Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Es ist soweit: der zweite Teil der in den USA sehr populären Kohan-Reihe ist auch hierzulande erschienen. Kings of War, so der bezeichnende Beiname des Spiels, schickt sich an, mit verbesserter Grafik und fordernden neuen Missionen die Vorgänger Immortal Sovereigns und Battle of Ahriman zu übertrumpfen. Ob dem Strategiespiel dies gelingt, erfahrt Ihr in unserer Review.
Gut gegen Böse - wie auch sonst?
Wie in den ersten beiden Teilen so steht auch bei Kings Of War der ewig währende Kampf zwischen Gut und Böse im Vordergrund.
Der Spieler übernimmt in den 25 Missionen die Rolle einer weiblichen Kohan, - an die Frauen: dies ist ein Spiel ohne Vorurteile - die das Böse ins Jenseits schicken soll. Gameplaytechnisch hat sich gegenüber den Vorgängern rein gar nichts getan, was in diesem Fall aber nichts Schlechtes heisst, da die Spielweise, welche am ehesten wie ein Mix zwischen Age of Empires und Civilization zu beschreiben ist, noch immer großen Spaß bereitet. Einserseits baut man eine Basis auf und verwaltet Gebäude, Truppen etc. (Age of Empires) und zum anderen werden Ressourcenquellen erschlossen, in denen dann gewinnbringend Holz, Stein oder Gold abgebaut werden (Civilization). Das mag sich im ersten Moment nicht so revolutionär anhören, was es mittlerweile auch nicht mehr ist. Jedoch weiß diese Variante dennoch mehr zu gefallen als beim üblichen Strategie-Einheitsbrei.
Das Interface mag für geübte Strategen kein großes Hindernis darstellen, für Laien ist es aber absolut überfüllt mit Buttons. Bis man sich einigermassen in dem komplizierten Menü zurecht gefunden hat, vergehen schon einige Minuten.
Und selbst dann drückt man vor lauter Hektik, was bei plötzlich eintretenden Kampfhandlungen ja passieren kann, leider allzu oft die falschen Knöpfe.
Die Künstliche Intelligenz der gegnerischen Einheiten geht ohne weiteres als solide durch: merken die Gegner eine Übermacht, greifen sie sehr aggressiv an und kommen aus unterschiedlichsten Richtungen, was manchmal wirklich sehr fies ist, wenn es darum geht, die eigene Basis zu beschützen. Sollten nach einem Gemetzel allerdings weniger Gegner auf dem Feld stehen, sodass der Kampf aussichtslos erscheint, merkt die KI dies und befielt den sofortigen Rückzug. Nicht so clever gelöst wurde dies allerdings bei eigenen Einheiten, denn manchmal treten diese den Rückzug an, obwohl gar kein Anlass dazu besteht. Dies führt nicht selten zu unnötigen Standpunkt- und Einheitsverlusten.
Ein paar galoppierende Pferde da, einige nett anzusehende Zaubersprüche hier: Kings of War in dieser Hinsicht mit anderen Spielen wie Generals oder D-Day zu vergleichen, ist zwecklos. Dennoch wurden Einheiten und Gebäude recht detailliert dargestellt, wodurch sich das Spiel auch nicht scheut dem Benutzer zu erlauben, nah ans Geschehen ranzoomen zu lassen. Die Soundkulisse gehört im Gegensatz zur Grafik zur Besten des Genres, wobei hier vor allem die wirklich grandiose Musikuntermalung hervorzuheben ist. In ruhigen Momenten dreht man doch gerne mal am Schieberegler für die Lautstärke, da der Soundtrack fesselt und einen erst beim Klick auf den 'Spiel beenden'-Button wieder loslässt. Auch die Synchronsprecher leisten hervorragende Arbeit und sprechen ihre Zeilen mit viel Elan und Emotion. Solch eine Synchronisierung sollte Schule machen. Die restlichen Soundeffekte wie klingende Schwerter und zischende Pfeile sind solide bis gut, können dem Soundtrack jedoch nicht das Wasser reichen.
Bei Strategieschinken auf keinen Fall nicht fehlen darf ein umfangreicher Karteneditor. Entwickler Time Gate Studios dachte zum Glück daran und lieferte dem Spiel so eine längere Lebenszeit dank einer - hoffentlich - aktiven Community. Man kann aus bestimmten Kriterien eine Map erstellen oder sich ganz simpel eine Zufallskarte generieren lassen. Der Multiplayer macht indes eine Menge Spaß, ob über LAN oder Online. Es geht einfach nichts über eine Runde 'Basen-aufbauen-und-dann-gegenseitig-
plattmachen'. Bugs konnten selbst nach ausgiebigem Spielen im LAN nicht entdeckt werden, es funktionierte alles einwandfrei. Auch der Ping beim Online-Spiel ging in Ordnung. Bahn frei für ausgedehnte Multiplayerschlachten also!
Dagegen halten leider die technischen und spielerischen Ungereimtheiten wie die nicht mehr ganz so frische Grafik und gewisse KI-Probleme, wobei letztere einen manchmal zu Weißglut treiben. Auch der nicht ganz so einfache Spieleinstieg sollte noch erwähnt werden.
Alles in allem verbirgt sich hinter Kohan 2: Kings of War dennoch ein gutes Strategispiel mit einem tollen und ausgereiften Mehrspielermodus, welcher das Haltbarkeitsdatum des Spiels mehrere Monate nach hinten verschieben sollte. Ausgebüffte Strategiefüchse können bedenkenlos zugreifen, auch Neueinsteiger sollten einen Blick riskieren. Es lohnt sich wirklich!
Kohan II: Kings of War im Test.
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