Gesamtwertung77%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Bereits letztes Jahr kam Kohan: Ahriman's Gift in den USA in den Handel und sorgte, wie auch schon Kohan: Immortal Sovereigns für einige Aufregung. Wanadoo bringt nächsten Monat die deutsche Version in den Handel. Wir haben das Spiel für euch daher getestet...
Nachdem der erste Teil von Kohan mit dem Namen Immortal Sovereigns in Europa anstatt von Sunflowers vor kurzem von Ubi Soft veröffentlicht wurde, kommt der nächste Teil der Timegate Studios mit dem Namen Kohan: Ahriman's Gift in Europa von Wanadoo auf den Markt. Der Name wird in Deutschland jedoch Kohan: Battle of Ahriman lauten.
Wieder einmal geht um den ewigen Kampf zwischen dem Guten (der Schöpfer) und dem Bösen (dem Schatten). Ihr spielt wieder einmal einen Kohan, bzw. eine weibliche Kohan, um diesmal das Böse von der Welt zu treiben. Kohan sind eine unsterbliche Rasse, die Kinder des Schöpfers, von den sich einige aber auch vom Bösen verführen lassen haben und jetzt gegen das Gute kämpfen. Die 3 großen Kampagnen (neben 2 Tutorialkampagnen) sind jeweils mit einer eigenen interessanten Story verbunden, in denen zumeist das Schicksal eines besonderen Kohan erzählt wird. In sämtlichen, durch Sprecher erzählten, Fortschritten, schließen sich aber auch neue Verbünde aus dem Land Khaldun eurer Armee an oder erweckt ihr weitere Kohan. Im Spiel selbst erscheinen die Kohan als besonders starker Held innerhalb einer Einheitengruppe. Sind nicht genug Helden für alle Truppen vorhanden, werden diese durch Generäle ersetzt, die zwar nicht so stark sind, wie Kohan, aber dennoch stärker als normale Einheiten.
Am Gameplay hat sich gegenüber Kohan: Immortal Sovereigns nicht viel geändert. Es ist aber dennoch anderes als in bekannten Echtzeitstrategiespielen. In etwas läßt es sich vielleicht vergleichen als Civilization/Age of Empires-Mischung. Ausgangspunkt sind auf den großen Karten der Kampagne Städte, die Resourcen produzieren. Die einzige wirklich wichtige Resource ist dabei Gold. Damit werden neue Truppenaushebungen bezahlt, Gebäude in Stand gehalten oder gekauft, Städte erweitert, Tribut an andere Mitspieler gezahlt und vieles mehr. Weiterhin gibt es als Resourcen Holz, Eisen, Stein und Mana. Diese akkumulieren sich jedoch nicht, sondern haben nur Einfluß auf die Goldproduktion. Ist eine Resource nämlich im Negativen, muß diese nachgekauft werden (automatisch), was Geld kostet. Ist eine Resource im Positiven, kann diese verkauft werden und somit steht mehr Geld zur Verfügung. Die Produktionsmenge kann durch Ausbauten in den Städten erhöht werde oder indem auf gelegentlichten Resourcen in der Umgebung einer Stadt eine Mine gebaut wird. In den Städten können auch Bibliotheken, Kasernen oder auch Stadtmauern gebaut werden. Sämtlich Ausbauten können noch verbessert werden, um bessere Effekte freizuschalten. Am Anfang ist das Dorf jedoch sehr klein und kann nur ein Gebäude aufnehmen. Verbessert man die Städte, was viel Gold kostet, können mehr Gebäude gebaut werden, mehr Armeen unterhalten werden und befinden sich mehr Verteidigungseinheiten in der Stadt.
Während die errichten Armeen durch das Land streifen, befinden sich Milizen in den Städten selbst. Kommt eine feindliche Armee der Stadt zu nahe, verteidigen die Milizen die Stadt. Allerdings sind die Milizen nicht sonderlich stark und haben keine Chance gegen eine größeres Regiment aus meheren Armeen. Zur Verteidigung helfen dann Forts, die es in zwei Ausbaustufen gibt und ebenfalls Milizen beinhalten. Während letztere von Pionieren gebaut werden, können Städte nur durch Siedlerarmeen errichtet werden. Durch Städte und Forts werden auch die Unterstützungradien vergrößert. Nur innerhalb dieser Radien können sich eigene Armeen reparieren oder Verluste ersetzen. Diese sind extrem wichtig, denn man wird viele Einheiten verlieren und nur mit der Produktion des Feindes mithalten können, wenn die jeweiligen Armeen nicht immer vollständig zerstört werden. Nur wenn diese überleben, können sie auch Erfahrung sammeln und immer besser werden. Außerdem kostet das Neuausheben von Einheiten Gold, die 'Reparatur' nicht.
Es gibt auch noch weitere Radien, die von Bedeutung sind, z.B. die Sichtweite oder der Bevölkerungsradius, innerhalb dessen immer nur eine Stadt gebaut werden kann (Forts kann man soviele haben wie man will, solange man sich diese leisten kann). Ein Vormarsch der eigenen Armee sollte also immer durch die Errichtung von Forts hinter der Front erfolgen. Ansonsten sind viel zu große Marschwege erforderlich, die den Feind wieder erlauben, die eigenen Verteidigungslinien aufzubauen.
Je nach den Ausbaustufen der Städte und den errichteten Gebäuden kann man aus über 90 Einheiten Armeen zusammenstellen. Diese bestehen aus einer Führungseinheit, 4 Fronteinheiten und 2 Unterstützungseinheiten. Die Fronteinheiten sollten immer starke Einheiten, wie Ritter sein. Als Unterstützungseinheiten kommen z.B. Zauberer oder auch Bogenschützen in Frage. Jede Kombination hat unterschiedliche Vor-und Nachteile. Ein kleineres Regiment aus gut ausgewählten und zusammengestellten Armeen kann ein größeres Regiment aus schlechter besetzten Armeen leicht besiegen. Dabei sollten natürlich auf eine gute Formation und Aufteilung der Einheiten geachtet werden. Ansonsten läuft vieles automatisch auf. Die Einheiten kämpfen alleine und ziehen sich auch - wenn möglich - rechtzeitig zurück. Sogar die vielen vorhandenen Zauber werden von den zaubernden Einheiten selbst ausgesucht und der richtige verwendet.
Dieses Gameplay ewigen Vorrückens mit dem Erobern neuer Städte und der Errichtung neuer Forts, macht das Spiel so spannend. Dadurch dass es bei entsprechender Größe des eigene Reiches auch viele Armeen gibt, findet sehr viel Kampf statt. Das Resourcenmanagement ist eher nachrangig. Oft kämpft man auch mit Verbündeten, die ebenfalls große Armeen haben. Da das Reparieren von Einheiten und das Ausheben neuer Einheiten sehr leicht und oft auch billig ist, kommt es zu großen Schlachten. Diese können durchaus die ganze Mission über anhalten, während durch Rückzug zu den eigenen Forts (um Support für die Armeen zu haben) und erneuten Angriff sich die Frontlinie immer vor- und zurückbewegt und es nicht einfach ist, diese zu durchbrechen. Dies hebt den Realismus des Spieles ungemeint und zeigt gleichzeitig, wie gut das Spiel, trotz der vielen Einheiten, ausbalanciert ist.
Die Karten sind während der Missionen teilweise sehr groß. Ein gutes Management der eigenen Armeen ist daher unbedingt notwendig. Dies gilt inbesondere, da die KI extrem gut handelt. Paßt man nicht auf, schlüpfen die Einheiten durch Verteidigungslücken und ist man zu langsam, wächst die KI zu schnell und ist bald so stark, dass man kaum noch eine Chance besitzt. Zwar läßt sich das Spiel in 3 Schwierigkeitsgraden spielen, aber bereits auf der niedrigsten Stufe, muß man geschickt vorgehen, um nicht überrannt werden. Die KI gibt es es sogar mit verschieden Charakteren. Leider sind die Missionsziele in der Regel immer, alle Feinde zu besiegen. Garniert werden diese aber durch unterschiedliche Aufgaben, wie das Besetzen eines Canyon, das Finden eines Kohan, das Schmieden einer Allianz oder viele mehr. Neben Verbündeten kann man auch diverse Technologien entdecken (nicht erforschen!), die die eigenen Einheiten oder Produktion auch in den kommenden Kampagnen verbessern. Wie das Resourcenmanagement, viele weitere Attribute der Einheiten, Zaubern und andere Aspekte, läuft daher auch die Technologie zum großen Teil automatisch nebenher und sind diese nur Beiwerk. Durch die regelmäßigen Ereignisse, die allesamt mit Sprachausgabe garniert sind, sind die vielen Missionen daher doch recht abwechslungsreich. Insofern konnte die Kampagnen durchaus überzeugen.
Die Grafik ist leider nicht mehr aktuell. Die Karten sind etwas langweilig geraten, denn alles wirkt durch falsche Proportionen z.B. von Städten und Einheiten oder Bergen etwas unrealistisch. Außerdem ähneln sich die Elemente auf den Karten sehr. Grafische Effekte, wie animiertes Wasser, Tiere, Wettereffekte oder ähnliches darf man nicht erwarten. Eher läßt sich hier wieder der Vergleich zu Civilization heranziehen: das Gameplay zählt. Auch dass es keinerlei Zwischensequenzen gibt und die Missionsbriefings reine statische Seiten sind, die vorgelesen werden, fällt unangenehm auf.
Zwar sind die Einheiten sehr abwechslungsreich und auch nett animiert, aber das reist auch nicht wirklich vieles raus. Durchaus gefallen, konnte aber z.B. die Zaubereffekte. Viel darf man jedoch nicht erwarten. Der Fantasycharakter wird aber gut dargestellt und erinnert ein wenig an Heroes of Might and Magic oder auch Age of Wonders.
Besser geraten ist hingegen der Sound. Die Sprachausgabe kann überzeugen, auch wenn keiner der Sprecher einen Oskar gewinnen wird. Zumindestens aber werden die unterschiedlichen Rassen und Charaktere bei der Spracheausgabe angemessen berücksichtigt. Auch die Kampfgeräuche können überzeugen und steigern die Atmosphäre.
Die Ausstattung ist ebenfalls ausreichend. Die US-Verpackung ist schön designed und beinhaltet ein dickes Handbuch. Außerdem liegt dem Spiel ein Karteneditor, eine Menge Einzelspieler und Mehrspielerkarten, ein 8-Mann Multiplayermodus und neben den 3 Kampagnen sogar zwei Tutorials bei. Der Multiplayermodus kann über Gamespy, LAN oder Internet mit bis zu acht Spielern gespielt werden. Auf den vielen Karten kann man zwischen sieben verschiedenen Modi auswählen, wie z.B. Blutbad oder 'King of the Hill'. Durch die großen Schlachten und dem hohen strategischen Akzent von Kohan kommt hier auch viel Spaß auf. Auch gehen nicht irgendwann die Einheiten einfach aus, wie es z.B. bei einem Sudden Strike II Multiplayerspiel der Fall ist.
Der Mix aus Civilization in Echtzeit und Age of Empires konnte schon beim ersten Teil, der von der Geschichte her eigentlich der Nachfolger ist, überzeugen. Auch wenn die Grafik nicht mehr die modernste ist, so kann die packende Story, die angenehme Sound- und Sprachunterstützung und das interessante Gameplay durchaus überzeugen.
Es macht einfach Spaß, den riesigen Schlachten mit hunderten von Einheiten zuzusehen, denn diese dauern mitunter das ganze Spiel über an. Jeder Fan von Civilization, der einmal mit mehr Action auf Eroberungszug gehen wollte, finde mit Kohan genau das Richtige. Zwar trübt der Preis eines Vollproduktes insofern, dass die Neuerungen gegenüber Immortal Sovereigns nicht sonderlich groß sind, echte Fans, die nicht genug bekommen, dürfen jedoch trotzdem zugreifen. Andere sollten vielleicht doch auf den wirklichen Nachfolger warten.
Bald ist Ende Juli und dann sollten alle Fans von anspruchsvoller Echtzeitstrategie zugreifen.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Kohan: Battle of Ahriman im Test.
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