Jedi Knight II: Jedi Outcast

Review
Plattform
PC
Vertrieb
LucasArts
Entwickler
Raven Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
16
Jedi Knight II: Jedi Outcast [PC , looki.de]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Jedi Knight II: Jedi Outcast

Er ist wieder da. Die Rede ist von Kyle Katarn, der Jedi Held aus Jedi Knight 1 und er hat natürlich Verstärkung mitgebracht. Diesmal kämpft er an der Seite seiner liebreizenden Frau Jan und zusammen müssen sich die „Hinterbliebenen“ des Imperiums wirklich in Acht nehmen. Doch dann taucht ein dunkler Jedi Ritter auf und tötet Kyles Frau. Nun gibt es für Kyle kein Halt mehr. Wo er noch im 1. Teil seine Macht aufgab, holt er sie sich nun wieder zurück. Im Tal der Jedi reaktiviert er seine Kräfte und ist nun auf einem Rachefeldzug gegen den Dunklen Unbekannten namens Desann. Doch ehe er sich versieht, steckt er mitten in einer geheimen Operation, die das Ziel hat ein neues Imperium zu gründen und alle Jedi Ritter zu vernichten.

Bevor es jedoch zu all dem kommt, ist die Welt noch in Ordnung. Kyle und Jan sind auf einem normalen Einsatz um einen eigentlich verlassenen Stützpunkt zu untersuchen. Doch dann finden sie Sturm Truppen und entdecken grausige Experimente an Siedlern, die das Ziel haben, die Macht, die in Kristallen steckt, in lebende Objekte zu transferieren.

Da Kyle ja kein Jedi Ritter mehr ist, muss man am Anfang noch mit Blastern und ohne die Vorteile der Kräfte auskommen. So kämpft man in den ersten beiden Level mit Sturm Truppen Laser und Thermal Detonatoren gegen meistens ganzen Horden von Gegnern. Dabei merkt man schon sehr früh das Raven Entertainment das Spiel entwickelt hat. Nur all zu oft wird man an Star Trek Voyager: Elite Force erinnert. Teilweise ist das etwas unpassend zum Star Wars Flair. Jedoch kann ich euch beruhigen: Raven war fleißig am Star Wars schauen und hat versucht auch jedes noch so kleinste Detail einzubauen.

So fragt sogar ein Druide ob man nicht eine R2 Einheit gesehen hätte und ab und an trifft und kämpft man auch während des Spiels mit bekannten Charakteren, wie z.B. Luke Skywalker oder der Bürgermeister der Wolkenstadt Lando Calrissian, zusammen mit ihren Original Synchronstimmen aus den Filmen. Und wenn man dann noch an der Stelle ist, an der Luke Skywalker einst seine Hand verlor, schlägt jedes Herz eines Star Wars Fans höher.

Nun ist es aber Zeit, das Lichtschwert sprechen zu lassen. Zwar war Kyle schon einmal ein mächtiger Jedi, so hat er doch viel seiner Kenntnisse über die Macht verloren. Deshalb muss Kyle erst noch mal in der Akademie der Jedi eine Prüfung bestehen, um an sein Lichtschwert, dass Luke Skywalker für ihn aufbewahrte, zu kommen. Ist dies geschafft, stehen einmal erst 3 mickrige Kräfte zur Verfügung. Diese werden jedoch während des Verlauf des Spiels immer weiter automatisch ausgebaut.

Selbst bestimmen welche Kraft erhöht werden soll kann man nicht mehr. Dafür hat man am Schluss jedoch so viele Kräfte, dass sogar Harry Potter mit seinen Zauberkünsten versagen würde. Die Palette reicht von den einfachen Schub- und Greifkräften bis hin zu dem berühmten Würgegriff und dem Jedi Geistestrick. Auch wird nicht mehr wie im ersten Teil zwischen guten und dunklen Mächten unterschieden, nur im Multiplayer Modus trägt die Wahl der Kräfte noch ein Gewicht. Aber dazu später mehr.

Kräfte braucht man oft um Rätsel zu lösen und weiterzukommen. Auch im normalen Kampf sind sie sehr praktisch, um Gegnern beispielsweise die Waffe aus der Hand zu reißen. Jedoch ist es gleich noch einmal komplizierter, wenn man die Kräfte gegen einen anderen Jedi Ritter einsetzen will. Dieser ist beispielsweise gegen den Geistestrick immun und Kräfte zeigen nur Wirkung wenn der Gegner nicht genau die gleiche Stufe der eingesetzten Kraft hat. So kann er einen Blitz der Stufe 2 locker abwehren wenn er einen Blitz der Stufe 3 hat. Ganz besonders gelungen sind die Lichtschwertkämpfe. Anfangs sind diese vergleichbar mit Rune, jedoch hat man in Jedi Knight 2 viel mehr Möglichkeiten selbst zu bestimmen, wie der Schlag aussieht. So schlägt man gerade von oben nach unten in dem man einfach nach vorne läuft und die Feuertaste drückt. Um dann einen Querschlag auszuführen muss man nur schräg nach vorne laufen, ein Schlag während man seitwärts läuft bringt dann einen waagrechten Schwung. Um die Abwehr von feindlichen Schlägen kümmert sich der Computer selbst. So kann man ganz gezielt auf den Feind einschlagen und ihn viel einfacher töten, als in Rune. Dazu kommt noch, dass es 3 Kampfstile zur Auswahl gibt. Einmal wäre das ein schneller Stil. Kämpft man in diesem, so kann man zwar schnell mit dem Lichtschwert herumfuchteln, zieht dem Gegner aber kaum Lebensenergie ab.

Der normale Stil ist dann ein Stil mit normaler Schwunggeschwindigkeit und normaler Kraft. Der langsame Stil sollte nur von absoluten Profis benutzt werden, da ein Schwung sehr lange dauert und wenn man den Gegner verfehlt hat, dieser sofort die Chance zum Gegenangriff hat ohne, dass man selbst noch abwehren kann.

Wie gut man selbst abwehrt hängt von der Stufe des Schwertkampfes ab. Insgesamt gibt es 3 Kräfte, die die Laserschwertkämpfe beeinflussen. Dazu gehören, Schwertkampf, Schwertwurf und Schwertabwehr. Letzteres ist auch dafür gut, gegnerischen Laserbeschuss zurück auf selbigen zu lenken. Zusätzlich zu all dem kommt noch, dass man auch Special-Moves, wie man sie aus „Beat´em up“ Spielen kennt, ausführen kann. Mit der richtigen Tastenkombination kann men beispielsweise eine Rolle über den Gegner machen und ihm gleichzeitig mit dem Lichtschwert zusetzen. Auch einige bekannte Moves aus den Filmen sind vorhanden.

Durch all dies ist wirklich jeder Laserschwert Kampf genau wie im Film. Meistens an bombastischen Schauplätzen kommt es zum Kampf und mit nur wenig Übung kann jeder schnell alle Moves und dadurch wirklich beeindruckende Kämpfe veranstalten. Hat man das geschafft, spielt man am liebsten nur noch mit dem Lichtschwert. Nur bei Kämpfen auf großer Entfernung greift man noch zu den alten Waffen.

Leider ist die KI der Gegner etwas armselig. Normale Feinde rennen entweder dem Spieler einfach nur dumm entgegen oder sie flüchten, wenn sie zuviel Schaden genommen haben. Deshalb ist es kaum ein Problem normale Gegner zu töten, es sei denn sie sind weit entfernt oder treten in Massen auf. Ganz anders ist dies jedoch bei den Jedi Rittern. Das was an KI bei den normalen Gegnern fehlt, steckt dafür in den diesen. Jedi Ritter nutzen jeden Fehlangriff des Spielers aus, nutzen ihre Kräfte und agieren gegen Ende sogar zu viert im Team. So kam es öfter vor, dass einer mich per Würgegriff in die Luft hob und die anderen drei ihre Lichtschwert auf mich warfen.

Wer dann das Spiel durch hat, kann sich dem wunderbaren Mutliplayer Modus widmen. Dieser ist ein ganz besonderes Schmankerl für Star Wars Fans.

Im Modus „Duell“ kämpfen immer zwei Gegner mit einem Lichtschwert gegeneinander und der Rest schaut so lange zu bis einer zu Boden geht, dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Außerdem wurden noch extra für den Multiplayer Modus Kräfte eingebaut. So wird man mit dem Geistestrick unsichtbar für andere Spieler und dank dem Machtabzug, kann man anderen Spielern die Macht klauen und für sich selbst verwenden. Wer mehr auf klassische Modi steht ist natürlich auch bedient. Das schon aus Elite Force beliebte Capture the Flag ist dabei und auch der Modi Jedi Meister, in dem immer ein Spieler ein Jedi Meister ist und die anderen versuchen eben diesen zu töten. Ist dies geschafft muss man nur das Lichtschwert aufheben und man wird selbst zum Jedi Meister und kann alle Kräfte verwenden..

Technisch ist Jedi Knight 2 auf dem neusten Stand. Dank der veränderten Quake 3 Engine, ist es den Entwicklern möglich große Star Wars Schauplätze zu bauen. So kann man beispielsweise im Multiplayer Modus in der Map Death Star den Todesstern von Innen besuchen und einmal in der Kammer vorbeischauen, in der der Laser gebündelt wird. Allerdings muss man auch sagen, dass es an manchen Plätzen wohl Texturmangel gab. Entweder besteht an manchen Stellen die Textur aus nur einer Farbe oder die gleiche Textur wiederholt sich ständig. Auch sonst ist das Level Design etwas verwirrend und ab und zu auch unlogisch. Dafür können die Animationen überzeugen. Auch wenn es makaber klingt, so muss man doch sagen, dass Jedi Knight die derzeit besten Sterbe-Animationen bietet, die es gibt. Natürlich ist auch alles andere gut animiert. Allein die Raumschiffe wirken, wenn sie nicht gerade in einer Renderszene auftreten, sehr steif und unnatürlich.

Dafür ist der Sound einsame Spitze. Zu allen bekannten Film-Charakteren sprechen die Original Synchronstimmen und auch die anderen Stimmen sind einwandfrei und immer passend. Auch die Effekte der Waffen sind aus dem Film übernommen und bringen daher echtes Star Wars Feeling rüber.

Fazit

Jedi Knight II ist für Star Wars Fans ein Pflicht-Kauf. Immerhin darf man sogar einmal im Spiel einen AT-ST selbst steuern. Die Laser Schwert Kämpfe sind einfach Klasse und sollten von jedem einmal selbst erlebt worden sein. Aber auch nicht Star Wars Fans werden an diesem Shooter, mit einer klassen Story ihren Spaß haben. Allein der Preis ist wohl etwas zu hoch angesetzt, da hätten es ein paar € weniger wohl auch getan.

Jedi Knight II: Jedi Outcast [PC , looki.de]

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