maus zu lenken, müsst Ihr dies mit den Bewegungstasten tun. So heißt es also, Nachbrenner-Taste gedrückt halten und mit den verbleibenden Fingern irgendwie den Typen noch einigermaßen vernünftig dirigieren. Das ist so krampfig, wie es sich anhört und sowohl mit WSAD-, als auch Pfeiltasten-Methodik ein Ding der Unmöglichkeit.
Auch die Kamera leistet sich hier ein böses Foul, da sie viel zu nah am Alter Ego dran ist.
Statt heldenhaft durch die Lüfte zu schweben und am Besten dem Rest des Titels davon zu fliegen, brettern wir mit Karacho in eine unsichtbare Levelabgrenzung nach der anderen. Orientierung? Zielsicherheit? Pah, wo denkt Ihr hin? Das knöcherne Gameplay übernimmt die PC-Fassung dagegen direkt von den Next-Generation-Fassungen. Außer Schalter drücken und sich über die nicht vorhandene Weitsicht aufregen, liegt der Fokus bei Iron Man eindeutig auf stupide Ballerei jenseits guter Unterhaltung. Das Ganze ist so dermaßen schlecht inszeniert, dass sich einem der Magen umdreht. Von wegen Its not all about the graphics!
Hier wäre eine gute Grafik die einzige Chance, sich wenigstens auf ein Mittelmaß zu retten, wenn man sich schon auf den Rest des Spiels nicht verlassen kann. Nein, anstatt auch PCler mit einer einigermaßen zeitgemäßen Optik zu beehren, dürfen sich selbige über kantige Autoräder, viereckige Schatten (!), leergefegte Szenarien und unterirdische Effekte freuen.
In unserem Test sah Iron Man trotz einer Auflösung von 1680x1050 somit aus wie ein unzumutbares Relikt längst vergangener Tage. Also alles mies in diesem Spiel?´ Prinzipiell schon, aber kleine Sachen sind immerhin ganz okay: Der Upgradebildschirm beispielsweise, bei dem Ihr nach und nach dem Anzug strikt festgehaltene Verbesserungen zukommen lasst oder die Möglichkeit, nun auch endlich mal eine englische Sprachausgabe anzuwählen.
Bei Letzter hätten wir uns allerdings gewünscht, dass mehr als nur der Anzugscomputer Jarvis überzeugend spricht. Dass verkommt nach knapp vier Stunden aber schon wieder zur Nebensächlichkeit, denn dann hat man Iron Man glücklicherweise durchgespielt und darf sich endlich wieder sinnvollen Tätigkeiten hingeben. Die restlichen Momente, wie beispielsweise eine maue Wüstenumgebung mit allerlei Clippingfehlern, ein verschneites Lager, die fliegende Festung, die es so auch in den Next-Gen-Fassungen gibt oder den Kampf gegen Titanium Man haben wir in diesem Test übrigens bewusst außen vor gelassen, da auch in diesen Missionen einzig und allein der platte Ballereinsatz per Repulsoren, Raketen und Unibeam im Vordergrund stand, den Ihr mit der linken und rechten Maustaste ausleben dürft. Wenigstens etwas Komfort in einem solch miesen Titel.
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Iron Man im Test.
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