Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Das Genre der Taktikspiele wurde mit der Commandos Reihe nicht nur sehr bekannt, sondern auch überaus beliebt.Leider ging Commandos 3 eher actionbetonte Wege und stieß somit bei vielen Fans der Reihe unangenehm auf. Die Jungs von Plastic Reality wollen mit Korea: Forgotten Conflict nun wieder ein Spiel in alter Taktik-Tradition auf den Markt bringen. Ob es gelungen ist ein echtes, fesselndes Taktikspiel zu produzieren, oder einfach nur ein Commandos 3 Aufguß veröffentlicht wurde, erfahrt Ihr in unserem Test.
Ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber Korea: Forgotten Conflict leiht sich viele bekannte Spielelemente von dem großen Vorbild Commandos aus. Wie auch in Commandos steuert Ihr einen oder mehrere US-Spezialisten durch verschiedene Karten um Feinden das Fürchten zu lehren. Neben dem Ranger, dem Hauptcharakter des Spiels, einem Scharfschützen, einem Techniker und einem koreanischen Spezialisten steuert Ihr auch eine Sanitäterin, die Euer Team bei Verletzungen wieder fit machen kann. Schauplatz ist der mittlerweile eher in Vergessenheit geratene Konflikt zwischen Nord- und Süd Korea der in den 50er Jahren über 4 Millionen Menschen das Leben kostete, darunter über 460,000 Süd-Koreaner und Amerikaner.
Das Spielprinzip lehnt sich ganz klar an den Klassikern des Taktik-Genre an wie Desperados, Commandos 1 und Commandos 2 oder Robin Hood. Auf ziemlich großen Karten, die allesamt übrigens sehr detailreich umgesetzt wurden, gilt es Gebäude zu sprengen, Wachen auszuschalten und feindliche Züge einzunehmen. Da dieses Spielprinzip schon so oft verwurstet wurde, gibt es in Punkto Missionsdesign auch nicht wirklich etwas neues zu bewundern.
Die Herrausforderung besteht darin, die speziellen Fähigkeiten der Teamkollegen möglichst vernünftig auszunutzen, um die insgesamt zwölf Missionen bewältigen zu können.
Zwölf Missionen mögen auf den ersten Blick kurz wirken, sind aber auf vier Kampagnen verteilt und sorgen angesichts der riesigen Karten für langen Spielspaß. Bis hierher ist also noch nichts wirklich neues zu bewundern, ausser vielleicht die ungewöhnlich großen Karten, die schonmal über mehrere virtuelle Quadratkilometer reichen.
Einige Neuerungen werden uns in Korea: Forgotten Conflict aber doch präsentiert. Zum Einen ist da der Taktik Modus. Hier könnt Ihr das Spielgeschehen per Tastendruck anhalten, Eurem Charakter mit einigen Mausklicks eine Abfolge von Befehlen erteilen, die dieser dann auch prompt in der gewünschten Reihenfolge ausführt.
Dieses neue Feature stellt sich bereits zu Beginn als überaus nützlich, wenn nicht gar Lebensnotwendig dar, da auch die Computergegner relativ clever agieren und sich hinter Kisten verschanzen oder Verstärkung rufen.
Auch ungewöhnlich ist die unglaubliche Vielfalt an Waffen in Korea: Forgotten Conflict. Insgesamt stehen Euch über 50 verschiedene Waffen zur Verfügung, vom einfachen Messer über die Maschinenpistole und das Sturmgewehr bis hin zu Sprengstoffen und Minen. Diese Waffen braucht Ihr aber auch dringend, denn alle Missionen wollen intelligent und vor allem möglichst effektiv gelöst werden. Zuerst schaltet der Scharfschütze die Wache aus, somit kann der Sprengstoffexperte in das Gebäude vordringen und einen Sprengsatz anbringen. Die Explosion wird dann zum Einsatzsignal für den Ranger.
Die taktischen Möglichkeiten in Korea: Forgotten Conflict sind von einer derartigen Vielfalt wie sie es nur in Commandos 1 und 2 oder Desperados bisher zu bewundern gab, nicht zuletzt dadurch, daß jeder der spielbaren Charaktere nicht nur spezielle Stärken, sondern auch Schwächen hat, die ihn gegenüber bestimmten Angriffen empfindlich machen. Dies macht eine genaue Planung der Mission unabdingbar wenn man nicht nach fünf Minuten das Zeitliche segnen möchte. Die Grafik ist kurz gesagt einfach hübsch! Gegenüber vielen anderen Taktikspielen ist Korea: Forgotten Conflict komplett in 3D. Die Ansicht lässt sich frei drehen und zoomen und ermöglicht so jederzeit maximale Übersicht. Alle Texturen sind mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden und machen das Spielen zu einem Augenschmaus.
Auch die Figuren und Fahrzeuge sind schön anzusehen und vor allem klasse animiert. Während in vielen anderen Spielen dieses Genres die Präsentation eher vernachlässigt wird, macht Korea: Forgotten Conflict gerade in diesem Punkt einen hervorragenden Eindruck. Auch die enthaltene Physikengine trägt zur Glaubwürdigkeit der Spielwelt bei. Wechselnde Wetterbedingungen und gute Explosionseffekte machen das Spielen zu einem Genuß. Nur Silent Storm kann in dem Genre der Taktik Spiele in Punkto Grafik und Physik Korea: Forgotten Conflict hier das Wasser reichen. Leider kann der Sound nicht mithalten. Während die Sprecher klingen wie drogensüchtige Schlagersänger, was aber noch zu verschmerzen ist, hören sich auch die Waffen und Soundeffekte synthetisch und unrealistisch an, zumal viele Waffen einfach gleich klingen. Hier hätte man sicherlich noch viel mehr rausholen können.
mit der Langzeitmotivation, Korea: Forgotten Conflict zu einem echten Ausnahmespiel. Deswegen kommen wir auch nicht um die Vergabe eines Award herum. Für Fans von Taktikspielen ist dieser Titel ein absoluter Pflichtkauf!
Korea: Forgotten Conflict im Test.
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