Knights of the Temple
Knights of the Temple
Den PC Spielern unter uns, die mit Konsolen soviel anfangen können wie ein Igel mit einem Luftballon, wird der Schwedische Entwickler Starbreeze bisher wohl kein Begriff sein. Doch spätestens seit ihrem Xbox-Hit Enclave, kennen zumindest die Anhänger der Microsoft Konsole das Entwicklerteam aus dem kalten Norden. Nun steht mit
Knights of the Temple der erste Titel von Starbreeze im Handel, der gleichzeitig auf PC und Konsole erschien. Wir haben uns an das blutige Abenteuer gewagt und die Welt einmal aufs Neue vor dem Untergang gerettet.
Schöne Frau sucht mutigen Ritter...
Die Geschichte von
Knights of the Temple bietet altbekannte Kost. Im frühen Europa des 12. Jahrhunderts schlüpft ihr in die Rolle von Paul. Seit jeher habt ihr euren Vater für seinen Mut bewundert, den er als Mitglied der Tempelritter auf dem Schlachtfeld unter Beweis stellte. So bleibt für Paul kein Zweifel, in die Fußstapfen seines Vaters treten zu wollen und selbst ein Tempelritter zu werden. Doch das Vorhaben des mysteriösen Lord Bischofs stellt euch vor die wohl größte Herausforderung eures Lebens. Dieser ließ das Mädchen Adelle entführen, um das sich seit ihrer Geburt Sagen um wundersame Kräfte ranken. Mit der Hilfe ihrer magischen Kräfte plant der Bischof die heiligen Stätten der Kirche zu entweihen, um so das Tor zur Unterwelt öffnen zu können. Nun liegts an euch, dem blutigen Pfad des Bischofs zu folgen, um Adelle zu retten und die Welt vor der Versklavung aus der Hölle zu bewahren.
Schnipp Schnapp Beinchen ab
Auch wenn sich unser Held Paul als Tempelritter dem christlichen Glauben verschrieben hat, ist Nächstenliebe ein Fremdwort auf seiner Suche nach der geheimnisvollen Adelle. Unser Abenteuer beginnt hinter den Klostermauern von Belmont, das Jahre zuvor vom Bischof erbaut wurde. Hier erhofft sich Paul Hinweise auf das Verschwinden von Adelle zu finden. Der Besuch allerdings wirft mehr Fragen auf als er beantworten kann.
Von einem der Mönche erfahrt ihr, das der Bischof bereits vor Jahren verstorben ist und in den Katakomben unterhalb des Klosters begraben liegt. Um der Geschichte der Mönche auf den Grund zu gehen, führt euer erster Weg hinunter in die Katakomben des Klosters, wo bereits wahre Massen von Gegnern mit geschärften Waffen auf euch warten. Zu allem Überfluss stellt sich auch noch heraus, dass ihr der Geschichte mit dem toten Bischof auf den Leim gegangen seid. Zeit um zu zeigen, was in einem Tempelritter steckt...Das Spielprinzip ähnelt dabei der Konkurrenz aus dem eigenen Stall Enclave. Denn fortan erwartet uns actionreiches Hack n`Slay gespickt mit ein paar wenigen Rätseln, die wohl keinen so richtig fordern. Ein paar Schieberätsel, bei denen beispielsweise Symbole auf dem Boden in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen damit sich eine Tür öffnet, müssen genügen, um die Metzelorgie ab und an aufzulocken.
Die restliche Zeit geht es mit blutverschmierter Klinge auf die Jagd nach dem Bischof und seinem Gefolge. Wie es sich für einen waschechten Ritter gehört, liegt euch natürlich der Nahkampf im Blut. Dazu lassen besiegte Gegner im Laufe des Spiels Schwerter, Äxte und Streitkolben fallen, die ihr selbst benutzen dürft. Ein Inventory für gefundene Gegenstände gibt es allerdings nicht schließlich ist Knights of the Temple ja kein wirkliches Rollenspiel.
Das muss leider auch das Skillsystem eingestehen: Vom versprochenen dynamischen Skillsystem ist leider nicht viel zu sehen. Die Angriffskombos werden im Verlauf des Spiels gelernt und die heiligen Gebete die Paul als Tempelritter sprechen kann, erhält er bei seinen Visionen, die als Zwischensequenzen die Geschichte stimmungsvoll vorantreiben. Von dynamisch kann hier allerdings keine Rede sein, zumal man als Spieler nehmen muss, was kommt.
Zwei Links, zwei Rechts, ein fallen lassen...
Auf der Suche nach dem Bischof, die euch vom Kloster Belmont vorbei an der in Stein gemeißelten Stadt Petra und dem altertümlichen Jerusalem bis in den Vorhof der Hölle führt, stellen sich so manche Gefolgsleute des Lord Bischofs in den Weg. Anfangs steht euch zwar nur ein gewöhnliches Schwert zur Verfügung, dass allerdings reicht aufgrund der schwachen Gegner vorerst vollkommen aus.
Sobald euch die ersten ernst zu nehmenden Widersacher vor die Klinge laufen, ist es an der Zeit eine der insgesamt 18 unterschiedlichen Waffen auszupacken und die gelernten Schlagkombinationen einzusetzen. Die actionreichen Kämpfe bieten dank der einfachen Steuerung, die mit nur einer Block- und einer Schlagtaste auskommt, die richtige Mischung aus Frust und Lust. Dadurch, dass eure Gegner sich auch durch Blocks und Kombos zu verteidigen versuchen, werden die Kämpfe nicht zu leicht durch die einfach Steuerung jedoch auch nicht zur schweißtreibenden Fingerakrobatik. Trotzdem zaubert man bereits nach den ersten Schlägen effektive Kombos auf den Bildschirm, die jeden noch so starken Gegner in die Knie zwingen. Dank der wirklich butterweichen Animationen sehen die Kämpfe dazu auch noch richtig gut aus und wirken wie aus einem Guss.
Kleine Macken mit der Grafik...
Der größte Kritikpunkt an
Knights of the Temple ist die dynamische Kameraperspektive, die einen stellenweise im Blindflug durch die insgesamt 25 Level gehen lässt. Besonders ärgerliche wird die mangelnde Übersicht natürlich dann, wenn ihr euch mitten im Kampf befindet und die Kamera plötzlich umschwenkt um euch scheinbar eine besseren Überblick zu geben. Gut gemeint, leider (stellenweise) schlecht umgesetzt. Die Grafik weiß dagegen auf ganzer Linie zu überzeugen. Wie bereits in Enclave erwarten den Spieler stimmungsvolle Schauplätze, die durch die effektvollen Lichteffekte von Fackeln und magischen Gebeten einrucksvoll in Szene gesetzt werden. Ein kleiner Makel nagt aber zu allem Überfluss an der sonst so gelungenen Optik. Die Level wirken steril und leblos. Dem hätte man mit etwas mehr Liebe zum Detail Abhilfe schaffen können. Spätestens wenn einem die selbe Kiste zum hundersten mal auf den Fluren der Katakomben begegnet, wünscht man sich etwas mehr Kreativität unter den Entwicklern.
Viel zu oft spielt der Soundtrack bei Spielen eine eher untergeordnete Rolle. Dank seiner wirklich gelungenen Musikuntermalung tanzt Knights of the Temple positiv aus der Reihe. So mancher Film könnte sich von den Tracks des Spiels noch ein Stückchen abschneiden. Die orchestralen und epischen Melodien zaubern eine stimmungsvolle Atmosphäre aus den Boxen, die hier und da nur vom metallischen Ton zweier Schwerter, oder dem letzten Röcheln eurer Gegner unterbrochen wird. Die professionellen Sprecher der Zwischensequenzen runden das Gesamtbild positiv ab.
Fazit
Knights of the Temple hätte das Zeug zur Hack n`Slay Referenz gehabt Leider vermiest vor allem das langweilige Skillsystem den ansonsten guten Gesamteindruck. Von einem, wie auf dem Cover angekündigten, dynamischen Skillsystem erwarte ich einfach mehr Freiheit und Möglichkeiten, die Fertigkeiten meines Heldens zu entwickeln.
Auch die kleinen Macken in der Kameraführung und die stellenweise kargen Level hinterlassen einen etwas faden Beigeschmack. Nichtsdestotrotz wissen die toll in Szene gesetzten Kämpfe und die hervorragende Soundkulisse zu begeistern. Für Freunde gepflegter Metzelorgien am PC ist Knights of the Temples darum derzeit erste Wahl.
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