Gesamtwertung32%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Es gibt Spiele, die haben einfach keine Daseinsberechtigung: Bier Tycoon, Terrorist Takedown: Covert Operations oder Call a Pizza Dude, um nur mal den wirklichen Abschaum billiger Machwerke zu nennen, die nun de facto keinen müden investierten Cent wert sind. Und dann gibt es Spiele wie Kino Mogul Spiele, die sich kein bisschen von den eben genannten schwarzen Schafen des Gaming-Alltags unterscheiden. Warum wir so erfreut über Kino Mogul sind, erfahrt Ihr im Review. Film ab!
Nein, tut uns das bitte nicht an!
Oh my fucking God, nicht schon wieder irgendeine Art eines Tycoons oder Moguls! dachten wir uns, als Kino Mogul bei uns eintrudelte. Vor kurzem erst hatten wir für den grenzdebilen Bier Tycoon gerade einmal 41 Promille, äh Prozent übrig. Unser Durst nach neuen Wirtschaftssimulationen war also durchaus mehr als gestillt. Aber man kann sich ja schließlich nichts aussuchen im Leben.
Also CD hinein ins Laufwerk, Installation über sich ergehen lassen und ab ins Spiel. Gesagt, getan und welch Überraschung: Zumindest die schicken Menüs ließen schon erste freudige Erwartungen aufkommen. Vorfreude, die jedoch recht schnell verflog. Schließlich kommt der Kino Mogul mehr als schlicht und vor allem arm an Umfang daher. Nachdem Ihr Euch für einen von drei Schwierigkeitsgraden entschieden habt, darf es auch schon ans Eingemacht gehen.
Der Titel verrät auch, worum es im Spiel geht. Baut Euer Kino-Imperium auf und lockt möglichst viele Zuschauer in Eure Kinos. Hört sich ja ganz interessant an, das Konzept ist aber leider alles andere als neu.
The Fat and the Food 3: McDonalds Drift
Ins Kuriose driftet das Spiel schon alleine durch die veränderte Namensgebung der einzelnen Filme ab. Die erfolgreiche Komödie Lost in Translation wurde zu Frost in Translation 3, während der Kult-Thriller Das Schweigen der Lämmer mit dem legendären Hannibal Lecter einfach zu Das Schwelgen der Zimmer umgetauft wurde. Ins Schwelgen gerieten wir aber ganz und gar nicht.
Genug der Verschwiegenheit: Kino Mogul ist einfach nur grottenschlecht. Die knapp 30 Euro, die Ihr in dieses Spiel investieren müsst, zahlen sich leider zu keiner Zeit aus, da schon wesentlich ältere Genrevertreter wie ein DOS-Spiel namens Der Produzent: Die Welt des Films wesentlich mehr Umfang boten, als das, was in Kino Mogul steckt.
Das Tutorial ist wegen des geringen Umfangs fast als überflüssig anzusehen, kein Wunder also, dass es auch das Handbuch nur auf Klopapier-Niveau brachte. Alles was ihr zu tun habt, könnte auch im Buch Wirtschaftssimulationen für Grundschüler drin stehen: Personal einstellen, ausbilden oder entlassen, Versorgung zum Beispiel das obligatorische Popcorn einkaufen, Werbung schalten, Filme ausleihen und zeigen sowie eigene Kinos ausbauen. Das war es dann aber auch schon mit den wahnsinnig umfangreichen Optionen.
Das Loch im Bauch...
Eine richtige wirtschaftliche Eigendynamik bildet sich oft gar nicht erst heraus. Potentiell erfolgreiche Filme werden auch zu Kassenschlagern und aufgenommene Kredite lassen sich durch den recht schnellen Erfolg ohne Probleme tilgen. Überraschungen dürft Ihr daher keine erwarten. Das macht Kino Mogul zu leicht, schnell vorhersehbar und bereits nach kurzer Zeit einfach nur langweilig.
Außerdem gibt es im Gegensatz zum gelungenen The Movies hier keine Möglichkeit, Filme selbst zu drehen, obwohl dies fälschlicherweise auf der Verpackungsrückseite angegeben wird. Viel Positives haben wir also nicht mehr über das Spiel zu sagen: Gefallen hat uns am Kino Mogul jedoch das benutzerfreundliche und leicht zu bedienende Interface sowie der sehenswerte Animationsfilm Elephants Dream, der als Extra dem Spiel beiliegt. Und zu guter Letzt wäre da noch der Kinopolis-Kinogutschein im Wert von 5,90 positiv zu erwähnen. Das war es dann aber auch schon.
Über die technische Seite wollen wir erst gar nicht reden, denn die hat weder den angepriesenen Charme echter Comic-Grafik, noch eine sehenswerte 3D-Karte geschweige denn eine unterhaltsame Musikuntermalung zu bieten.
Stattdessen gibt es eckige Gebäude und Umgebungen, die durch ihre triste Darstellung mehr einem Ghetto als einem normalen Stadtviertel gleichen. Von der nervigen Dudelmusik und den nur sporadisch vorhandenen Soundeffekten wollen wir gar nicht erst reden.
Eine altbackene Technik, ein dürftiger Umfang und ein quasi nicht vorhandener Wirtschaftskreislauf setzen dem Ganzen schließlich die Krone auf. Allenfalls die netten Extras wie der gelungene Elephants Dream oder der beiliegende Gutschein würden einen Kauf rechtfertigen. Da dies für den zu hohen Verkaufspreis nicht ausreicht, kann ich somit nur von einer Anschaffung des Kino Moguls##zitat| abraten, denn echtes Popcorn schmeckt halt doch besser.