Gesamtwertung63%/10 |
GrafikMangelhaft SoundUngenügend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Chris Sawyers Transport Tycoon galt 1994 als eines der Wirtschaftssimulationen überhaupt. Knapp 10 Jahre später präsentiert Chris Sawyer, der übrigens auch für die beiden Rollercoaster Tycoon Teile verantwortlich war, den indirekten Nachfolger namens Locomotion. Ob es eine ähnliche Begeisterung entfachen kann?
Ein Zug mit Verspätung?
Locomotion ist eigentlich für den heutigen Markt ein sehr untypischer Vertreter. Schließlich befinden wir uns in Zeiten, in denen man Wirtschaftssimulationen mit der Hand abzählen kann. Ebenfalls trumpft der Titel weder mit besonderer Technik noch berauschender Präsentation auf.
Gerade wo aufwändigste Ego-Shooter und Strategiespiele den Markt dominieren, scheint das Interesse für Wirtschaftssimulationen gegen den Nullpunkt zu laufen. Doch mit Locomotion befindet sich mal wieder eines dieser Spiele im Handelt und ist auch für lediglich knappe 20 Euro im Regal zu finden. Eigentlich hat sich im letzten Jahrzehnt gar nicht so viel getan, zumindest wenn man Locomotion mit Transport Tycoon vergleicht.
Erneut geht es darum, Verkehrs- und Transportnetze zu errichten und dabei möglich viel Geld zu verdienen. Bestückt mit einem geringen Kapital müsst Ihr Euch anfangs auf Personentransport mit Bussen und kleinen Zügen begnügen. Anfangs ergeben sich dadurch riesige Ausgaben, die jedoch mit anlaufender Spielzeit durch die Einnahmen kompensiert werden.
Alles mit Planung und System
Aber Betriebe wären natürlich heute nicht das, was sie sind, wenn es nur Personentransport gäbe. Denn auch Güter müssen ständig transportiert werden und da die Produktionsstätten für Kohle, Eisen und Co. verbindungslos außerhalb der Stadt liegen, müssen sie erst mit einer bestmöglichen Transportverbindung angeschlossen werden. Wer das nötige Kleingeld für eine solche Investition hat, der wird sich natürlich fragen, wieso er sich nicht auf den gut laufenden Personenverkehr beschränkt.
Es ist mehr als wichtig, dass Fabriken und Städte miteinander verbunden sind. Das erfreut die Bürger, die dann durchaus mal bereit sind, Ihre Stadt zu vergrößern und gibt Euch die Möglichkeit, Eure Firma zu vergrößern.
Habt Ihr z.B. eine Stadt mit einer Kohlefabrik zu Spielbeginn verbunden, so wird diese Euch keinen Profit bringen, solange Ihr die Kohle nicht weiterverarbeiten könnt. Folglich gilt es, eine Fabrik für die Verarbeitung von Eisen und Stahl zu integrieren. Die Kunst am Spiel dabei ist, die kostengünstigste Lösung zu finden, welche auch auf möglichst langer Sich Geld in die Kasse bringt. Berücksichtigt werden muss natürlich nicht nur der Anschaffungspreis. Im Gegenteil, Eure Fahrzeuge benötigen Benzin, Strom und nutzen sich im Laufe der Jahre ab.
Wie im reellen Leben muss jeder neue Bus, jeder Zug und jedes neue Flugzeug genau eingeplant werden. Denn gegebenenfalls lassen sich Fehlinvestitionen nicht mehr wettmachen. Neben Fahrzeugen müssen natürlich auch die Entsprechenden Haltestellen und Häfen eingerichtet werden, die Euch ebenfalls je nach Typ ein entsprechend hohes Sümmchen kosten. Aber auch Schienen und Straßen müssen verlegt werden, zumindest, wenn man Orte oder Fabriken verbinden will. Im Vergleich zu Transport Tycoon ist jedoch lediglich die Straßenbahn, im Spiel Tram genannt, wirklich neu.
Locomotion kommt auf ca. 40 Szenarien, die leichte als auch schwere Missionen bieten. Während der Schwierigkeitsgrad individuell gewählt werden kann, kann Euch auch die Landschaft einen Strich durch die Rechnung machen. Denn ein Berg, der genau zwischen zwei Städten liegt, muss durch teure Tunnel umgangen werden. Wem die Szenarien nicht ausreichen, der kann sich mittels einen Szenarieneditors zufällige Karten generieren lassen und sich sein eigenes Szenario nach Wünschen zusammenbasteln. Ansonsten gibt es lediglich ein knappes Tutorial, welches Euch den Einstieg etwas erleichtern soll. Dummerweise läuft dieses vollautomatisch und reicht gerade mal für die Grundkenntnisse, die im ersten Szenario vorausgesetzt sind.
Altertümliche Technik
Die Benutzeroberfläche erinnert stark an Rollercoaster Tycoon und sorgt für zwiespältige Gefühle. Einmal ist es bei hoher Auflösung sehr praktisch, alle Transportmittel auf einen Blick sehen zu können, zum anderen ist vieles zu kompliziert. So lassen sich Straßen und Schienen nur mit Pfeiltasten in einem Menü legen, was nicht nur umständlich ist, sondern auch eine Menge Zeit raubt. Das Baumenü und der sämtliche Rest ist wiederum übersichtlich angeordnet, wie man es auch aus Transport Tycoon kennt.
Was die Grafik angeht, dürfte Locomotion für die breite Masse nicht den Ansprüchen Genüge tun. Optisch bietet der Titel nicht mehr, als eine absolut nicht zeitgemäße 2D-Isoansicht, die logischerweise auch nicht überzeugen kann. Selbst das recht alte Sim City 3000 sieht deutlich schmucker aus. Ebenfalls muss man sich mit der Musik, die an Midi-Zeiten erinnern und den qualitativ schlechten Geräuschen anfreunden.
Locomotion im Test.
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